Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie können Knochen, Gelenke, Weichteilgeweben und Organe präzise untersucht werden. Dieses bildgebende Verfahren kommt ohne Röntgenstrahlung aus und ist deshalb für Patienten besonders schonend. Das neue Gerät bietet viele Vorteile sowohl für das Team der Radiologie, das gesamte Klinikum als auch für die Patient:innen.
Erhöhter Patientenkomfort
Nicht nur die Patientenvorbereitung ist in weniger als einer Minute abgeschlossen, auch die Untersuchung selbst beginnt direkt per Klick. Routine-Scans dauern nur ca. fünf Minuten, Ganzkörperscans unter 20 Minuten – halb so lange wie bei herkömmlichen Geräten. Die verkürzte Wartezeit und Dauer sowie eine akustische Patientenführung können möglichen Stress merklich reduzieren. Entspannte Klänge, atmosphärisch Lichter sowie eine integrierte Klimaanlage sorgen zusätzlich für eine angenehme Untersuchung.
Eine größere Röhre sorgt für mehr Platz und Komfort, was vor allem Patient:innen mit Platzangst zugutekommt. Auch adipöse Patient:innen haben es deutlich bequemer.
Erweitertes Untersuchungsspektrum und verbesserte Bildqualität
Die verkürzten Untersuchungszeiten ermöglichen eine erheblich gesteigerte Anzahl an Untersuchungen bei gleichzeitig hoher diagnostischer Qualität. Gerade Sportverletzungen, wie Bänderrisse, sind mit dem neuen Gerät hervorragend und besonders schnell erkennbar. Mit Hilfe der innovativen und leichten Spulen sind selbst komplexe anatomische Strukturen zuverlässig darstellbar, auch wenn sich der Patient bewegt: Kleinste Knochen- und Sehnenstrukturen sowie minimale Veränderungen im gesamten Körper, wie beispielsweise Fisteln, können präziser dargestellt und frühzeitig erkannt werden. Große Gefäße wie die Aorta oder Beingefäße lassen sich schneller und häufig ohne Kontrastmittel abbilden. Auch primäre Tumore in Leber, Brust, Hirn und insbesondere im Pankreas sind zuverlässig darstellbar, ebenso wie Knochenmetastasen oder Metastasen etwa in Leber und Nebenniere. Darüber hinaus kommt das System präventiv zum Einsatz, mit Myokard-MRTs werden stille Herzinfarkte frühzeitig erkannt; durch die Darstellung von Ablagerungen in der Halsschlagader lässt sich das Schlaganfallrisikos einschätzen. Ein besonders großes Untersuchungssichtfeld sowie ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis verbessern die Befundqualität deutlich und reduzieren zugleich die Notwendigkeit von Wiederholungsuntersuchungen.
KI-gestützte Bildanalyse
„Mit unserem neuen MRT bieten wir die modernste medizinische Diagnostik – inklusive KI-gestützter intelligenter Bildgebung. Diese neueste Technik unterstützt unsere Kolleginnen und Kollegen bei der sicheren Diagnosestellung, an Hand der die weitere Behandlung geplant wird. Relevante Untersuchungsabläufe und Bildverarbeitung laufen automatisiert ab und sind besser auf die individuellen Patientenbedürfnisse abgestimmt. Damit gewährleisten und untermauern wir ein weiteres Mal unseren hohen Versorgungsstandard für die gesamte Bevölkerung in Pforzheim und darüber hinaus“, betont der Klinikgeschäftsführer, Emre Nazli.
Moderne Kühlungstechnik und Fernwartung
Das Gerät verfügt über einen speziellen Magneten, der nur einmalig mit einer kleinen Menge Helium befüllt werden muss und anschließend komplett versiegelt wird. Das Gerät benötigt lediglich eine Füllung über die gesamte Lebensdauer hinweg. Dies ersetzt den dauerhaften Verbrauch von Helium, das sonst in großen Mengen für die Kühlung des Magneten benötigt wird.
Ein weiterer Vorteil ist, dass das System aus der Ferne gewartet und aktualisiert werden kann.
„Ich freue mich sehr über dieses moderne und fortschrittliche MRT. Es ermöglicht uns nicht nur eine schnellere Untersuchung, sondern auch eine verbesserte Bildgebung und Diagnosestellung. Wir setzen damit auf moderne, nachhaltige und innovative Technik. Da das Gerät dank KI-Unterstützung viele komplexe Aufgaben automatisiert übernehmen kann, können wir uns auf das Wichtigste konzentrieren: unseren Patient:innen eine genaue Diagnose zu stellen, die eine zielgerichtete Therapie durch die behandelnden Ärzt:innen ermöglicht“, erklärt Dr. Jonas Apitzsch, Chefarzt der Radiologie.
Während der Umbauphase der Radiologie stand ein mobiles MRT-Gerät bereit, um eine bildgebende Untersuchung rund um die Uhr am Klinikum zu ermöglichen. Hierbei gilt der besondere Dank dem Team der Radiologie um Chefarzt Dr. Jonas Apitzsch, das diese Phase mit großem Engagement begleitet hat.