Ist Darmkrebs vermeidbar? Die Rolle der Vorsorge-Darmspiegelung
Dr. Ludger Wesche, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie, erklärt den Ablauf einer Darmspiegelung

Ist Darmkrebs vermeidbar? Die Rolle der Vorsorge-Darmspiegelung

Warburg

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 62.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 26.000 Menschen sterben im Laufe der anschließenden Jahre daran. Eine geeignete Vorsorge würde jedoch vielen Menschen Leben retten.

Der Darmkrebs ist die häufigste Krebsform in Deutschland und im Gegensatz etwa zum Lungenkrebs, durch Früherkennung zu verhindern bzw. bei rechtzeitiger Diagnosestellung auch komplett heilbar. Insgesamt erkranken im Laufe des Lebens in Deutschland sechs von hundert Menschen an Darmkrebs - bei familiärer Belastung bis zu zehn von hundert.

Folgende Faktoren begünstigen den Darmkrebs:

  • Familiäres RisikoAlter über 50
  • Zustand nach chronisch entzündlicher Darmerkrankung
  • Diabetes mellitus Typ II
  • Adipositas
  • Reichlicher Genuss von (rotem) Fleisch
  • Bewegungsmangel
  • Zustand nach bereits abgetragener Darmpolypen

 

Wie läuft eine Darmspiegelung (Koloskopie) ab?

Gesundheitsbewusste Patienten über 55 Jahre oder Patienten mit Zustand nach Darmblutung oder familiärer Darmerkrankung können sich direkt im Helios Klinikum Warburg anmelden um einen Termin zur Darmspiegelung zu vereinbaren. Diese Untersuchung wird ab 55 Jahren alle 10 Jahre empfohlen, wenn sie unauffällig ist. Findet man einen Polypen, empfiehlt sich eine Kontrolle nach fünf Jahren, bei mehr als einem Polypen bereits nach drei Jahren. Für besondere Situationen (familiäre Vorbelastung oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen) gelten spezielle Empfehlungen.

Zunächst findet ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt über mögliche Komplikationen, Vorerkrankungen und Medikation statt. Dabei wird auch geklärt, ob eine Blutentnahme erforderlich ist. Diese ist zum Beispiel dann erforderlich, wenn eine vermehrte Blutungsneigung vorliegt und gerinnungshemende Medikamente eingenommen werden. Die Darmspiegelung erfolgt auf Wunsch des Patienten in Sedierung (entspannte Beruhigung). Dabei ist wichtig zu wissen, dass das Reaktionsvermögen den ganzen Tag beeinträchtigt ist, sodass kein Fahrzeug mehr gefahren werden darf und eine erwachsene Begleitperson im Vorfeld organisiert werden muss.

Sehr selten kommt es zu einer Komplikation bei der Abtragung von Darmpolypen. Statistisch kommt es bei ca. einem von 1.000 Patienten zur Blutung, eine Perforation (Durchstechen des Darms) ist noch viel seltener. Als besonderen Patientenservice können die Untersuchungen im Helios Klinikum Warburg nicht mit Luft, sondern mit Kohlendioxid durchgeführt werden, das sofort über die Lunge wieder abgeatmet wird. Dadurch ist die Untersuchung viel schonender und im Nachgang treten keine quälenden Blähungen auf.

Im Gegensatz zur Magenspiegelung muss der Darm für eine Darmspiegelung vorbereitet werden, er muss durch Einnahme von Abführmedikamenten "sauber" gemacht werden. Dazu ist heutzutage das Trinken von einem Liter Abführlösung am Vortag der Untersuchung und einem weiteren Liter am Tag der Untersuchung ausreichend.

Wenn Proben entnommen werden, werden diese zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt. Das Ergebnis ist in aller Regel am dritten Arbeitstag nach der Untersuchung beim Hausarzt und kann dann besprochen werden.

 

Diagnose: Darmkrebs. Was nun?

Sollte sich dabei eine bösartige Darmerkrankung herausstellen, bedeutet dies, dass weitere Untersuchungen wie Labordiagnostik, Oberbauchsonographie, CT Abdomen, Röntgen Thorax, etc. erforderlich werden. Diese können in der Regel zeitnah im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Anschließend erfolgt eine Vorstellung im sogenannten "Tumorboard", wo die optimale Behandlung (z.B. OP, medikamentöse Therapie etc.) individuell festgelegt wird.

 

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Das Helios Klinikum Warburg, Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg verfügt in sieben Fachachteilungen und einer Belegabteilung über 139 Betten. Rund 320 Mitarbeiter versorgen jährlich über 7.300 stationäre Patienten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. 15 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. In Deutschland verfügt Helios über 111 Akut- und Rehabilitationskliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 17 Präventionszentren und 12 Pflegeeinrichtungen. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 3,9 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks "Wir für Gesundheit". Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 43 Kliniken, 44 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden in Spanien über 9,7 Millionen Patienten behandelt, davon 9,4 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

Helios und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

 

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Pressekontakt:

Maike Hesse

Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing

Telefon: (05641) 91-1001

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