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Tag der Händehygiene: Hanseklinikum rollt eigenes Hygienesystem flächendeckend aus

Tag der Händehygiene: Hanseklinikum rollt eigenes Hygienesystem flächendeckend aus

Stralsund

Nach den positiven Ergebnissen auf der Intensivstation setzt das Helios Hanseklinikum Stralsund das eigens entwickelte Hygienesystem HELICOPH im ganzen Haus ein. Der Startschuss fällt in der Altersmedizin, Gastroenterologie, Neurologie und Hals-Nasen-Ohrenmedizin. Weitere Abteilungen im Krankenhaus am Sund sollen schnell folgen.

Jedes Jahr am 5. Mai findet der internationale Tag der Händehygiene statt. Erstmalig 2009 wurde er von der Weltgesundheitsorganisation initiiert. Das Datum wurde dabei bewusst gewählt: Der 5.5. symbolisiert die fünf Finger jeder Hand. Im Hanseklinikum macht man daher mit verschiedenen Aktionen auf das Thema aufmerksam. „Händedesinfektion ist der wichtigste Hygienebestandteil, um Infektionen im Krankenhaus zu vermeiden“, erklärt Dr. Ingo Klempien, Chefarzt für Klinische Hygiene und Infektiologie. Daher schult er mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dauerhaft die über 1.500 Kolleginnen und Kollegen, die fünf Richtlinien der Händedesinfektion einzuhalten.

Am Tag der Händehygiene geht es darum, Präsenz zu zeigen und zu sensibilisieren – und ein Alleinstellungsmerkmal des Klinikums zu auszuweiten. Zeitgleich zum Tag der Händehygiene wird das von Dr. Klempien und seinem Team entwickelte Hygienesystem HELICOPH (HELios Interne Compliance OPtimierung Händehygiene) in den somatischen Fachabteilungen ausgerollt. „Die Ergebnisse der motivierenden Hygienelösung auf der Intensivstation sind außerordentlich positiv“, sagt Dr. Klempien. Seit Dezember 2018 ist HELICOPH dort im Einsatz. Seitdem sei die Anzahl der Händedesinfektionen um 43 Prozent von 44 pro Patient und Tag auf 62 gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl der nosokomialen Erregerfälle um 21 Prozent von 34 auf 27. Zudem konnte als direkte Folge zunehmender Händedesinfektionen der Einsatz von Antibiotika und die Verweildauer reduziert werden. „HELICOPH hat sich bewährt“, verdeutlicht Dr. Klempien. „Das Hygiene-Bewusstsein und die Akzeptanz der Mitarbeitenden sind deutlich gestiegen. Die positiven Effekte für Anwender und Patienten erwarten wir auch in allen anderen Bereichen des Klinikums.“

So funktioniert das System

An den Desinfektionsmittelspendern im Klinikum ist ein Sender platziert. In den Namensschildern der Mitarbeiter:innen befindet sich ein Display mit Empfänger. Desinfiziert sich ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin die Hände, wird automatisch ein Funksignal übertragen. So kann jede Händedesinfektion in Echtzeit gemessen und ausgewertet werden. „Das System hebt die Händehygiene auf ein ganz neues Level“, macht der Ärztliche Direktor und Chirurgie-Chefarzt Prof. Matthias Birth deutlich. „Wir können erstmals genau quantifizieren, wie viel Desinfektionsmittel verbraucht wird und die Zahlen direkt mit dem Antibiotikaverbrauch und der Infektionsrate vergleichen.“

Damit ist die Basis zur Auswertung der Daten geschaffen, doch HELICOPH geht noch einen Schritt weiter. Um die Mitarbeiter zur Einhaltung der Händedesinfektion zu motivieren und die Compliance zu steigern, wird jede Desinfektion auf dem Display des Namensschildes in Echtzeit fortlaufend mitgezählt. Nach jeder Betätigung des Hygienespenders baut sich zusätzlich innerhalb von 30 Sekunden – die empfohlene Dauer einer Händedesinfektion – ein animierter Smiley auf dem Namensschild auf. Der Mitarbeiter/Die Mitarbeiterin bekommt sofort positives Feedback und kann am Ende des Arbeitstages sehen, wie oft er/sie sich die Hände desinfiziert hat. Dank der Eigenentwicklung liegt die Datenhoheit im Krankenhaus selbst. Es müsse nicht auf Drittanbieter zurückgegriffen werden.

HELICOPH ist die einzige Hygienelösung unter den elektronischen Systemen in Krankenhäusern, die einen langfristigen Ansatz mit Verhaltensänderung verfolgt. Andere Lösungen sind rein auf das Sammeln von Daten ausgelegt. HELICOPH erzielt andere Ergebnisse, da das Messen nicht im Vordergrund steht, sondern als Grundlage zur Verhaltensmodulation dient. Die verstärkte Einhaltung der Indikationen der Händehygiene kommt den Patientinnen und Patienten zugute.