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Mit Mut, Disziplin und moderner Medizin: COPD-Patient lebt trotz schwerer Lungenerkrankung ein aktives Leben

Trotz einer fortgeschrittenen COPD-Erkrankung lässt sich der 78-jährige Hans-Henning Daeder aus Schöningen seine Lebensfreude nicht nehmen. Der ehemalige Polizeibeamte kämpft seit mehr als 15 Jahren mit der chronischen Lungenerkrankung – und findet dank konsequenter Behandlung durch Chefarzt Tobias Leis und moderner Medizin immer wieder zurück in einen aktiven Alltag. Selbst Kreuzfahrten und Reisen sind für ihn weiterhin möglich. Seine Geschichte macht anderen Betroffenen Mut, trotz COPD nicht aufzugeben.

26.04.2026 Lesedauer: - Min.
Leis  COPD Patient Daeder

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zählt weltweit zu den häufigsten und zugleich oft unterdiagnostizierten chronischen Erkrankungen. Sie geht einher mit dauerhafter Verengung der Atemwege und kann auch zu Zerstörung von Lungengewebe führen, dem sog. Emphysem. Betroffene klagen über folgende Beschwerden: Auswurf, Husten und Atemnot (AHA)). Auch in Deutschland sind mehrere Millionen Erkrankte auf eine konsequente Behandlung angewiesen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Einer von ihnen ist Hans-Henning Daeder. Der ehemalige Polizeibeamte lebt seit mehr als 15 Jahren mit der Diagnose – und hat trotz aller Rückschläge seine Lebensfreude nie verloren. „Ich habe gelernt, mit der Krankheit zu leben – und nicht gegen sie“, sagt der 78‑Jährige. „Es gibt schwere Tage, aber wenn ich mich an die Behandlung halte und in Bewegung bleibe, kann ich trotzdem viel erleben.“

 

COPD – eine chronische Lungenerkrankung

 

COPD führt zu einer dauerhaften Verengung der Atemwege. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend, können sich jedoch durch Infekte oder andere Auslöser plötzlich dramatisch verschlechtern.

 

„Wir können die Erkrankung gut behandeln und den Verlauf positiv beeinflussen“, erklärt Chefarzt Tobias Leis, Leiter der Pneumologie an der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt. „Regelmäßige Kontrollen, eine konsequente medikamentöse Therapie und körperliche Aktivität sind entscheidend, um die Lebensqualität zu erhalten.“

 

Die Behandlung erfolgt überwiegend mit inhalativen Medikamenten, die die Bronchien erweitern und Entzündungen reduzieren. Bei akuten Verschlechterungen kommen im Krankenhaus unter anderem Infusionen mit Cortison, Feuchtinhalationen, Atemtherapie, bei bakteriellen Infekten auch Antibiotika sowie bei Bedarf Sauerstoff und ggf. eine Lungenspiegelung und/oder eine künstliche Beatmung zum Einsatz – so auch bei Hans-Henning Daeder, der mehrfach stationär behandelt werden musste. „Meistens dauerten die Aufenthalte um die fünf Tage und danach ging es mir deutlich besser“, so Daeder.

 

Immer im Urlaubsfieber

 

Trotz wiederkehrender Atemnot ließ sich der frühere Polizist nie ausbremsen. Nach jeder Stabilisierung kehrte er zu seinen Hobbys zurück: Reisen nach Travemünde, Sylt oder Bad Pyrmont, Kreuzfahrten nach Norwegen, England und Schottland.

 

„Ich plane bewusst und bereite mich gut vor. Herr Leis hat mich auch schon reisefit gemacht“, erzählt er.

 

Innovative Behandlung 

 

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung wurde eine endoskopische Lungenvolumenreduktion notwendig – ein Eingriff, der minimal-invasiv im Rahmen einer Lungenspiegelung durchgeführt wurde. 

 

„Überblähte Lungenbereiche können die gesunde Lunge verdrängen“, erklärt Leis. „Durch deren gezieltes Stilllegen bekommen die nicht überblähten Anteile der Lunge wieder mehr Platz, um besser zu arbeiten. Viele Patienten atmen leichter, besonders bei Belastung.“

 

Auch bei Daeder zeigte der Eingriff großen Erfolg: „Seitdem kann ich wieder besser Treppen steigen. Über einen Treppenlift habe ich nachgedacht – aber bisher brauche ich ihn nicht.“ 

 

Leben mit Sauerstoff – und mit Lebensfreude

 

Nachts nutzt der Patient eine Sauerstofftherapie, gelegentlich auch tagsüber. Ein selbst angeschafftes mobiles Gerät ermöglicht ihm weiterhin Beweglichkeit. Gartenarbeit, Treffen mit Nachbarn oder ein gemütlicher Dämmerschoppen gehören nach wie vor zu seinem Alltag.

 

Wichtig sei, frühzeitig medizinische Hilfe zu suchen: „Ich gehe ins Krankenhaus, sobald ich merke, dass etwas nicht stimmt – nicht erst, wenn es zu spät ist.“

 

Vorbild für andere Patienten

 

Eine Lungentransplantation wäre in der Vergangenheit noch eine therapeutische Option gewesen, aber diese Therapie wünschte der mittlerweile 78-Jährige nicht mehr. 

 

Für Chefarzt Leis kann er als Vorbild für viele Betroffene gelten: „Herr Daeder zeigt, wie wichtig eine positive Einstellung und Therapietreue sind. Er bleibt aktiv, hält sich an die Behandlung und nutzt die medizinischen Möglichkeiten. Das kann anderen Patienten Mut machen.“

 

Und auch Daeder selbst möchte genau das weitergeben: „Man darf sich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen. Mit der richtigen Einstellung kann man trotz COPD viele schöne Momente erleben.“