Ziel eines High Volume Day ist, direkt hintereinander mehrere komplexe Operationen routiniert und für Patienten extrem schonend durchzuführen. Möglich wird dies dank dem Operationssystem daVinci Xi, welches assistierend zum Einsatz kommt. Es visualisiert das OP-Feld mehrfach vergrößert, dargestellt in 3D-HD und ermöglicht mit Hilfe seiner frei beweglichen Instrumente eine präzise Steuerung durch den Operateur. Dadurch profitieren Patient:innen von weniger Gewebeverletzungen und einem geringeren Blutverlust, was wiederum einen kürzeren Krankenhausaufenthalt und eine schnelleren Genesung begünstigt.
Deshalb hat sich Dr. Shaojian Ji, Chefarzt der Geburtshilfe und Frauenheilkunde, zusammen mit dem OP-Team dazu entschieden, einen solchen High Volume Day am Helios Klinikum durchzuführen: Geplant sind insgesamt sechs medizinisch indizierte Gebärmutterentfernungen, auf Grund von Tumoren oder Blutungsstörung, an einem Tag. So erhalten Patient:innen ohne lange Wartezeiten auf einen OP-Termin schneller ihren benötigten Eingriff und profitieren zudem von den Vorteilen einer schonenden roboterassistierten OP.
Damit dies funktionieren kann, braucht es nicht nur den Operateur und den daVinci Xi, sondern das gesamte Team: Beginnend bei der Patientenaufnahme, die an diesem Tag früher mit den Aufnahmegesprächen gestartet hat. Über den OP-Koordinator, der mit einer durchdachten OP-Planung unterstützt und den benötigten Operationssaal zur Verfügung gestellt hat. Die Anästhesisten die, während ein Patient ausgeleitet und der OP-Saal gereinigt wird, den nächsten Patienten für die OP vorbereiten. Bis hin zum OP-Team, das den Operationsroboter und den OP-Saal vor jedem Eingriff ausstattet, sodass ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist.
„Die geplanten Gebärmutterentfernungen folgen alle einem standardisierten Workflow, im Schnitt dauert der Eingriff bis zu 90 Minuten. Dank unserem eingespielten OP-Team können wir allein die Andockzeit des Operationsroboters an den Patienten zwischen fünf bis sieben Minuten reduzieren. Je kürzer der Eingriff dauert, desto weniger Narkose wird benötigt. Das bedeutet Patient:innen werden nach dem Eingriff schneller wieder fit und weisen weniger Komplikationen auf,“ erklärt Dr. Shaojian Ji.
Das Team erfüllt somit wichtige Voraussetzungen für den High Volume Day. Die an diesem Tag geplante enge Taktung der Eingriffe führt zu einer verbesserten Routine und ermöglicht eine steile Lernkurve. An normalen OP-Tagen, wo die unterschiedlichsten Eingriffe nacheinander durchgeführt werden, ist das nicht im vergleichbaren Maße möglich.
„Wir haben an unserem High Volume Day innerhalb von siebeneinhalb Stunden mit durchschnittlich 75 Minuten pro Eingriff, inklusiv Narkoseeinleitung und Operationssaalreinigung, insgesamt sechs Gebärmutterentfernungen durchgeführt. Dabei betrug die reine Operationszeit vom ersten Schnitt bis zur Naht jeweils ca. 45 Minuten. Hierfür haben wir ein entsprechendes Zertifikat vom Hersteller des Operationsroboters erhalten. Mein Dank gilt dem erfahrenen Chefarzt der Anästhesie, Prof. Dr. Clemens Bauer, unserem OP-Koordinator, Markus Kettig, unserer Leitenden Operationstechnischen Assistentin und deren Teams, dass sie diese Leistung ermöglicht haben. Das ist uns nur gelungen, weil wir alle ein einem Strang gezogen haben und sich jeder einzelne engagiert eingebracht hat. Eine solch enge Zusammenarbeit ist die Grundlage dafür, dass wir unseren Patient:innen die bestmögliche leitliniengerechte Versorgung bieten“, betont der Chefarzt Dr. Ji.