„Schmerz ist bei Kindern und Jugendlichen längst nicht immer ein harmloses Zeichen – er kann sich festsetzen, die Lebensqualität massiv beeinträchtigen und ganze Familien verändern“, erläutert Dr. med. Sascha Szoltysik, Chefarzt der neuen Kinderschmerzklinik. Szoltysik ist zugleich Chefarzt der Schmerzklinik im Helios Klinikum Gifhorn. Er hat bereits mehrere Schmerzkliniken aufgebaut.
Von chronischen Schmerzen wird gesprochen, wenn diese wiederkehrend über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auftreten. An Patientinnen und Patienten mit eben diesen chronischen Schmerzen richtet sich das neue Angebot – egal ob es sich dabei um Migräne, Spannungskopfschmerzen, Bauchschmerzen, muskuloskelettale oder Nervenschmerzen sowie Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen handelt.
Therapie: Rückkehr in Alltag und Bewegung
Das Therapieziel ist die Rückkehr in Mobilität, Schule und Freizeit. Das eng kooperierende multidisziplinäre Team aus Pflegefachkräften, Ärztinnen und Ärzten sowie Psycho-, Physio- und Ergotherapeutinnen und -therapeuten setzt auf:
- Psychotherapie,
- Physio‑ und Ergotherapie,
- Entspannungsverfahren (Biofeedback),
- Aktivierung durch Sport sowie
- Karate als Training für Koordination, Selbstwert und Konzentration.
Die Behandlung in der Kinderschmerzklinik dauert in der Regel zwei Wochen; gegebenenfalls kann sie um eine Woche verlängert werden. Damit die Patientinnen und Patienten den Unterrichtsstoff festigen und schulisch auf dem Laufenden bleiben, wird ihnen eine Hausaufgabenbetreuung angeboten.
Feste Einbindung in das regionale Versorgungsnetz
„Die Kinderschmerzklinik ist ein wichtiger Schritt für unser Klinikum und für die Menschen in der Region Uelzen und auch darüber hinaus“, sagt Hannes Winterhoff, kaufmännischer Standortleiter des Helios Klinikum Uelzen. „Wir investieren bewusst in eine hochspezialisierte, zukunftsorientierte Versorgung, die medizinisch und wirtschaftlich gleichermaßen sinnvoll ist: kurze Wege für Familien, klare Strukturen und eine feste Einbindung in das regionale Versorgungsnetz.“
Winterhoff betont die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Therapiezentren, um ein breites Sportangebot und eine verlässliche Anschlussversorgung zu sichern. Die Klinik versteht sich dabei nicht als isolierte Insel, sondern als fester Teil eines regionalen Netzwerks.
Zugang und Abläufe
Die Aufnahme erfolgt auf Einweisung nach Kontaktaufnahme durch eine niedergelassene Ärztin oder einen niedergelassenen Arzt. Vorab sind ein Erstgespräch in der Kinderschmerzklinik und gegebenenfalls eine Vorstellung in der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin notwendig, um körperliche Ursachen auszuschließen. Nach dem Aufenthalt erhält die Familie einen Arztbrief mit individuellen Empfehlungen. Die Anschlussversorgung kann ambulant durch niedergelassene (Kinder‑)Ärztinnen und Ärzte erfolgen.
Die Kinderschmerzklinik richtet sich an 11- bis 17-Jährige. Es gibt vier Therapieplätze, es können also vier Kinder und Jugendliche gemeinsam über zwei Wochen behandelt werden, bevor die Gruppe wechselt.
Mit der Eröffnung der Kinderschmerzklinik stärkt das Helios Klinikum Uelzen die regionale Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen und verbindet medizinische Expertise mit einem ganzheitlichen, familienorientierten Behandlungsansatz.
Fresenius Helios ist der führende private Gesundheitsdienstleister in Europa und versorgt mit rund 140 Kliniken und zahlreichen ambulanten Einrichtungen jährlich rund 27 Millionen Menschen. Zusammen mit Fresenius Kabi, Anbieter von Gesundheitsprodukten für kritisch und chronisch Kranke, gehört Fresenius Helios zum Gesundheitskonzern Fresenius. Mit seinen rund 130.000 Mitarbeitenden der Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika erzielte Fresenius Helios 2025 einen Gesamtumsatz von mehr als 13,5 Milliarden Euro.
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Quirónsalud verfügt über 57 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, rund 130 ambulante Gesundheitszentren sowie über 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 22 Millionen Patient:innen behandelt, davon mehr als 20 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von mehr als 5,4 Milliarden Euro.