Operative Entfernung einer 6,5 kg schweren Gebärmutter

Operative Entfernung einer 6,5 kg schweren Gebärmutter

Nienburg

Manche Dinge hat auch Chefarzt Dr. Mathias Uhlig in seiner 35-jährigen beruflichen Laufbahn noch nicht gesehen. So der Fall einer 65-jährigen Patientin, die mit starken Bauchbeschwerden in das Nienburger Helios Klinikum eingeliefert worden ist. Schnell wird klar: Der Uterus ist durch Myome um das ca. Hundertfache vergrößert. In einer zweieinhalbstündigen Operation wird das 6,5 kg schwere Organ entfernt.

Dass viele Frauen in den Wechseljahren durch die damit einhergehende Hormonumstellung zunehmen, ist hinlänglich bekannt. Daher war es für eine 65-jährige Patientin der Helios Kliniken Mittelweser auch nicht verwunderlich, dass sie über die Jahre hinweg immer mehr am Bauch zunahm. „Mein Mann hat schon immer gesagt, ich esse zuviel Schokolade“, scherzt die Patientin. Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen hatte sie in den letzten Jahren nicht durchführen lassen. „Ich hatte da überhaupt nicht mehr dran gedacht – mir ging es ja schließlich auch immer gut. Dass ich so stark am Bauch zugenommen hatte, habe ich hiermit daher auch nicht in Verbindung gebracht“, beschreibt sie. Doch Anfang Februar bekommt sie plötzlich starke Schmerzen. Der Bauch ist prall und hart, das Atmen fällt ihr schwer. „Ich sah aus und fühlte mich wie hochschwanger“, so die Patientin. Die Hausärztin führt einen Ultraschall durch und weist sie direkt ins Krankenhaus ein. Hier wird klar: Die Gebärmutter ist um das ca. Hundertfache vergrößert. 

„Die Gebärmutter ist normalerweise 7,5 cm groß und wiegt 65-85 g. Bei unserer Patientin war die Gebärmutter so groß, dass sie bis unter das Zwerchfell reichte, also den ganzen gesamten Bauchraum ausfüllte. Die normalerweise im Bauchraum befindlichen Organe wie Darm, Leber und Milz waren nach oben gedrückt, sodass die Patientin auch durch den Zwerchfellhochstand bei Belastung nicht genug Luft bekam“, erläutert Dr. Mathias Uhlig, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe der Helios Kliniken Mittelweser. Uhlig und sein Team operieren die 65-Jährige zweieinhalb Stunden lang. 

„Gebärmutterentfernungen werden bei uns in den meisten Fällen minimal-invasiv durch die Scheide oder per Bauchspiegelung durchgeführt. Das sind vergleichsweise kurze Eingriffe. In diesem Fall jedoch war das nicht möglich. Daher wurde ausnahmsweise ein Bauchschnitt durchgeführt“, so Uhlig. 

Der Uterus war letztlich durch Myome so stark vergrößert, dass er ein Gewicht von 6,5 kg aufwies. Myome sind eigentlich harmlose, gutartige Muskeltumore. In diesem Fall jedoch bestand eine Gefahr. Einer der Myomknoten in Größe einer Honigmelone hatte einen relativ dicken Stiel zur Gebärmutter und hat sich um die eigene Achse gedreht. Hierdurch wurde die Versorgung mit Blut, Sauerstoff und sonstige Nährstoffen abgeschnürt, sodass sich der Myomknoten in Folge der Unterversorgung entzündlich verändert hat und auch die umliegenden Organe in Mitleidenschaft gezogen hat. „Durch diese Entzündung hätten weitere, weitreichende Schäden und Beschwerden entstehen können“, beschreibt der Chefarzt. 

Im Falle unserer Patientin ist alles nochmal gut gegangen – und auch schon am Tag nach der OP läuft sie schon wieder selbständig im Zimmer herum. „Natürlich hat mich das alles schon sehr erschrocken. Umso erleichterter bin ich, dass der Eingriff so einwandfrei verlaufen ist. Ich wurde durch Herrn Dr. Uhlig und sein Team sehr professionell betreut und vor allem durch das Pflegepersonal fürsorglich umsorgt.“ 

Damit es gar nicht erst soweit kommt, empfiehlt der Chefarzt vor allem eines: Vorsorge. „Frauen sollten auch in und nach den Wechseljahren jährlich zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen, denn dabei kann eine Vergrößerung der Gebärmutter festgestellt werden. Sollten hierzu noch die diversen Beschwerden kommen, so wird der niedergelassene Gynäkologe mit der Patientin besprechen, ob eine Gebärmutterentfernung notwendig ist, um die Beschwerden zu eliminieren. 

Eine entsprechende Broschüre wurde durch die Helios Kliniken Mittelweser in den Praxen verteilt und ist natürlich auch hier auf Anfrage erhältlich. Interessierte senden dazu eine E-Mai an frauenklinik-ni@helios-gesundheit.de

Silke Schomburg

Referentin Unternehmenskommunikation
Silke Schomburg

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