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„Das schwache Herz“ – Ursachen, Erkennung und Behandlung der Herzschwäche

Sie fragen – unsere Experten antworten

Aufgrund der Corona-Situation können wir leider keine medizinischen Vorlesungen anbieten. Als Alternative haben wir für Sie unseren Experten-Chat eingerichtet.

Wann
25.11.2020
17:00 bis 19:00 Uhr

Wo
Telefonhotline (0351) 646 7878
E-Mail expertenchat.weisseritztal@helios-gesundheit.de

Sie können uns Ihre Fragen auch vorab per E-Mail senden. Wir stellen die Antworten auf Ihre Fragen (ohne Namensnennung) während der Veranstaltung hier auf dieser Seite ein.
Die Telefonhotline wird erst zum Veranstaltungszeitpunkt freigeschaltet.

Experten
Dr. med. Markus Schütz
Chefarzt, Medizinische Klinik Dippoldiswalde

Stephan Große
Oberarzt, Medizinische Klinik II (Kardiologie/Angiologie)

Fragen und Antworten

Frage: Ich komme schnell außer Atem, muss ich mir Sorgen machen, dass ich an einer Herzschwäche leide?

Das ist durchaus möglich. Insbesondere wenn weitere typische Symptome wie z.Bsp. Wasser in den Beinen, Brustschmerzen, allgemeine Erschöpfung hinzukommen, sollten sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Frage: Ich bin wegen dicker Beine zum Hausarzt gegangen und der hat ein Herzgeräusch gehört, worauf kann das hindeuten?

Herzgeräusche treten typischerweise bei Erkrankungen der Herzklappen auf. Diese können sowohl eingeeingt (Stenose) oder auch undicht (Insuffizienz) sein und in der Folge zur Herzschwäche führen. Ein typisches Zeichen der Herzschwäche sind geschwollene Beine. Zu weiteren Abklärung eignet sich eine Ultraschalluntersuchung des Herzens.

Frage: Ich habe gelesen, dass man Herzschwäche mit einer Blutuntersuchung feststellen kann. Stimmt das?

Das ist richtig. Ein erhöhter Wert eines in den Herzvorkammern gebildeten Hormons (NTproBNP) kann auf eine Herzinsuffizenz hindeuten.

Frage: Ich nehme wegen Gelenkproblemen Schmerzmittel ein. Seit einiger Zeit bekomme ich schlechte Luft. Gibt es da einen Zuammenhang?

Leider ja. Bestimmte Schmerzmedikamente (Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin) können eine vorbestehende Herzschwäche verschlechtern. Bei Auftreten von Symptomen sollten sie sich an ihren Hausarzt wenden.

Frage: Ich hatte einen Herzinfarkt, werde ich jetzt herzinsuffizient?

Die Gefahr einer Herzschwäche besteht. Verallgemeinernd kann man sagen: je schneller die Therapie des Herzinfarktes eingeleitet wird (in der Regel Herzkatheteruntersuchung mit Stentimplantation), desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit nachfolgend eine Herzschwäche zu erleiden.

Frage: Ich bin 63 Jahre. Beim Bergangehen werden mir die Beine schwer und ich bekomme schlecht Luft. Sind das Anzeichen einer Herzschwäche? Ich habe manchmal zu hohen Blutdruck. Teilweise wache ich in der Nacht darüber auf.

Ihre Beschwerden können Anzeichen einer Herzschwäche sein. Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für das Entwickeln einer Herzschwäche. Eine entsprechende Diagnostik ist zu empfehlen. Nach einer Basisuntersuchung beim Hausarzt ist ein Herzultraschall sinnvoll.

Frage: Ich habe gelegentlich Herzstolpern, kann das mit einer Herzschwäche zusammenhängen?

Herzrhythmusstörungen können Ursache und auch Folge einer Herzschwäche sein. Die häufigste Rhythmusstörung ist Vorkammerflimmern. Dabei kontrahieren die Vorhöfe nicht mehr richtig und die Herzkammern werden schlechter mit Blut gefüllt. So sinkt die Auswurfleistung des Herzens. Durch die effektive Behandlung von Herzrhythmusstörungen kann daher auch eine Herzinsuffizienz gebessert werden.

Frage: 2015 wurde bei mir durch eine Chronische Angina ein Sinusrhytmus Fehler Diagnostiziert. Laut weiterer Kardiologischer weiterbehandlung mit Langzeit EKG wurde mir immer wieder gesagt "das nichts Auffälliges ist" ich habe aber dauerhaft einen Blutdruck Wert von ca 96/46 oder 110/60 und der Puls liegt bei 46 oder über 100. Wenn etwas nicht stimmt, Bekomme ich Kopfschmerz wie Migräne mit Übelkeit/ erbrechen und schwindel. Es wurde mir bei der Diagnose gesagt das "Zwillingsschläge" oder Herzschläge ausbleiben. Wie kann ich dies weiterhin Kardiologisch weiterbehandeln?

Die Schildung ihrer Beschwerden könnte auf Herzrhythmusstörungen hinweisen. Bei häufigem Auftreten können diese mit einem Langzeit-EKG erfasst und die entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Treten die Beschwerden nur selten auf, kann die Diagnose schwierig sein. Dann kann z. B. eine Smartwatch oder spezielle Handy-Apps bei der Diagnose helfen.

Wenn der Herzschlag sprunghaft zwischen langsam und schnell schwankt, dann ist die Behandlung häufig komplexer. Wichtig ist in jedem Fall eine korrekte Diagnose, welche Rhythmusstörung vorliegt. Dann kann Ihnen ihr Kardiologe auch eine passende Therapie empfehlen.

Frage: Welche Beschwerden treten bei einem Herzinfarkt auf?

Typische Symptome eines Herzinfarktes sind Brustschmerzen bzw. Druck auf der Brust oder auch eine Engegefühl. Dazu wird häufig Luftnot geschildert, auch Herzklopfen oder eine Ohnmachtsattacke könne auftreten.

Frage: Wie diagnostiziert der Arzt einen Herzinfarkt?

Die Diagnose eines Herzinfarktes wird durch eine typische Krankheitsgeschichte (Anamnese), dem auffälligen Elektrokardiogramm (EKG) und veränderten Blutparametern gestellt. Danach muss sofort eine Behandlung eingeleitet werden.

Frage: Mein Kardiologe hat mir zur Behandlung einen Herzschrittmacher empfohlen. Hilft das gegen Herzschwäche?

Bei einem Teil der Patienten ist ein krankhaft verlangsamter Herzschlag die Ursache für die Herzschwäche. Hier stellt ein Herzschrittmacher eine ausgesprochen wirksame Therapie dar.

Frage: ich habe gar keinen langsamen Herzschlag. Kann ein Herzschrittmacher trotzdem sinnvoll sein?

Wenn Sie trotz regelmäßiger Einnahme einer optimalen medikamentösen Therapie fortbestehende Beschwerden einer Herzleistungsschwäche haben, kann unter bestimmten Umständen ein spezieller Schrittmacher helfen. Wir sprechen dann von einer kardialen Resynchronisationstherapie. Das bedeutet, dass sich ihre Herzkammer nicht gleichmäßig/synchron zusammenzieht und dadurch weniger Blut gepumpt wird. Dann kann durch die Anlage einer zusätzlichen Schrittmachersonde zur linken Herzkammer der Herzschlag koordiniert und die Auswurfleistung verbessert werden.

Frage: Ich habe eine Herzschwäche. Mein Hausarzt hat mir Sport empfohlen, darf ich überhaupt Sport machen?

Ja. Auch Patienten mit Herzinsuffizienz profitieren von regelmäßigem (insbesondere Ausdauer-) Sport. Wenn sie lange Zeit inaktiv waren, suchen sie idealerweise ihren behandelnden Arzt auf und fragen nach der für sie geeigneten Belastung. Sollten sie sich dennoch unsicher fühlen, ist die Teilnahme an einer Herzsportgruppe zu empfehlen, diese ist besonders für Herzkranke konzipiert und wird ärztlich begleitet.

Frage: Mein Mann raucht seit 30 Jahren. Er meint, jetzt lohnt es sich nicht mehr damit aufzuhören. Stimmt das?

Nein. Jede einzelne Zigarette verschlechtert eine bestehende Herzschwäche (aber auch Lungenerkrankung bzw. das Krebsrisiko) weiter, somit lohnt sich das Weglassen auch nach vielen Jahren. Wenn sich ihr Mann zusätzlich regelmäßig bewegt, wird er schon nach kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung seiner Leistungsfähigkeit verspüren.

Frage: Kann auch eine Coronavirusinfektion eine Herzschwäche auslösen?

Es ist schon bekannt, das Viren auch Herzmuskelzellen befallen und eine Entzündung auslösen können. Das kennen wir z. B. bei der echten Grippe (Influenza) und ist auch bei einer Infektion mit Coronaviren möglich. Für die Covid-Erkrankung liegen bisher nur wenige Daten vor. Eine Infektion mit Coronaviren kann jedoch verschiedenste Organsysteme in Mitleidenschaft ziehen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich möglichst gut vor einer Ansteckung schützen.

Frage: Was kann ich tun, damit es gar nicht erst zu einem schwachen Herz kommt?

Sie können ihr Herz in vielerlei Hinsicht unterstützen: regelmäßige Bewegung ist die beste Vorsorge. Dabei kann z. B. auch ein Haustier helfen, am besten ein Hund. Auch ein Stück Bitterschokolade oder ein Glas Rotwein können die Herzgesundheit fördern. Nicht zuletzt ist das Leben in einer glücklichen Beziehung mit einer längeren Lebenserwartung vergesellschaftet.

Vielen Dank für die zahlreichen Fragen. Unser Expertenchat ist jetzt zu Ende.

 

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Bitte beachten Sie: Es können keine individuellen Diagnosen gestellt werden. Es werden Fragen beantwortet, die sich allgemein um das Thema „Das schwache Herz“ drehen. Individuelle Diagnosen kann nur der behandelnde Arzt in einer Sprechstunde stellen.