Bereits seit der 12. Schwangerschaftswoche hat das Team der Gynäkologie am Helios Klinikum Pforzheim die werdende Mutter aufgrund ihrer Mehrlingsschwangerschaft begleitet. Mithilfe regelmäßiger Kontrolluntersuchungen überwachten die Gynäkologen den gesamten Schwangerschaftsverlauf und konnten sich frühzeitig auf die besonderen Anforderungen einer Drillingsgeburt vorbereiten.
„Die engmaschige Betreuung von Risikoschwangerschaften bereits Wochen vor der Geburt ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Gesundheit von Mutter und Kind. Deshalb haben wir von Beginn an unsere Neonatologen (Neugeborenenmediziner) eingebunden, um die Geburt optimal vorzubereiten und unseren kleinsten Patienten vom ersten Augenblick an die bestmögliche Versorgung zu bieten“, betont Dr. Shaojian Ji, Chefarzt der Geburtshilf und Frauenheilkunde.
Die Drillinge kamen deutlich vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Unmittelbar nach der Geburt benötigten sie eine spezialisierte Versorgung mit Atemunterstützung und intravenöser Ernährung, wie sie nur in Perinatalzentren der höchsten Versorgungsstufe (Level-1-Zentren) möglich ist.
Auf der modernen Kinderintensivstation des Helios Klinikum steht rund um die Uhr ein erfahrenes neonatologisches Team, aus Neonatologen, Kinderintensivmedizinern, speziell ausgebildete Pflegekräfte und Therapeut:innen, bereit. Sie behandeln Frühgeborene ab der 22. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von teilweise unter 500 Gramm. Standardisierte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit aller nötigen Fachdisziplinen ermöglichen Komplikationen früh zu erkennen, sodass selbst extrem unreife Neugeborenen optimale Überlebens- und Entwicklungschancen erhalten.
Eine Besonderheit ist die direkt an die Kinderklinik angebundene Kinderchirurgie, die das Leistungsspektrum des Perinatalzentrums entscheidend erweitert. Früh- und Neugeborene mit angeborenen Fehlbildungen – etwa der Speiseröhre, des Magen-Darm-Trakts oder der Bauchwand – können unmittelbar vor Ort operiert werden. Zuletzt konnte so ein 600 Gramm schweres Frühgeborenes erfolgreich am Darm operiert werden.
„Gerade bei Früh- und Neugeborenen sind kurze Wege und eine gute Abstimmung zwischen Neonatologie und Kinderchirurgie von entscheidender Bedeutung. Da Diagnostik, Intensivmedizin und operative Versorgung an einem Standort verfügbar sind, können wir unsere kleinen Patientinnen und Patienten besonders schnell und schonend behandeln“, erklärt der Chefarzt der Kinderchirurgie, Dr. Thomas Ringle.
Für die Familien ist die wohnortnahe Versorgung aus einer Hand ein großer Vorteil: Belastende Klinikverlegungen lassen sich meist vermeiden. Eltern können ihre Kinder täglich besuchen, sind selbst in die Pflege eingebunden und erleben wichtige Entwicklungsschritte unmittelbar mit. Gerade bei Frühgeborenen, die oftmals mehrere Monate im Klinikum versorgt werden, stärkt diese Nähe die Eltern-Kind-Bindung und unterstützt nachweislich die Entwicklung der Kinder.
So empfand es auch die frisch gebackene Drillingsmama: „Ich konnte meine Kinder jederzeit besuchen. Oft war ich bis spät in der Nacht bei ihnen und am nächsten Morgen direkt wieder. Die langen Besuchszeiten haben mir ermöglicht so oft es geht bei meinen Kleinen zu sein und sie selbst zu stillen.“ Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Natürlich nicht alle drei gleichzeitig, aber dass ich Stillen und zusätzlich Milch abpumpen konnte, war die perfekte Kombination, damit alle ihre benötigte Tagesmenge bekommen.“
Dass die Drillinge nach Wochen gesund nach Hause entlassen werden konnten, ist für das Team ein besonderer Erfolg, wenn auch die Versorgung der kleinsten Frühgeborenen zu ihrem Alltag gehört. „Wenn wir Kinder, wie Ayas, Reivin und Hanas nach einem schwierigen Start ins Leben gesund in ihre Familie entlassen können, ist das für uns Ansporn und Bestätigung zugleich, dass sich unsere sorgfältige medizinische Begleitung von der Schwangerschaft über die Geburt bis weit über die ersten Lebenstage hinaus auszahlt“, freut sich Chefarzt Dr. Kai Siedler, Leiter der Neonatologie.
Zum Abschied überreichte das Team des Helios Klinikum Pforzheim den Eltern 1.000 Windeln. Gerade bei Drillingen ist der Verbrauch in den ersten Lebensmonaten enorm. Diese kleine Starthilfe soll die Verbundenheit mit den kleinen Patienten über den Klinikaufenthalt hinaus zum Ausdruck bringen.