Besonders ältere Menschen, Kinder, chronisch Erkrankte sowie Personen, die körperlich schwer arbeiten oder Sport treiben, sind bei großer Hitze gefährdet. „Viele Beschwerden lassen sich vermeiden, wenn man einige einfache Regeln beachtet und auf die Signale des eigenen Körpers hört“, erklärt Dr. med. Marco Polo Peich, Chefarzt des Notfallzentrums der Helios Klinik Köthen.
Hitze belastet den Körper
Bei hohen Außentemperaturen versucht der Körper, sich durch Schwitzen abzukühlen. Dabei verliert er Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, können Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Kreislaufprobleme entstehen.
Auch leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt können den Körper entlasten. Empfehlenswert sind beispielsweise wasserreiches Obst wie Melonen oder Beeren, Gemüse sowie leichte Speisen.
Hitzeschäden erkennen: Von der Erschöpfung bis zum Hitzschlag
Eine leichte Hitzeerschöpfung zeigt sich häufig durch starken Durst, Müdigkeit, Schwächegefühl oder Konzentrationsprobleme. Kritischer wird es bei einem Sonnenstich oder einem Hitzschlag. „Ein Sonnenstich kann nach längerer direkter Sonneneinstrahlung auftreten und äußert sich unter anderem durch Kopfschmerzen, Nackenbeschwerden, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen“, erklärt Chefarzt Dr. med. Peich.
Ein Hitzschlag ist hingegen ein medizinischer Notfall. Typische Anzeichen können eine sehr heiße Haut, Verwirrtheit, Krämpfe, Erbrechen, starke Schwäche oder Bewusstseinsstörungen sein. Betroffene sollten sofort aus der Hitze gebracht, gekühlt und ärztlich versorgt werden.
Ausreichend trinken: Flüssigkeit ist entscheidend
Bei hohen Temperaturen verliert der Körper deutlich mehr Flüssigkeit als gewöhnlich. „Regelmäßiges Trinken ist an heißen Tagen besonders wichtig. Wer erst trinkt, wenn der Durst kommt, hat häufig bereits einen Flüssigkeitsmangel“, erklärt der Mediziner.
Geeignet sind vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen. Auch Getränke mit Mineralstoffen können sinnvoll sein, da beim Schwitzen neben Wasser auch Salze verloren gehen. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die Trinkmenge individuell mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abstimmen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und kleine Kinder, da ihr Durstgefühl oft weniger ausgeprägt ist. Eltern sollten daher darauf achten, dass Kinder regelmäßig trinken.
Achtung: Kinder und Tiere niemals im Auto lassen
Ein besonders wichtiger Hinweis: Kinder und Tiere dürfen niemals allein in einem geparkten Auto zurückgelassen werden – auch nicht für kurze Zeit oder bei geöffnetem Fenster.
Bereits bei moderaten Außentemperaturen kann sich ein Fahrzeug innerhalb weniger Minuten stark aufheizen. Im Innenraum können lebensgefährliche Temperaturen entstehen. Babys, Kleinkinder und Hunde können ihre Körpertemperatur deutlich schlechter regulieren als Erwachsene und sind dadurch besonders gefährdet. „Ein vermeintlich kurzer Einkauf oder ein kurzer Weg kann für ein Kind oder Tier im Auto lebensbedrohlich werden“, warnt Dr. med. Marco Polo Peich.
Kleidung, Schatten und Sonnenschutz helfen
Lockere, helle Kleidung aus atmungsaktiven Materialien unterstützt die natürliche Kühlung des Körpers. Eine Kopfbedeckung schützt besonders Kinder und ältere Menschen vor direkter Sonneneinstrahlung. Zusätzlich sollte die Haut mit geeigneter Sonnencreme geschützt werden. Direkte Sonne sollte möglichst vermieden werden, insbesondere bei empfindlichen Personen.
Wohnung kühl halten und richtig abkühlen
Um Innenräume möglichst angenehm zu halten, empfiehlt es sich, tagsüber Fenster geschlossen zu halten und früh morgens oder abends zu lüften. Außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden oder Markisen kann zusätzlich helfen. Ventilatoren können die Luftbewegung verbessern und dadurch als angenehm empfunden werden. Klimaanlagen sollten nicht zu kalt eingestellt werden, da große Temperaturunterschiede den Kreislauf zusätzlich belasten können.
Die wichtigsten Hitzetipps auf einen Blick:
- regelmäßig trinken, auch ohne Durstgefühl
- direkte Sonne und große körperliche Belastung in der Mittagshitze vermeiden
- leichte Kleidung und Kopfbedeckung tragen
- Schattenplätze nutzen
- Kinder und Tiere niemals im Auto lassen
- ältere Menschen und gefährdete Personen besonders unterstützen
- bei starken Beschwerden rechtzeitig medizinische Hilfe suchen