Kiefernekrosen sind Erkrankungen, bei denen sich Teile eines Knochens entzündlich verändern und der Knochen schließlich abstirbt. Als Ursache spielen vor allem eine vorherige Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich als auch Knochenstoffwechsel-aktive Medikamente (beispielsweise Bisphosphonate, Antikörper, Immuntherapeutika), welche im Rahmen von Krebstherapien und Osteoporose appliziert werden, eine wichtige Rolle.
Bei allen Arten der Kiefernekrose kommt es zu einer reduzierten Blutversorgung des Knochens mit Sauerstoffmangel. Hierbei ist der Unterkiefer aufgrund der anatomischen Gegebenheiten deutlich häufiger betroffen als der Oberkiefer. Klinisch zeigt sich ein freiliegender Knochen über mindestens 8 Wochen ohne Abheilungstendenz. Je nach Stadium können darüber hinaus Schmerzen, Weichteilschwellungen, Zahnlockerungen, Eiteraustritt, Fisteln, Gefühlsstörungen oder pathologische Kieferfrakturen auftreten.
Zur Prophylaxe, Therapie und langfristigen Nachsorge ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen MKG-Chirurgie, Onkologie, Strahlentherapie und Zahnmedizin unumgänglich.
Unser Behandlungsangebot umfasst:
- Ausführliche individuelle Beratung
- Präzise Diagnostik und Analyse durch 3D-Untersuchung mittels digitaler Volumentomographie oder CT
- Bei Bedarf weiterführende Diagnostik mittels Szintigrafie / SPECT
- Interdisziplinäre Absprache aller beteiligten Fachdisziplinen
- Chirurgische Therapie mit begleitender Antibiose
- Rekonstruktive Maßnahmen aller Art bei Bedarf
- Enge Nachsorge nach interdisziplinärer Absprache