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Birth: Krebsbehandlung keinesfalls aufschieben

Birth: Krebsbehandlung keinesfalls aufschieben

Stralsund

Der Ärztliche Direktor des Helios Hanseklinikum Stralsund, Prof. Matthias Birth, warnt angesichts des anhaltenden Lockdowns, Krebsbehandlungen zu verschieben oder gar abzubrechen. Das sagte der Tumorspezialist heute anlässlich des jährlichen Weltkrebstages am 4. Februar.

Eine Krebsdiagnose stellt Betroffene mental und körperlich vor große Herausforderungen. In einer Ausnahmesituation wie der derzeitigen Corona-Pandemie kommt die Sorge hinzu, die Einschränkungen könnten die Krebstherapie beeinträchtigen. Diese Angst sei absolut unbegründet, macht Chirurgie-Chefarzt Prof. Matthias Birth deutlich. „Im Moment ist man wahrscheinlich an kaum einem anderen Ort besser geschützt als im Krankenhaus. Strenge Hygieneregeln, FFP-Masken und Corona-Tests reduzieren die Wahrscheinlichkeit einer Infektion im Klinikum auf ein Minimum“, erklärte der Mediziner.

Selbst in der Hochphase der Pandemie mit knapp zwei Dutzend behandelten Covid-19-Patient:innen habe das Klinikum alle geplanten und ungeplanten Eingriffe vornehmen können. „Notfälle wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder lebensbedrohliche Unfälle versorgen wir seit Beginn der Pandemie ohne Ausnahme. Auch Krebspatientinnen und -patienten können sich weiterhin guten Gewissens in das Hanseklinikum begeben und sollten in jedem Fall ihre Behandlung antreten.“

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Krebsbehandlungen

Je später eine Krebstherapie begonnen wird, desto geringer ist der Behandlungserfolg. Mitunter sorgt eine Verzögerung sogar dafür, dass es für eine Behandlung bereits zu spät sein könnte. „Nicht nur die eigentliche Therapie, sondern auch Vor- und Nachuntersuchungen sollten dringend wahrgenommen werden. Wir haben uns frühzeitig auf die Corona-Situation eingestellt, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Gefahr, die durch eine zu spät diagnostizierte Krebserkrankung besteht, ist weitaus größer“, sagte Prof. Birth.

Dass das Coronavirus SARS-COV-2 offenbar Auswirkungen auf die Krebsbehandlungen hat, konnte Helios kürzlich in einer Studie belegen. Ein Ärzteteam verglich die stationären Aufnahmen für alle Tumordiagnosen und -behandlungen in den Helios Kliniken während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 mit denen des Vorjahres. Dabei zeigte sich ein Rückgang der Behandlungen um zehn bis zwanzig Prozent. „Solche Erkenntnisse müssen uns aufhorchen lassen. Beschwerden sollten nicht auf die lange Bank geschoben, sondern vom Haus- oder Facharzt abgeklärt werden“, rät der Ärztliche Direktor.

Die Studienergebnisse sind unter folgendem Link verfügbar:

https://europepmc.org/article/med/33333506

Informationen zur Krebsberatung der Deutschen Krebshilfe unter 0800 80708877.