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Ein besonderer Geburtstag am Tag gegen den Schlaganfall

Am 10. Mai, dem internationalen Tag gegen den Schlaganfall, feiert Hermann Ellerbusch aus Schweringen seinen 86. Geburtstag – ein Datum, das für ihn in diesem Jahr eine besondere Bedeutung hat. Denn nur wenige Tage zuvor erlebte er selbst einen Schlaganfall, bei dem das schnelle Eingreifen seiner Familie und die rasche medizinische Versorgung an den Helios Kliniken Mittelweser entscheidend waren. Ein Anlass, erneut zu betonen, wie wichtig es ist, Symptome früh zu erkennen und sofort zu handeln. Für Ellerbusch ist dieser Tag daher eng mit Dankbarkeit und Erleichterung verbunden.

08.05.2026 Lesedauer: - Min.
Patient Geburtstag Tag gegen den Schlaganfall

Am kommenden Sonntag, dem 10. Mai, wird der internationale Tag gegen den Schlaganfall begangen. Für Hermann Ellerbusch aus Schweringen ist dieser Tag in diesem Jahr ein ganz besonderer: Der ehemalige Bankkaufmann feiert an diesem Tag nicht nur seinen
86. Geburtstag – sondern blickt zugleich auf einen Schlaganfall zurück, den er nur wenige Tage zuvor dank schnellen Handelns nahezu ohne Folgen überstanden hat.

Der aktive Senior führt bis heute ein bewegtes Leben. „Neben Fußball war ich immer aktiv im Laufen, bin 22 Marathons mitgelaufen. Heute spiele ich noch Tischtennis, schwimme und gehe sogar noch zweimal pro Woche etwa sieben Kilometer joggen“, erzählt Ellerbusch.

Am Mittwochmittag bemerkte er plötzlich ein Kribbeln in der rechten Hand. „Das breitete sich über den Oberschenkel bis in die Füße aus. Dazu kamen Taubheitsgefühle und Schwierigkeiten beim Gehen. Ich hatte außerdem den Eindruck, dass ich leichte Sprachprobleme bekam“, erinnert sich der 85-Jährige.

Seine Ehefrau reagierte sofort richtig und alarmierte den Rettungsdienst. Auch die Tochter, die als Arzthelferin arbeitet, kam hinzu. Bereits nach wenigen Minuten traf der Rettungswagen ein, kurze Zeit später wurde Hermann Ellerbusch in die Notaufnahme der Helios Kliniken Mittelweser gebracht.

„Die Familie hat genau richtig reagiert. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute – Time is Brain“, erklärt Dr. Martin Bästlein, Chefarzt der Neurologie. „Je schneller die Behandlung beginnt, desto größer ist die Chance, bleibende Schäden zu verhindern.“

In der Notaufnahme erfolgte zur diagnostischen Abklärung sofort eine Computertomografie (CT) des Kopfes, nach der Bejtulla Guri, Oberarzt der Neurologie, direkt die Lysetherapie einleitete. Die Lysetherapie ist eine medikamentöse Behandlung, bei der ein Blutgerinnsel mit speziellen Medikamenten aufgelöst wird. Ziel ist es, ein verschlossenes Blutgefäß im Gehirn schnell wieder zu öffnen und die Durchblutung wiederherzustellen. So kann verhindert werden, dass dauerhaft Hirngewebe abstirbt.

„Bei einem Schlaganfall handelt es sich meistens um eine Durchblutungsstörung. Das betroffene Hirngewebe ist dann bereits gefährdet, auch wenn der Hirninfarkt im CT noch nicht sichtbar ist“, erklärt Guri. „Deshalb ist schnelles Handeln so wichtig.“

Anschließend wurde Hermann Ellerbusch direkt auf die Stroke Unit, die spezialisierte Schlaganfallstation, aufgenommen und dort engmaschig überwacht.

„Ich merkte schon nach kurzer Zeit, dass die Lysetherapie wirkte. Das Kribbeln und Taubheitsgefühl ließen schnell nach, sodass ich am späten Nachmittag fast keine Symptome mehr hatte“, berichtet er erleichtert.

Ein MRT am Folgetag bestätigte schließlich einen leichten Schlaganfall. Während des stationären Aufenthalts erhielt Ellerbusch zusätzlich Physiotherapie, Ergotherapie und logopädische Betreuung.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Behandlung. Alle haben sich sehr professionell gekümmert – ein tolles Team“, sagt Ellerbusch.

Auch Bästlein betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die Behandlung eines Schlaganfalls ist immer Teamarbeit und eine interdisziplinäre Leistung. Das Zusammenspiel von Rettungsdienst, Notaufnahme, Radiologie, Pflege, Therapeuten und Ärzten ist entscheidend.“

Am Sonntag kann Hermann Ellerbusch nun gemeinsam mit seiner Familie seinen 86. Geburtstag feiern. Zwei Töchter, fünf Enkelkinder, ein Urenkel sowie Freunde und Bekannte werden mit ihm diesen besonderen Tag begehen – einen Geburtstag, für den er in diesem Jahr besonders dankbar ist.

 

Foto v.l.: Sandra Krüger, Pflegekraft, Bejtulla Guri, Oberarzt Neurologie, Basel Nassar, Arzt in Weiterbildung, Patient Hermann Ellerbusch, Stationsleitung Erika Bluoss, Dr. Martin Bästlein, Chefarzt Neurologie