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Pflegeausbildung über Grenzen hinweg

Pflege lernen, Madrid erleben: Helios-Auszubildende aus Hildesheim sammeln internationale Erfahrungen

09.10.2026 Lesedauer: - Min.
Pflegeausbildung über Grenzen hinweg

Wie arbeitet Pflege in Spanien? Was ist im Klinikalltag anders und was ist eigentlich überall gleich? Mit diesen Fragen sind elf Auszubildende des Bildungszentrums am Helios Klinikum Hildesheim im August nach Madrid gereist. Zwei Wochen lang waren sie in zwei Kliniken des spanischen Schwesterunternehmens Quirónsalud im Einsatz und damit nicht nur zu Besuch, sondern Teil des Klinikalltags.

Begleitet wurden die Auszubildenden von einer Lehrkraft und einer Praxisanleiterin. Das Austauschprogramm wurde über Erasmus+ gefördert und ist als Pilotprojekt gestartet. Künftig soll der Austausch jährlich stattfinden und perspektivisch auch für weitere Standorte von Helios und Quirónsalud geöffnet werden.

Nicht nur zuschauen, sondern mitmachen

Der besondere Reiz des Austauschs: Die Auszubildenden wurden von Anfang an in die Teams aufgenommen und konnten unter Anleitung aktiv im Klinikalltag mitarbeiten.

„Am Anfang war natürlich vieles neu. Aber wir wurden direkt ins Team aufgenommen und konnten schnell mitarbeiten. Dadurch hat man gemerkt, dass Pflege überall vor allem eines bedeutet: für Menschen da zu sein“, erzählt Auszubildende Kira.

Eingesetzt waren die Hildesheimer Auszubildenden im Hospital Universitario Quirónsalud Pozuelo und im Hospital Universitario Fundación Jiménez Díaz. Dabei lernten sie unterschiedliche Bereiche kennen, darunter die Notaufnahme, die Intensivstation und den OP. Ergänzt wurde das Programm durch einen Besuch der Universidad Francisco de Vitoria mit ihrem Simulationszentrum.

Und auch außerhalb der Klinik gab es viel zu erleben: Gemeinsam erkundete die Gruppe Madrid und lernte die spanische Kultur kennen.

„Ich hätte vor der Reise nicht gedacht, wie viel man in zwei Wochen lernen kann. Man wird selbstständiger, traut sich mehr zu und nimmt viele neue Ideen mit. Und natürlich war es ein tolles Gefühl, gemeinsam mit anderen Auszubildenden so etwas zu erleben“, sagt Laura, Auszubildende im dritten Jahr.

Neue Umgebung, mehr Selbstvertrauen

Für Fabian Barembruch, Pflegedirektor am Helios Klinikum Hildesheim, liegt ein wesentlicher Wert des Projekts in der persönlichen Entwicklung der Auszubildenden.

„Unsere Auszubildenden sind in ein fremdes Land gegangen, mit einer Sprache, die sie kaum sprechen und in ein Team, das sie nicht kannten. Mich hat beeindruckt, wie schnell aus Unsicherheit Selbstvertrauen wurde. Sie haben Verantwortung übernommen, Fragen gestellt und sich ihren Platz im Team erarbeitet.“

Genau diese Erfahrungen sollen auch nach der Rückkehr weiterwirken. Die Auszubildenden werden ihre Erlebnisse mit ihren Kursen und späteren Ausbildungsjahrgängen teilen. Gemeinsam mit Praxisanleitung und Bildungszentrum wird außerdem ausgewertet, welche Impulse aus Madrid in die weitere Ausbildung in Hildesheim einfließen können.

„Entscheidend ist für uns, was von diesem Austausch zurückkommt. Die jungen Menschen sind in diesen zwei Wochen gewachsen, fachlich, interkulturell und persönlich. Diese Erfahrung wird sie auch in ihrer weiteren Ausbildung und später im Berufsleben begleiten“, so Barembruch.

Ein Gegenbesuch spanischer Auszubildender in Hildesheim ist bereits geplant. So soll aus dem ersten Austausch eine längerfristige Zusammenarbeit entstehen.

Pflegeausbildung, die neue Wege eröffnet

Für die elf Auszubildenden waren die zwei Wochen in Madrid damit weit mehr als ein Blick in ein anderes Gesundheitssystem. Sie haben neue Menschen kennengelernt, sich in einer ungewohnten Umgebung ausprobiert und erlebt, wie viel Verantwortung und Entwicklung in ihrer Ausbildung steckt.

Klinikgeschäftsführer Sascha Kucera betont: „Wir denken Pflege weiter. International. Denn eine gute Ausbildung bedeutet auch, neue Perspektiven kennenzulernen, Verantwortung zu übernehmen und über den eigenen Ausbildungsalltag hinauszuschauen. Genau solche Erfahrungen machen junge Menschen sicherer und stärken sie für ihren weiteren Weg in der Pflege.“

Pflegeausbildung über Grenzen hinweg