Suchen
Menü
Schließen

Das Patientenwohl im Vordergrund: Ein Rückblick auf zehn erfolgreiche Jahre

Wo er ist, bleibt nichts liegen: Dr. Michael Stalp ist ein Mann der Tat. In nunmehr zehn Jahren als Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie sowie in acht Jahren als ärztlicher Direktor der Helios Kliniken Mittelweser hat er viel bewegt. Neben der Schaffung diverser Zentren, der Einführung neuer OP-Verfahren und Systeme sowie der Implementierung des kompletten Helios Qualitätsmanagementsystems in die vorherigen Strukturen zählt auch der Aufbau einer Partnerschaft in Brasilien zur Rekrutierung ausländischer Pflegekräfte zu seinen Errungenschaften. Doch so vielfältig seine Aktivitäten auch sein mögen, zielen sie doch letztlich alle in dieselbe Richtung: Dem Wohl seiner Patientinnen und Patienten.
16. Mai 2022

Über 500 selbst operierte Knieprothesen, 350 Hüftprothesen, 270 Gelenkwechsel-operationen, 200 Teilgelenksersatzoperationen, 100 Gelenkfrakturen, 150 komplexe Operationen an langen Röhrenknochen sowie zahlreiche weitere unfallchirurgische Operationen – das ist die Bilanz der Eingriffe, die Dr. Michael Stalp in seinen nunmehr zehn Jahren als Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie bei den Helios Kliniken Mittelweser selbst durchgeführt hat. Dazu kommen noch mindestens genauso viele Eingriffe, bei denen er assistiert hat. Er ist eben Chirurg durch und durch. 

Begonnen hat seine Karriere nach seinem Studium in der MHH in 1995 als Hubschrauberarzt, ebenfalls für die MHH. In diesen Einsätzen hat er viel gesehen – und letztlich war dies auch der Grund, warum er die unfallchirurgische Richtung eingeschlagen hat.

 „Der unfallchirurgisch-orthopädische Patient profitiert davon, wieviel Wissen man in die erste Behandlung steckt. Sprich: Je besser die Erstversorgung, desto vielversprechender der Behandlungserfolg“, erläutert der Chefarzt.

Entsprechend gestaltet sich auch sein weiterer Lebenslauf. Nach der Tätigkeit in unterschiedlichen chirurgischen Stationen der MHH mitsamt bestandener Facharztprüfung in der Chirurgie zog es ihn 2002 zunächst in das städtische Klinikum Hildesheim, wo er als Oberarzt tätig war und in 2005 seine Facharztprüfung für Orthopädie und Unfallchirurgie absolvierte. 2007 wechselte er in den Norden nach Sanderbusch, wo er die Position als Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie übernahm. Seit 2012 arbeitet er nun in selbiger Position in den Helios Kliniken Mittelweser.  

Auch hier geht Stalp in seinem Fach der Unfallchirurgie und Orthopädie voll und ganz auf. Auf seine Initiative hin werden in den Helios Kliniken Mittelweser drei Zentren gegründet und zertifiziert – zunächst das regionale Traumazentrum, danach das Alterstraumazentrum in Zusammenarbeit mit der Geriatrie am Standort Stolzenau. Ebenfalls besteht zwischenzeitlich ein Endoprothetikzentrum.

In seinem Lieblingsbereich der Hüft- und Knieprothetik stellt er die Eingriffe weitestgehend auf minimalinvasive Verfahren um. „Für die Patienten bringt dies nur Vorteile: Kleinere und schonendere Eingriffe reduzieren nicht nur das Risiko von Infektionen, sondern führen auch zu einer schnelleren Heilung“, erläutert Stalp. Das von ihm selbst mitentwickelte Pinschablonenverfahren zum hochpräzisen Einsatz eines Kniegelenkersatzes wendet er mit großem Erfolg bei zahlreichen Patientinnen und Patienten an. Auch die zuvor verwendeten Implantate selbst tauscht er aus, hin zu moderneren und knochenschonerenden Systemen. 

Doch auch andere Bereiche der Chirurgie kommen hinzu, z. B. die Wirbelsäulenchirurgie über Mohamad Hamdan, der seinerseits ebenfalls neue Verfahren mit ins Team bringt. Letzteres – das Team selbst – ist das, was ihm als Chefarzt besonders große Freude bereitet. „Ich habe ein exzellentes Team in der Abteilung. Jedes Teammitglied hat sein oder ihr eigenes Fachwissen mitgebracht, von dem auch die anderen natürlich lernen. Auch der Punkt der Weiterbildung ist bei uns sehr wichtig. Wir alle schauen, dass wir am Zahn der Zeit bleiben und tauschen unser Wissen untereinander aus. Die Zusammenarbeit macht einfach großen Spaß und wir können uns uneingeschränkt aufeinander verlassen. Wir sind so gut organisiert, dass die Abteilung auch ohne mich läuft“, betont Stalp. 

In 2014 kommt für den Chefarzt noch eine weitere Position hinzu, denn fortan trägt er auch den Titel des ärztlichen Direktors und ist damit Teil der Klinikleitung. Er verantwortet nun die gesamte medizinische Struktur im Haus - und der Anteil der Arbeit am Schreibtisch nimmt erheblich zu. Ein großer Posten der Anfangszeit, bedingt durch den Trägerwechsel, ist die Umstellung des gesamten Qualitätswesens. „Helios setzt wie kein anderer Klinikbetreiber auf Transparenz und eine exakte Dokumentation aller Zahlen. Das ist gut für die Patientinnen und Patienten, die sich informieren wollen, doch für uns war es damals erst einmal ein ganzes Stück Arbeit“, erinnert sich Stalp. Mittlerweile sind die Prozesse eingespielt und werden ganz nach dem Grundsatz der kontinuierlichen Verbesserung laufend überprüft und angepasst. Doch natürlich sind es auch viele andere Dinge, die im Bereich der Verwaltungsarbeit dazukommen.

 „Mein Job ist ein recht großer Spagat, und zwar mit Arbeitstagen, die früh beginnen und spät enden“, beschreibt Stalp seine Arbeit selbst. „Vormittags stehe ich am Operationstisch, danach findet die Sprechstunde statt und im Anschluss kümmere ich mich dann noch einige Stunden um die Verwaltungsarbeit.“ Obwohl der Anteil an „Schreibkram“, wie Stalp es so schön beschreibt, immer größer wird, liebt er noch immer die Arbeit am OP-Tisch. „Am meisten Spaß macht mir, Menschen, die mit massiven Schmerzen kommen, so zu operieren, dass sie sich wieder schmerzfrei bewegen können. Dann weiß ich, dass ich einen guten Job gemacht habe“, so Stalp.

Ein besonders großes Herz zeigt er, wenn es um Kinder geht. Das Projekt rund um die sog. Friedensdorf-Kinder hat er mit in die Klinik gebracht. „Es geht hierbei um Kinder, die aus Kriegsgebieten stammen und schwere orthopädische Fehlstellungen haben. Wir operieren diese Kinder kostenfrei, denn eine Operation könnte dort niemand für sie bezahlen“, erläutert der ärztliche Direktor. 

Und als hätte er nicht schon genug zu tun, hat er sich seit einiger Zeit ein ganz besonderes Projekt auf die Fahne geschrieben: Die Rekrutierung von brasilianischen Pflegekräften. „Das Projekt ist per Zufall entstanden und mittlerweile ein voller Erfolg. In Brasilien herrscht im Gegensatz zu Deutschland ein Pflegeüberschuss, d.h. fertige Absolventinnen und Absolventen warten jahrelang auf eine Anstellung. Zwei Kolleginnen sind bereits hier, viele folgen noch“, freut sich Stalp.

Bei all dem Arbeitspensum bleibt nur noch die Frage, welchen Ausgleich er sich privat schafft, um von seinem anstrengenden Arbeitsalltag abzuschalten. „Ich habe vier Kinder. Als sie klein waren, habe ich ihnen als Hobbyhandwerker große Klettergerüste konstruiert und gebaut“, lacht Stalp. Mittlerweile sind die Kinder groß. „Mein Ältester ist fast fertig mit seinem eigenen Medizinstudium und hat mir bereits bei Operationen assistiert. Die anderen beiden schlagen eine andere Richtung ein: Medizintechnik sowie Lehramt. Unsere kleinste Tochter ist noch in der Schule und macht im nächsten Jahr ihr Abitur.“ 

Und da es für ihn Zuhause auch nicht ständig etwas zu bauen gibt, segelt er auch gerne auf dem Steinhuder Meer. 

Was er jungen Leuten mitgeben möchte, die sich für seinen Beruf entscheiden: „Egal, wie stressig der Arbeitsalltag ist und was auch gerade mal nicht so laufen mag, wie man es sich vorstellt: Der Patient kann nichts dafür. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Patientenwohl bei allem, was wir tun, uneingeschränkt im Mittelpunkt steht.“ 

Besser hätte er auch sich selbst nicht beschreiben können, denn genau das ist das Erfolgsrezept, was ihn die letzten zehn Jahre in seiner Tätigkeit in den Helios Kliniken Mittelweser begleitet hat - und noch hoffentlich für viele Jahre begleiten wird. 
 

Foto: Beherrscht den Spagat zwischen Schreibtisch und OP-Saal: Dr. Michael Stalp mit Kugelschreiber und Skalpell

Das Patientenwohl im Vordergrund: Ein Rückblick auf zehn erfolgreiche Jahre