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Anästhesie – (keine) Angst vor der Narkose
Pressemitteilung

Anästhesie – (keine) Angst vor der Narkose

Köthen

Niemand geht gerne ins Krankenhaus. Ist dann noch ein operativer Eingriff notwendig, fürchten manche Menschen vor allem die Narkose.

Warum Patienten keine Angst vor der Narkose haben müssen, das erläutert in einem Interview Dr. med. Peter Trommler, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin in der Helios Klinik Köthen. 

Herr Chefarzt, viele Menschen wurden noch nie operiert. Können Sie kurz erklären, was alles für die Sicherheit des Patienten vor einer Operation getan wird?
Bevor ein Patient operiert wird, besprechen im Vorfeld die Ärztinnen und Ärzte der Anästhesie mit den Patienten das individuell für ihn am besten geeignete Anästhesieverfahren. Ob wir beispielsweise eine Narkose oder eine Teilbetäubung oder gar eine Kombination von beidem einsetzen, das klären wir in einem Gespräch in unserer Anästhesie-Sprechstunde. Dort befragen wir die Patienten zu Allergien, Vorerkrankungen und zu ihrem allgemeinen gesundheitlichen Zustand und klären sie über die Anästhesietechniken und Medikation sowie über mögliche Risiken und Nebenwirkungen auf. Es ist uns ein großes Anliegen, zu all unseren Patienten ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und ihnen individuelle Ängste und Sorgen vor einer Anästhesie zu nehmen. Als Anästhesisten sind wir schließlich vor, während und nach der OP an der Seite unserer Patienten, betreuen ihn und sorgen für seine Sicherheit.

Können Sie bitte an dieser Stelle kurz erklären, was die Aufgabe eines Anästhesisten ist?
Anästhesisten sind Fachärzte für Anästhesiologie. Oft werden sie auch als Narkoseärzte bezeichnet. Sie arbeiten fachübergreifend mit Kolleginnen und Kollegen aller anderen Fachbereiche zusammen und begleiten die Patienten durch den gesamten Prozess der Anästhesie/Narkose. Das heißt: Anästhesisten überwachen und steuern alle lebenswichtigen Körperfunktionen des Patienten vor und während der Operation sowie anschließend im Aufwachraum. Hierbei werden modernste Geräte und Techniken eingesetzt. In unserer Klinik gibt es insgesamt fünf Operationssäle. Um die Sicherheit unserer Patienten zu garantieren, haben wir ein Team, das nicht nur aus Ärzten, sondern auch aus hoch qualifizierten Anästhesie-Pflegekräften besteht. Bei größeren Eingriffen oder ausgeprägten Nebenerkrankungen werden die Patienten nach der Operation auf der Intensivstation von uns weiter betreut.

Wie erklären Sie sich die Angst der Patienten vor einer Narkose?
Eine Narkose wird nicht von allen Patienten gleich bewertet. Nicht alle haben Angst. Einige Menschen empfinden die Vorstellung, tief zu schlafen und nichts zu spüren, als ausgesprochen beruhigend – einige werten dies als einen Komfort. Andere wiederum haben oft mehr Angst vor der Narkose als vor dem eigentlichen operativen Eingriff, haben Angst nicht mehr aufzuwachen oder gerade während der Operation aufzuwachen oder einfach nur Angst vor starken Schmerzen. 
Deshalb ist es unser Ziel, Patienten so zu informieren, dass sie sich von der Qualifikation der anästhesiologischen Betreuung überzeugen können, über den Ablauf aufgeklärt sind und dem operativen Eingriff beruhigt und ohne Sorgen entgegensehen können. Denn letztlich steht die Patientensicherheit für uns an allererster Stelle. 

Welche Beschwerden können denn nach der Narkose auftreten? 
In der Regel erleben unsere Patienten das Erwachen aus der Narkose als angenehm, fragen oft, ob sie schon operiert worden sind. Seltene Nebenwirkungen können Übelkeit, Frösteln und nur ausnahmsweise ein leichtes Kratzen im Hals sein. Unsere Pflegekräfte im Aufwachraum überwachen die Patienten und geben ihnen in Absprache mit den behandelnden Ärzten bei Beschwerden entsprechende Medikamente. Ein Wassereis wird routinemäßig den Patienten angeboten, was nachweislich den Medikamentenbedarf reduziert und das Wohlbefinden stärkt.

Und muss man Angst vor Schmerzen haben?
Nein, unsere Patienten sollen keine Angst vor Schmerzen haben müssen. Sie erhalten von uns Schmerzmedikamente nach einem Stufenkonzept: schon während der Operation verabreichen wir prophylaktisch Schmerzmittel. Nach dem Erwachen können einerseits Injektionen, die wir direkt in die Blutbahn über den liegenden Venenzugang verabreichen, schnell und effektiv helfen. Gleichzeitig werden dann auch prophylaktisch Schmerztabletten verordnet, sobald die Patienten trinken können. Und: besonders effektiv sind Teilbetäubungsverfahren, oft auch zusätzlich zu Narkosen. Bei hierfür geeigneten Eingriffen werden über einen kleinen Katheter Medikamente direkt in Nervennähe gebracht. Der Patient kann dabei oft auch zusätzliche Medikamentengaben über eine Pumpe abrufen und damit die Schmerztherapie selbst steuern. Diese sogenannte Patientenkontrollierte Analgesie wird auch mit Medikamenten über die Vene eingesetzt. Dafür werden zur Sicherheit im Vorfeld feste Zeitabstände festgelegt. Alle Patienten werden bei diesen Verfahren mehrfach eingewiesen und auch in der Folge auf den Normalstationen von uns weiter betreut.

Johanna Lässing

Referentin PR/Marketing

Telefon

+49 3496 52 – 1297

Die Helios Klinik Köthen ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Klinik hat ein zertifiziertes Traumazentrum und ein zertifiziertes Endo-Prothetik-Zentrum sowie ein zertifiziertes Hernienzentrum. In der modernen Geburtsabteilung kommen jedes Jahr rund 450 Kinder zur Welt. Über 400 Mitarbeiter versorgen jährlich 11.000 stationäre und ca. 13.000 ambulante Patienten.

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