Schlittenunfall „beschäftigte“ Schüler rund ein Jahr – unfallchirurgische Versorgung bringt jungen Fußballer wieder auf die Beine

Meiningen

Ein bisschen Action und Übermut sind bei einem 13-jährigen Jungen und seinen Freunden beim Schlittenfahren nichts Ungewöhnliches. Bitter wird es jedoch, wenn das schnelle Freizeitvergnügen mit einem schmerzhaften Unfall endet. Im Februar 2018 erging es so dem Schüler Sebastian Eschenbach aus dem unterfränkischen Ipthausen (Bad Königshofen). Beim Sturz mit dem Bob geriet sein Unterschenkel unter das Sportgerät und er erlitt eine Schienbeinfraktur.  

Mit elterlicher Hilfe kam der junge Patient noch am gleichen Tag in das Helios Klinikum Meiningen, das sich sofort um den Verunfallten kümmerte. Eine radiologische Untersuchung bestätigte den Verdacht der Erstuntersuchung und zeigte die Notwendigkeit einer umfangreichen Behandlung der Fraktur auf. Die zuerst durchgeführte konservative Therapie mittels Gipsverband erwies sich jedoch als nicht dauerhaft erfolgreich, weil der Knochen zu verrutschen drohte. 

Priv.-Doz. Dr. med. Reinhard Meier, Chefarzt der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, entschied sich daher in Abstimmung mit den Eltern des Jungen für eine operative Korrektur des Bruchs. „In einem minimalinvasiven Eingriff haben wir die Knochen mit einer Metallplatte verschraubt und damit den Knochen stabilisiert. Bei einem jungen Patienten wie Sebastian wachsen die Knochen wieder sehr gut zusammen, aber dies braucht seine Zeit.“ Nach einigen Wochen konnte der Nachwuchsfußballer wieder auflaufen und seine Mannschaft tatkräftig unterstützen. 

Nach rund einem Jahr war jedoch eine zweite Operation erforderlich, um die Metallteile wieder zu entfernen: „Der Knochen war sehr gut verheilt und stabil. Die Schrauben und die Platte konnten wir erneut minimalinvasiv, also ohne große Schnitte durch Haut und Muskelgewebe, entfernen. Es war auch genau der richtige Zeitpunkt, denn gerade die Schrauben waren schon etwas in den Knochen eingewachsen. Sebastian hat den Eingriff sehr gut überstanden und wird auch bald wieder seinem Sport nachgehen können“, so Chefarzt Dr. Meier weiter. 

Thomas Eschenbach, Vaters des jugendlichen „Unglücksraben“, zeigte sich mit der Betreuung seines Sohns sehr zufrieden: „Sebastian wurde von den Unfallchirurgen und dem Team der Kinderklinik sehr gut versorgt. Wir hatten vollstes Vertrauen zu Ärzten und Pflegekräften. Die beiden Abteilungen haben sehr gut zusammengearbeitet und nun kann er schon wieder ohne Beschwerden laufen. Da fällt einem als Eltern natürlich ein Stein vom Herzen.“

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Reinhard Meier mit seinem jugendlichen Patienten Sebastian vor der Kinderstation des Helios Klinikums Meiningen (Foto: Dr. Stephan Zeidler)

Auch Chefarzt Meier zeigte sich mit dem Ergebnis der Behandlung sehr zufrieden: „Kinderärzte und Unfallchirurgen haben sich gemeinsam um den Jungen gekümmert und so erreicht, dass er auch schnell wieder nach Hause entlassen werden konnte. Unsere modernen Operationstechniken sind so weit entwickelt, dass wir Kinder genauso gut wie Erwachsene versorgen und gerade solche Unfälle altersgerecht behandeln können. Für Sebastian bedeutet das, dass er bald wieder auf dem Spielfeld stehen darf. Für uns ist entscheidend, dass die interdisziplinäre Versorgung gerade bei Kindern genau abgestimmt wird, um die jeweils optimal Therapie durchführen zu können.“  

Bereits am Tag nach dem Eingriff konnte der Schüler die Klinik wieder verlassen. Zwei bis drei Wochen soll der junge Patient nun keinen Sport machen, damit sich der Knochen an das nun fehlende stabilisierende Metallelement gewöhnen kann. „Aber nach Ostern kann Sebastian wieder mit dem Fußball beginnen und mit seiner Mannschaft trainieren. Wir wünschen ihm alles Gute und viel Erfolg“, führt Unfallchirurg Dr. Meier abschließend aus.

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