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Die Speiseröhre ist die Verbindung zwischen Mund und Magen. Sie ist ein muskulärer Schlauch, der auf der Innenseite mit einem Schleimhautepithel überzogen ist. Die Muskulatur der Speiseröhre ist zu koordinierten Kontraktionen in der Lage und somit befähigt Nahrung wie auch Flüssigkeiten in den Magen, aber manchmal auch aus dem Magen, zu befördern. Erst wenn es Probleme bei diesem Nahrungs- oder auch Flüssigkeitstransport gibt, kommt die Speiseröhre in der Regel zur Wahrnehmung.
Wir behandeln Erkrankungen der Speiseröhre in enger Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der Gastroenterologie. Viele Erkrankungen lassen sich durch Medikamente und andere nicht-operative Maßnahmen gut behandeln. Sollte ein operativer Eingriff zur Behebung oder infolge von Speiseröhrenerkrankungen nötig sein, stehen wir Ihnen mit vielfältigen chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten zur Seite. Um das für Sie richtige Verfahren auszuwählen, beraten wir Sie ausführlich und klären Sie umfassend über die Behandlung und deren Risiken auf.
Nach einem ersten Gespräch zu Beschwerden und Vorerkrankungen nehmen wir Ihnen Blut ab und führen verschiedene körperliche Untersuchungen durch. Um Veränderungen an der Speiseröhre festzustellen, nutzen wir unter anderem die Speiseröhren- und Magenspiegelung. Außerdem führen wir ggf. eine Langzeitsäuremessung (pH-Metrie) und eine Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie) durch. Bei Tumorerkrankungen wird die Diagnostik durch eine Computertomographie und ggf. ein MRT ergänzt.
Tumorerkrankungen der Speiseröhre
Tumorerkrankungen werden durch Schluck- und Passagestörungen symptomatisch. Diese können als schmerzhaft oder drückend empfunden werden. Wenn ein Hindernis in der Speiseröhre den Weitertransport der Nahrung verhindert, dann wird diese - manchmal sehr vehement - wieder rückwärts heraustransportiert: man erbricht. Mögliche Hindernisse, die so eine Symptomatik hervorrufen können, sind entzündliche, narbige Verengungen, aber auch Tumoren der Speiseröhre. Daher sollten länger andauernde Phasen mit solchen Symptomen rechtzeitig durch eine Spiegelung abgeklärt werden.
Sobald die Diagnose eines Tumors in der Speiseröhre verdächtigt wird oder gestellt wurde, wird eine Umfelddiagnostik (engl. Staging-Diagnostik) veranlasst, um die lokale Ausdehnung des Tumors festzustellen und eine Ausbreitung des Tumors auf andere Organe, wenn möglich auszuschließen. Diese Umfeld-Diagnostik erfolgt in der Regel durch einen kurzen stationären Aufenthalt und beinhaltet eine Computertomographie, eine endoskopische Ultraschalluntersuchung, eine exakte Höhen Bestimmung des Tumors in der Speiseröhre durch Spiegelung wie auch eine Probenentnahme zur feingeweblichen Typisierung des Tumors. Die Ergebnisse der dieser Diagnostik werden in der hausinternen Tumorkonferenz vorgestellt und diskutiert. Dort wird dann auch entsprechend der aktuellen Leitlinien die bestmögliche Therapie empfohlen und die weiteren Schritte der Behandlung für den Patienten organisiert. Meist wird zunächst eine Vorbehandlung durch Chemotherapie und/oder Bestrahlung empfohlen, um den Tumor zu verkleinern und mögliche weiter entfernte Lymphknotenmetastasen zu behandeln. Diese Therapiephase erfolgt ambulant und dauert 2-3 Monate.
Darauf erfolgt dann die chirurgische Entfernung des Tumor-tragenden Abschnittes der Speiseröhre. Diese Operation wird in unserem Hause vollständig in minimal-invasiver Technik durchgeführt. Die entfernte Speiseröhre wird meist durch einen zu einem Schlauch umgeformten Magen ersetzt. Erst mit der chirurgischen Entfernung (Resektion) ist der entscheidende therapeutische Schritt getan und erst mit der feingeweblichen Begutachtung des Tumors kann der Pathologe eine Klassifizierung vornehmen. Anhand der Klassifizierung lässt sich dann auch die Prognose der Erkrankung abschätzen.
Je nach Vorbehandlung und Klassifikation des Tumors kann es notwendig sein, dass auch postoperativ noch eine ergänzende Chemotherapie empfohlen wird.
Nach Vorbehandlung, Operation und eventueller Nachbehandlung befindet sich der Patient schließlich in der Nachsorge. In dieser Zeit werden in regelmäßigen Abständen ambulante Spiegelungen, Computertomographien und Laboruntersuchungen veranlasst, um ein mögliches Auftreten neuer Tumorherde oder Metastasen auszuschließen bzw. rechtzeitig zu bemerken. Nach etwa fünf Jahren endet die Pflichtnachsorge. Dennoch empfehlen wir eine Fortsetzung mit jährlichen Spiegelungen, um den Lokalbefund an der Verbindungsstelle zwischen Magenschlauch und Restspeiseröhre zu kontrollieren.
Refluxerkrankungen und Sodbrennen
Während die Tumorerkrankungen der Speiseröhre mit einer Häufigkeit von ca. 15 pro 100.000 Einwohner pro Jahr relativ selten sind, ist das Sodbrennen fast schon eine Volkskrankheit. Ursache für das Sodbrennen ist ein Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre – auch Reflux genannt. Die Magensäure verursacht in der Speiseröhre eine Entzündung, die wenn keine Abhilfe geschaffen wird, chronifiziert und zu einer dauerhaften Veränderung der Schleimhaut der Speiseröhre führt. Diese Schleimhautveränderung wird als Barrett-Schleimhaut bezeichnet und gilt als Vorstufe zum Krebs der Speiseröhre. Manche Patienten mit der Diagnose eines Barrett-Karzinoms der Speiseröhre berichten, dass sie nie Symptome eines typischen Sodbrennens hatten, und dennoch hat man bei der Spiegelung neben dem Tumor die typischen Zeichen einer langjährigen Refluxerkrankung gefunden. Das heißt, dass ein Reflux bestehen kann, ohne dass dieser als Sodbrennen empfunden werden muss.
Ist eine medikamentöse Therapie nicht ausreichend und wird damit eine Operation notwendig, nutzen wir in der Regel ein minimal-invasives Verfahren. Unsere Operationsverfahren umfassen eine Rekonstruktion des Zwerchfellbruchs, ggf. die Bildung einer Magenmanschette als Ventil zum Stoppen des Säurerückflusses sowie ggf. auch eine Fixierung des Magens am Zwerchfell. So stellen wir die natürlichen Verhältnisse am Übergang von der Speiseröhre zum Magen wieder her.
In der Regel braucht der Patient danach keine Medikamente gegen das Sodbrennen mehr einzunehmen.
Wir behandeln Erkrankungen von Magen und Darm in enger Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der Gastroenterologie. Viele Erkrankungen lassen sich durch Medikamente und andere nicht-operative Maßnahmen gut behandeln. Sollte ein operativer Eingriff nötig sein, stehen wir Ihnen mit den vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten der Bauchchirurgie zur Seite. Wir behandeln sowohl gut- als auch bösartige Magen- und Darmerkrankungen. Um das für Sie richtige Verfahren auszuwählen, beraten wir Sie ausführlich und klären Sie umfassend über die Behandlung und deren Risiken auf.
Um Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes zu untersuchen, stehen uns verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Nach einem einleitenden Gespräch zu Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen nehmen wir Ihnen Blut ab, um dieses im Labor zu untersuchen. Außerdem führen wir verschiedene körperliche Untersuchungen durch, zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen, Magen-, Darm- oder Enddarmspiegelungen sowie Computer- und Magnetresonanztomografie. Magen- und Darmerkrankungen behandeln wir je nach Lage und Ausmaß der Erkrankung entweder offen-chirurgisch oder minimal-invasiv.
Wir behandeln unter anderem
- Gut- und bösartige Tumoren des Dünn-, Dick und Enddarms
- Entzündungen und Geschwüre an der Schleimhaut des Magens oder des Zwölffingerdarmes
- Akute und chronische Entzündungen des Dick- und Dünndarms (z.B. Ausstülpungen (Divertikel), Morbus Chron, Colitis ulcerosa)
- „Blinddarmentzündungen“ (Appendizitis)
- Infektionen und Funktionsstörungen des Dünn- und Dickdarms
- Erkrankungen an Mast- und Enddarm (z.B. Hämorrhoiden, Analfisteln, Abzesse)
Bei schweren Erkrankungen wie Darmkrebs kann es erforderlich sein, bestimmte Gewebeteile des Darms teilweise oder komplett zu entfernen. Dabei kommt vor allem die Schlüssellochchirurgie zum Einsatz. Sie ist für den Patienten besonders schonend. Auch Erkrankungen des Enddarms wie Hämorrhoiden, Fissuren oder Fisteln sind ein Schwerpunkt unserer Abteilung. Eine geeignete Operationsmethode wählen wir anhand des genauen Krankheitsbildes aus. Um das für Sie richtige Verfahren auszuwählen, beraten wir Sie ausführlich zu den Verfahren und klären Sie umfassend über die Behandlung und deren Risiken auf.
Die Bauchspeicheldrüse (gr. Pankreas) liegt quer im Oberbauch und hinter dem Magen. Der sogenannte Kopf der Bauchspeicheldrüse liegt auf der rechten Seite, unterhalb der Leber und wird eingefasst vom Zwölffingerdarm. Der Schwanz der Bauchspeicheldrüse liegt im linken Oberbauch und berührt hinter dem Magen die Milz. Durch den Kopf der Bauchspeicheldrüse zieht der Hauptgallengang aus der Leber zum Zwölffingerdarm und mündet dort an der Papille in ebendiesen. In den Hauptgallengang mündet im Bauchspeicheldrüsenkopf der vom Pankreasschwanz kommende Bauchspeicheldrüsenhauptgang.
Die Bauchspeicheldrüse bildet Verdauungsenzyme, welche sie über den Bauchspeicheldrüsenhauptgang und im letzten gemeinsamen Abschnitt mit dem Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm abgibt. Dies Enzyme spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette der Nahrung im Darm. Außerdem bildet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin, welches den Blutzuckerspiegel reguliert, und das Hormon Somatostatin, welches wiederum die Sekretion andere Hormone beeinflusst.
Die häufigste Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die einer chirurgischen Behandlung bedarf, ist das Bauchspeicheldrüsenkarzinom. Dieser Tumor wird häufig erst spät erkannt, da er eine ganze Weile lang unbemerkt wächst und oftmals erst dann symptomatisch wird, wenn er bereits in die drainierenden Lymphbahnen eingebrochen ist und bereits Lymphknotenmetastasen hervorgerufen hat. Befindet sich der Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse, so resultiert häufig eine Kompression des Hautgallenganges, was wiederum zu einem Auf- und Rückstau der Galle in die Leber führt. Hierdurch kann der gelbe Gallenfarbstoff (Bilirubin) nicht ausgeschieden werden und flutete im Blut an. Die Patienten eine auffällige Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus). Da dieser Vorgang im Gegensatz zu Koliken oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse meist schmerzlos ist, ist dieser schmerzlose Ikterus das Leitsymptom für eine bösartige Tumorerkrankung im Bauchspeicheldrüsenkopf.
Die einzige erfolgversprechende Therapie bei einem Karzinom der Bauchspeicheldrüse ist die Entfernung des Tumors durch eine Operation. Eine Bestrahlung kommt aufgrund der ungünstigen Lage des Organes im Zentrum des Oberbauches nicht in Frage und auch Chemotherapeutika haben bislang nur eine begrenzte Wirksamkeit bei gleichzeitig hoher Toxizität. Allerdings werden immer wieder neue Medikamente entwickelt und in Studien erprobt. Z.B. werden inzwischen früher als inoperabel geltende Tumoren heute manchmal chemotherapeutisch vorbehandelt, um dann durch eine erneut CT- und MRT-Diagnostik zu beurteilen, ob möglicherweise der Tumor soweit zurückgedrängt werden konnte, dass doch noch eine Operation möglich ist.
Die Operation zur Entfernung eines bösartigen Tumors des Bauchspeicheldrüsenkopfes wird Kausch-Whipple-Operation genannt. Dabei wird der Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse gemeinsam mit dem Zwölffingerdarm (grau) entfernt. Zurück bleiben ein abgesetzter und offener Hauptgallengang, ein am distalen Ende eröffneter Magen, eine offene Dünndarmschlinge und natürlich der Rest der Bauchspeicheldrüse mit offener Resektionsfläche und offenem Bauchspeicheldrüsenhauptgang. Jede eröffnete Struktur muss wieder so angeschlossen werden, so dass Gallenflüssigkeit und der Bauchspeicheldrüsensaft wieder mit der Nahrung aus dem Magen im Dünndarm vermengt werden. Dafür kommen im Wesentlichen zwei Rekonstruktionsverfahren zum Einsatz: die Kausch-Whipple Operation oder die als PPPD abgekürzte Variante. Tumoren des Körpers oder des Schwanzes der Bauchspeicheldrüse hingegen lassen sich meist ohne eine aufwändige Rekonstruktion operativ entfernen und viele dieser Operationen können in minimalinvasiver Technik (Schlüsselloch-Chirurgie) durchgeführt werden.
Sollte ein operativer Eingriff nötig sein, um einen Tumor zu behandeln, stehen wir Ihnen mit den vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten der Chirurgie zur Seite. Je nach Art und Ausmaß der Erkrankung sowie Ihrem persönlichen Gesundheitszustand operieren wir entweder minimal-invasiv oder offen-chirurgisch. Um das für Sie richtige Verfahren auszuwählen, beraten wir Sie ausführlich und klären Sie umfassend über die Behandlung und deren Risiken auf.
Unser operatives Spektrum bei gut- und bösartigen Tumorerkrankungen umfasst:
Erkrankungen des gesamten Verdauungstraktes einschließlich Leber, Magen und Darm
Komplexe Operationen mehrerer Organsysteme (auch fachübergreifend mit Kollegen anderer Abteilungen)
Weichteiltumoren an Körperstamm (Oberkörper) und Extremitäten (Arme und Beine)
Erkrankungen der Schilddrüse
Unsere Tumorkonferenz
Bei der Behandlung von Tumoren arbeiten verschiedene medizinische Fachbereiche zusammen, um gemeinsam die optimale Therapie für den Patienten festzulegen. In der wöchentlich stattfindenden sogenannten Tumorkonferenz besprechen wir die Therapie jedes Krebspatienten einzeln. Neben Ärzten unseres Hauses sind auch niedergelassene Mediziner bei diesem Treffen anwesend. Per Telekonferenz sind andere Experten, auch aus entfernteren, kooperierenden Kliniken, zugeschaltet.
Gemeinsam legen wir individuelle und verbindliche Empfehlungen für die Behandlung jedes einzelnen Patienten fest. Dies umfasst sowohl die Planung von Vor- und Nachbehandlung (Chemotherapie, Strahlentherapie) sowie die Operation in der Klinik und die Nachbetreuung in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten. Die Entwicklung der Empfehlungen erfolgt nach den neuesten medizinischen Leitlinien.
Die Schilddrüse sitzt im vorderen Halsbereich und hat die Form eines Schmetterlings. Das Organ erfüllt zahlreiche Aufgaben in unserem Körper. Von der Schilddrüse produzierte Hormone beeinflussen Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und Psyche. Wenn die Schilddrüse Probleme bereitet, schlägt sich dies auf den gesamten Organismus nieder und der gesamte Stoffwechsel ist gestört.
Wir behandeln unter anderem
- Gutartige Erkrankungen der Schilddrüse
- Bösartige Erkrankungen der Schilddrüse (Schilddrüsenkrebs)
- Erkrankungen der Nebenschilddrüse
Drückt ein Organ zu stark auf die Bauchwand, kann es nach außen treten, wodurch eine sackartige Ausstülpung entsteht. Dies geschieht zumeist, wenn der natürliche Druck im Bauchraum beispielsweise durch schweres Heben oder starkes Husten erhöht wird. Der bekannteste und häufigste Bruch ist der Leistenbruch. Darüber hinaus behandeln wir auch Bauchwand-, Zwerchfell- und Narbenbrüche.
Diagnose & Behandlung
Wir diagnostizieren eine Hernie durch eine körperliche Untersuchung im Liegen und im Stehen. Gegebenenfalls kann die Diagnose durch eine Ultraschalluntersuchung oder auch Schnittbilddiagnostik (MRT / CT) bestätigt werden. Zwar sind Hernien an sich nicht immer gefährlich, jedoch bilden sie sich nicht von alleine zurück. Außerdem kann zum Beispiel der durch die Bauchdecke vorgefallene Darm eingeklemmt werden. Geschieht das mit einem Organ, wird es von der Blutzufuhr abgeschnitten und kann absterben.
Daher wird eine Hernie möglichst operativ behandelt. Nur so können die Bauchorgane zurückverlegt und die entstandenen Brüche dauerhaft verschlossen werden. Ob wir minimal-invasiv oder offen-chirurgisch operieren, hängt vom Ausmaß der Hernie sowie Ihrer persönlichen Situation ab. Nur mit dem für Sie passenden Operationsverfahren können wir die Festigkeit der Bauchwand wiederherstellen und verhindern, dass es zu einem erneuten Bruch kommt. Gegebenenfalls stärken wir Ihre Bauchwand durch den Einsatz eines feinen Kunststoffnetzes.
Mit zunehmendem Gewicht stellen sich immer mehr Erkrankungen und Beschwerden ein, wie Rücken- und Gelenkschmerzen, Schlafapnoe, Depressionen und Diabetes mellitus. Auch das Risiko, eine bösartige Geschwulst zu entwickeln, steigt mit dem Körpergewicht. Wir bieten übergewichtigen Patienten eine umfassende Beratung und operative Therapiemöglichkeiten bei Adipositas an.
Magenteilentfernung (Schlauchmagen)
Um das Gewicht zu reduzieren entfernen wir einen Teil des Magens. So verringern wir die Zahl der hungerhormonproduzierenden Zellen im Magen, wodurch Patienten in der Regel weniger Nahrung zu sich nehmen. Damit dieser Effekt eintritt, entfernen wir bis zu 90 Prozent des Magenvolumens, sodass der Magen die Form eines Schlauches bekommt. Der natürlichen Mageneingang sowie -ausgang bleiben dabei erhalten.
Die genaue Ursache der Adipositas ist bis heute nicht bekannt. Es handelt sich um ein vielschichtiges Krankheitsbild. Ursächlich beteiligt an krankhaftem Übergewicht scheinen genetische und hormonelle Faktoren zu sein, ebenso Umwelteinflüsse, die Stoffwechselsituation sowie das Ausmaß körperlicher Aktivität. Die Behandlung von Adipositas sollte interdisziplinär aus einem Team von Psychologen, Ernährungstherapeuten und Physiotherapeuten erfolgen. Außerdem besteht die Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffs zur Unterstützung der Gewichtsabnahme. Wir bieten zwei Behandlungsmöglichkeiten: Die Magenteilentfernung sowie die Magenumgehung.
Magenumgehung (Magenbypass)
Bei der Bypassoperation formen wir im oberen Bereich des Magens eine kleine Magentasche, die wir vom übrigen Magen trennen. Dieser kleine, aktive Magenanteil wird sodann mit einer Dünndarmschlinge verbunden, damit wird der größere Anteil des Magens und eines Teils des Dünndarmes aus dem Verdauungstrakt ausgeschaltet. Der „aktive“ Magenanteil wird so in den „tieferen“ nahrungstransportierenden Darmanteil eingeleitet. Dadurch wird die Nahrung nur verzögert mit Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekret vermischt, die bei der Nährstoffabsorption helfen. Die nicht absorbierte Nahrung verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl.
Kleine Schnitte, große Wirkung: Wo früher große Schnitte nötig waren, werden heute Untersuchungen und Behandlungen „minimal-invasiv“ über kleinste Öffnungen durchgeführt. Das ist schonender und verkürzt den Heilungsprozess.
Bei der sogenannten Schlüssellochchirurgie handelt es sich um verschiedene Operationsverfahren, bei denen wir anstatt eines großen Hautschnittes mehrere kleine Hautschnitte machen. Über die Hautschnitte schieben wir kleine Lichtquellen, eine Videokamera und verschiedene chirurgische Instrumente in die entsprechende Körperhöhle vor. Über einen Monitor erhalten wir so Einblicke in das Körperinnere. Mithilfe der chirurgischen Instrumente können außerdem Gewebeproben entnommen und operative Maßnahmen durchgeführt werden.
Minimal-invasive Eingriffe sind in der Regel schonender und belasten den Körper weniger als konventionelle, offen-chirurgische Operationen. Die kleineren Hautschnitte verheilen leichter und es bleiben nur kleine Narben zurück. Außerdem haben Sie meist weniger Schmerzen nach der Operation und der Aufenthalt im Krankenhaus gestaltet sich kürzer. Die Entscheidung, ob wir für eine Operation das offen-chirurgische oder minimal-invasive Verfahren nutzen, ist von Art und Ausmaß des Eingriffes sowie vom Gesundheitszustand des Patienten abhängig. Vor einer Operation besprechen wir mit Ihnen, welche Form des Eingriffes die für Sie bessere und sicherere ist.
Einsatz in der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Wir setzen die minimal-invasive Technik bei der Laparoskopie (Bauchspiegelung) zur Untersuchung und Behandlung folgender Erkrankungen ein:
- Zwerchfellbruch
- Leistenbruch
- Bauchdecken-/Narbenbruch
- Refluxkrankheit
- Bestimmte Magentumore
- Magen-/Zwölffingerdarmperforation
- Gallenblasenentfernung
- Leberzystenaufdeckelung
- Leberteilresektion
- Blinddarmentzündung (Appendizitis)
- Gutartige Erkrankungen mit Teilentfernung des Darms
- Dickdarmkrebs, Mastdarmkrebs
Bei der offen-chirurgischen Operation handelt es sich um die ursprüngliche Methode für Eingriffe in der Chirurgie. Viele Operationen können wir auch schon minimal-invasiv vornehmen.
Bei einer offen-chirurgischen Operation führt der Chirurg einen möglichst kleinen, aber ausreichend großen Hautschnitt durch, um an das erkrankte oder verletzte Organ zu gelangen und dieses schonend zu behandeln. Der Chirurg hat so eine klare Übersicht und direkten Zugriff auf den gesamten Bereich, in dem die Operation vorgenommen wird. Nach der Behandlung des Organs schließt der Chirurg den Schnitt wieder.
Die Entscheidung, ob wir für eine Operation das offen-chirurgische oder minimal-invasive Verfahren nutzen, hängt von Art und Ausmaß des Eingriffes sowie dem Gesundheitszustand des Patienten ab. Vor einer Operation besprechen wir mit Ihnen, welche Form des Eingriffes die für Sie bessere und sicherere ist.
Hernien – das sind Leisten-, aber auch Nabel, Narben-, Bauchwand- und innere Brüche. Als einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe unterliegen die Hernien-Operationen in den Helios Kliniken Mittelweser durch den Eintrag in das bundesweite „Herniamed“-Register einer besonderen Qualitätssicherung und patientenzugewandten Transparenz. Hierfür wird von der Deutschen Gesellschaft für Hernienchirurgie das Siegel für qualitätsgesicherte Hernienchirurgie ausgestellt.
Operationen an Eingeweidebrüchen zählen zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Da hier eine Qualitätssicherung besonders wichtig ist, haben sich die Helios Kliniken Mittelweser in das deutschlandweite Register Herniamed eingetragen.
Bei der gemeinnützigen Gesellschaft Herniamed handelt es sich um ein bundesweites Netzwerk von besonders an der Hernienchirurgie interessierten Chirurgen. Voraussetzung für den Eintrag sind u.a. eine bestimmte Anzahl von durchgeführten Hernien-Operationen pro Jahr. Hierbei ist nicht relevant, ob es sich um eine Klinik oder eine chirurgische Praxis handelt.
Kernpunkt des Herniamed-Projekts ist eine internetbasierte Qualitätssicherungsstudie, in die alle Kliniken und niedergelassenen Chirurgen kostenfrei ihre durchgeführten Hernienoperationen nach fundiertem wissenschaftlichem Standard eingeben können. Die Ergebnisse der Behandlungen werden bis zu zehn Jahre nachverfolgt, um später auftretende Probleme sicher zu erkennen. Auf der Basis dieser Ergebnisse können die Experten dann die besten Therapieoptionen für die Patienten erarbeiten.
Das Thema Datenschutz darf jedoch auch hier nicht vernachlässigt werden: Die Patientinnen und Patienten werden zuvor per Einverständniserklärung gefragt, ob ihre Daten in das Register eingetragen werden. Die Datenübertragung ist allerdings anonym, es werden hauptsächlich Punkte wie Körpergröße, Gewicht, Geschlecht und Alter erfasst.
Die der OP nachgelagerte Befragung der Patientinnen und Patienten ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Dabei werden die Fragebögen den Patientinnen und Patienten in gewissen zeitlichen Abständen zugesandt: Erstmalig nach einem Jahr, dann nach drei Jahren und nach fünf Jahren. Hier werden die Zufriedenheit, das allgemeine Befinden und mögliche Nachwirkungen des Eingriffs abgefragt. Dies bietet nicht nur einen umfassenden Überblick für die behandelnden Ärzte, sondern ist auch eine Sicherheit für die Patienten, die dann ggf. auch zu einer weiteren Nachuntersuchung einbestellt werden.
Doch auch andere Faktoren wie regelmäßige Pflichtfortbildungen für die Chirurgen oder die Vereinheitlichung von Operationsstandards sind Teil des Projekts - denn Transparenz ist hierbei das A und O. Anhand der Erfassung von Komplikations- und Reoperationsraten können auch die unterschiedlichen Operationsverfahren für die unterschiedlichen Arten der Brüche bewertet werden.
Innere Brüche sind unter anderem Leisten-, Nabel-, Narben- oder Bauchwandbrüche. Das Risiko für diese Art von Brüchen erhöht sich ab einem Alter von 35 Jahren durch die zunehmende Bindegewebsschwäche. Das klassische „Verheben“, mit dem die meisten Menschen einen Hernienbruch verbinden, ist hier nur eine sehr seltene Ursache. Häufig entstehen die Brüche auch ohne vorherige körperliche Anstrengung. Begleitende Ursachen können chronische Darm – oder auch Atemwegserkrankungen, starker Husten, Asthma oder Übergewicht sein.
Die Operation selbst erfolgt in den meisten Fällen minimal-invasiv durch Einbringung eines stabilisierenden Netzes. Hierbei hängt die Wahl der Operationsmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. von der Größe des Bruchs oder dem Gesundheitszustand des Patienten.
Auch nach außen hin ist die qualitätsgesicherte Hernienchirurgie nun sichtbar: Die Helios Kliniken Mittelweser tragen das Qualitätssiegel der Deutschen Gesellschaft für Hernienchirurgie.
Ein „Bruch“ in der Bauchwand heilt niemals von selbst. In der modernen Hernienchirurgie steht heute nicht mehr nur der Verschluss der Lücke im Vordergrund, sondern die dauerhafte Stabilisierung und eine schnelle Rückkehr in den Alltag.
Was ist eine Hernie?
Eine Hernie (Eingeweidebruch) entsteht, wenn durch eine Schwachstelle in der Bauchwand Gewebe nach außen tritt. Dies kann angeboren sein oder durch Belastung, Übergewicht oder schwaches Bindegewebe entstehen.
Die häufigsten Bruchformen
Leistenbruch: Die häufigste Form, oft erkennbar durch eine Wölbung in der Leistengegend.
Nabelbruch: Eine Lücke direkt am oder um den Bauchnabel herum.
Narbenbruch: Tritt häufig nach vorangegangenen Bauchoperationen an der alten OP-Narbe auf.
Zwerchfellbruch: Hier verlagern sich Anteile des Magens in den Brustraum (oft verbunden mit Sodbrennen).
(05021) 9210-6300
Die Helios Kliniken Mittelweser haben einen neuen Chefarzt für die Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie: Privatdozent Dr. med. Nikos Emmanouilidis bringt jahrzehntelange Erfahrung aus führenden chirurgischen Zentren mit. Der ausgewiesene Spezialist für minimal-invasive und onkologische Chirurgie soll das viszeralchirurgische Angebot der Klinik weiter ausbauen. Ein besonderer Fokus liegt künftig auf der Viszeralonkologie, der Hernienchirurgie sowie der Weiterentwicklung des Darmkrebszentrums.
Adipositas ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten weltweit und wird oft falsch verstanden. Anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 04.03.2025 beantwortet Dr. Xaver Kolaska, Sektionsleiter der Adipositas-Chirurgie an den Helios Kliniken Mittelweser, fünf zentrale Fragen, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Für sich und ihre Familie ein gesundes Leben führen – das war das Ziel von Adipositaspatientin Janna Seng, als sie sich nach unzähligen Diätversuchen bei Dr. med. Xaver Kolaska, Sektionsleiter Adipositaschirurgie an den Helios Kliniken Mittelweser, vorstellte und sich nach eingehender Aufklärung für eine Schlauchmagen-Operation entschied. Ihr Ziel hat sie erreicht: Ein Jahr später hat sie ihr Gewicht von 173 kg auf gerade mal 82 kg reduziert, kann sich mit Normalgewicht wieder sportlich betätigen und ihr Leben ganz anders genießen. Den Eingriff kann die 40-Jährige anderen adipösen Patientinnen und Patienten nur empfehlen.