Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebsfrüherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert. Nun hat sich einiges getan. „Früherkennung hat ein klares Ziel: Lungenkrebs in einem frühen Stadium aufspüren, wenn er noch heilbar ist“, sagt Dr. Christian Warnke, Chefarzt der Pneumologie und einer der Leiter des Lungenzentrums am Helios Hanseklinikum Stralsund.
Lungenkrebs: häufig unentdeckt und häufig tödlich
Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste¹. „Lungenkrebs verursacht im Anfangsstadium kaum Beschwerden und wird daher häufig erst spät entdeckt, wenn der Tumor schon gestreut hat,“ erklärt der Chefarzt. „Mit dem systematischen Lungenkrebsscreening erhoffen wir uns, eine Vielzahl von Erkrankungen bereits im frühen Stadium zu identifizieren“, ergänzt der erfahrene Pneumologe. Bisher wurde nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.
Was ist die Lungenkrebsfrüherkennung?
Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen. Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore bzw. verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind. Startpunkt für Personen mit Risiko einer Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.
Spezialisierte Lungenkrebszentren zur Befund-Abklärung und Prüfung
Sollte die CT-Untersuchung Auffälligkeiten ergeben, ist ein spezialisiertes Lungenkrebszentrum die richtige Anlaufstelle. Mit langjähriger Erfahrung und technischer Ausstattung auf dem neuesten Stand sichern die Experten dort den Befund ab und leiten die optimalen Behandlungsschritte ein. Helios betreibt rund ein Dutzend hochspezialisierte Lungenzentren², die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arzt-Praxen vernetzt sind.
„Unser Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und eine Behandlung dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist,“ erläutert Prof. Dr. Frederick Palm, Helios Medical Consultant. „Bei Helios behandeln wir Lungenkrebs über 32.000-mal pro Jahr und ermöglichen unseren Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort Zugang zu unseren Expertinnen und Experten“, sagt Prof. Palm. In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt.
Moderne Diagnostik und Behandlungsmethoden: präzise und minimalinvasiv
Die Helios Lungenkrebszentren in Berlin, Bonn/Siegburg, Krefeld/Duisburg und Wiesbaden sowie ab April auch in Erfurt setzen nun bei der Diagnostik auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion. Dieses ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, besonders tief vorzudringen und Proben von verdächtigem Lungengewebe zu entnehmen. Bestätigt sich der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, kann dieses je nach Behandlungsplan in einem minimalinvasiven Verfahren mit dem robotischen Assistenzsystem DaVinci entfernt werden. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies im besten Fall die Option auf einen früheren Behandlungsbeginn, möglichst schonende Eingriffe und schnellere Wundheilung.
Wer ist für das Lungenkrebsscreening berechtigt?
In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht haben, ab dem 1. April 2026 einmal jährlich Anspruch auf ein präventives Lungenkrebsscreening:
· Alter: Menschen zwischen 50 und 75 Jahren
· Dauer: Zigarettenkonsum ohne Unterbrechung seit mindestens 25 Jahren
· Höhe: Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 sogenannten „Packungsjahren“ (20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre hinweg)
· Bei starken Ex-Rauchern: Rauchstopp vor weniger als 10 Jahren
Offene Fragen abklären: Helios Live-Webinar am 23. April
Wer mehr über das Thema Lungenkrebsfrüherkennung erfahren möchte, kann sich aus erster Hand bei den Helios Lungenfachärztinnen und -ärzten informieren, wie das Screening abläuft und welche Möglichkeiten bestehen, falls dabei ein auffälliger Befund festgestellt werden sollte. Das einstündige Webinar mit Chefarzt Prof. Dr. Tim Hirche, Co-Leiter des Lungenkrebszentrums der Helios HSK Wiesbaden, findet am Donnerstag, 23. April 2026, um 18:30 Uhr online statt und ist mithilfe von einem Laptop, PC, Smartphone oder Tablet möglich. Eine anonyme Teilnahme ist möglich. Persönliche Fragen können über den Chat gestellt werden, die von den Fachärztinnen und -ärzten unmittelbar beantwortet werden. Anmeldung zum Webinar unter: helios-gesundheit.de/lunge
Selbsttest
Screening-Interessierte können mit unserem Online-Selbsttest herausfinden, ob eine Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung für sie infrage kommt.
Erklärvideo Helios Patientenjourney: Was ist das Lungenkrebsscreening?
¹ZfKD, & Robert Koch-Institut. (9. September, 2025). Anzahl der Krebsneuerkrankungen und durch Krebs verursachte Todesfälle in Deutschland nach Geschlecht im Jahr 2023 [Graph]. In Statista. Zugriff am 08. Oktober 2025, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/30563/umfrage/jaehrliche-krebserkrankungen-und-todesfaelle-in-deutschland/
² Helios Lungenkrebszentren – davon sieben DKG-zertifiziert: Berlin, Bonn/Siegburg, Duisburg, Erfurt, Hildesheim, Krefeld, München, Schwerin, Stralsund, Wiesbaden, Wuppertal