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Neue Diagnostik bei Reflux: Kapsel-pH-Metrie erstmals in den Helios Kliniken Mittelweser eingesetzt

Sodbrennen, Schmerzen und schlaflose Nächte – viele Menschen leiden unter Refluxbeschwerden, ohne dass die Ursache eindeutig erkannt wird. Denn nicht immer sind die typischen Veränderungen der Speiseröhre sichtbar. Um auch versteckte Formen der Erkrankung sicher nachweisen zu können, nutzen die Helios Kliniken Mittelweser jetzt ein modernes, besonders schonendes Messverfahren, die sog. Kapsel-pH-Metrie. Der IT-Spezialist Thomas Hoffmann ist der erste Patient, bei dem Chefarzt Markus Bauer dieses Verfahren eingesetzt hat. 

22.04.2026 Lesedauer: - Min.
Patient mit Bauer Kapsel PH Metrie

Über Jahre hinweg litt Thomas Hoffmann unter starkem Sodbrennen, Magenschmerzen, schlaflosen Nächten und Schmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlten. „Es hat mich im Alltag massiv eingeschränkt. Vor allem nachts kam ich oft kaum zur Ruhe“, berichtet der Patient.

Um die Ursache seiner langjährigen Beschwerden genauer abzuklären, sollte Thomas Hoffmann auf Überweisung seines Gastroenterologen zur Bestimmung des pH-Wertes in der Speiseröhre in die Helios Kliniken Mittelweser kommen.

Bauer setzte zur Untersuchung erstmals ein modernes Verfahren ein: die Kapsel-pH-Metrie. Im Gegensatz zur herkömmlichen Methode, bei der eine dünne Sonde über die Nase in die Speiseröhre eingeführt wird und dort 24 Stunden verbleibt, arbeitet die Kapsel-pH-Metrie kabellos. Die wenige Millimeter große Kapsel wird im Rahmen einer kurzen Magenspiegelung an der Schleimhaut der Speiseröhre befestigt und misst über mehrere Tage hinweg den Säuregehalt.

„Klare Vorteile sind der Komfort für die Patientinnen und Patienten und die längere Messdauer“, erklärt Bauer.

Auch Thomas Hoffmann empfand die Untersuchung als unkompliziert: „Das Einsetzen per Magenspiegelung ging sehr schnell. Und auch danach habe ich die Kapsel nicht gemerkt – ich konnte ganz normal essen“.

Die Kapsel sendet die Messdaten drahtlos an ein Empfangsgerät. Nach einigen Tagen löst sie sich von selbst und wird auf natürlichem Weg ausgeschieden. Die längere Messdauer von bis zu 96 Stunden erhöht die Wahrscheinlichkeit, auch unregelmäßig auftretenden Reflux zu erfassen. Das ist besonders wichtig, da es zwei Formen der Erkrankung gibt: Eine sichtbare Form, bei der die Schleimhaut der Speiseröhre bereits geschädigt ist, sowie eine nicht sichtbare Form, bei der keine Veränderungen erkennbar sind, aber dennoch Beschwerden bestehen.

Die genaue Zuordnung von Beschwerden und Säurereflux ist entscheidend für die weitere Behandlung. Während bei nachgewiesenem Reflux säurereduzierende Medikamente helfen können, sind bei anderen Ursachen alternative Therapieansätze notwendig.

„Die Einführung der Kapsel-pH-Metrie ist für uns ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der Diagnostik“, ergänzt Bauer. „Wir können damit nicht nur präziser arbeiten, sondern unseren Patientinnen und Patienten auch eine deutlich angenehmere Untersuchung anbieten.“

Foto: v.l.: Markus Bauer, Chefarzt Gastroenterologie, mit Patient Thomas Hoffmann