Früherkennung von Hautkrebs

Zystektomie-OP - Was gibt es zu beachten?

Zystektomie-OP - Was gibt es zu beachten?

Wir beraten Sie vor der Zystektomie- Operation ausführlich zu allen Themen.

Wie bereite ich micht auf die Operation vor?

Wir beraten Sie vor der Operation ausführlich zu allen Themen:

  • Rechtzeitiges Absetzen gerinnungshemender Mittel
  • Medikamentöse Vorbereitung des Darmes für die OP
  • Einnahme von Antibiotika zur Vorbeugung von Entzündungen
  • Ausschluss oder Behandlung einer bestehenden Harnwegsinfektion

Wichtige Voraussetzung für die Genesung nach der OP ist eine gute Vorbereitung auf die Veränderungen in der Harnableitung. Sie bekommen eine ausführliche Beratung zum Umgang mit der eventuell veränderten Harnableitung durch einen Katheter oder einer möglichen Ausleitung durch die Bauchdecke über eine Öffnung (Stoma).

Die Narkose während der Operation besteht meist einer Kombination von Epiduralanästhesie mit einer Vollnarkose besteht. So werden Opiate nach der Operation vermieden oder reduziert, was bei einer schnellen Wiederherstellung des Darms nach der Operation hilft.

Welche Art der Harnableitung ersetzt dann meine Blase?

Je nach medizinischer Notwendigkeit und persönlichen Vorbedingungen des Patienten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten die Funktion der Harnblase zu ersetzen.

  • Man unterscheidet zwischen so genannten orthotopen Rekonstruktionen der Blase, die den Harn am natürlichen Ort ableiten und heterotopen Möglichkeiten, wobei an anderer Stelle des Körpers eine Ableitung gefunden wird.
  • Für die Ableitung des Harns aus dem Körper können verschiedene Abschnitte des Darms genutzt werden: der Magen, der Dickdarm (Kolon), der untere Teil des Dünndarms (Ileum) oder der Übergang von Dünn- und Dickdarm (ileozökaler Übergang).
  • Diese Ableitungen des Harns aus dem Darm können als kontinuierliche Ableitung erfolgen, als so genannte inkontinente Harnableitungen oder sie erfolgen indem zunächst der Harn gesammelt wird, bevor er aus dem Körper geleitet wird – eine so genannte kontinente Harnableitung.

Für jeden Patienten wird aus diesen möglichen Komponenten die medizinisch sinnvolle und individuell optimale Lösung gesucht. Beispiele dafür können sein:

  • Orthotope kontinente Harnableitung: Die Harnblase wird ersetzt, z.B. durch eine aus dem Ende des Dünndarm geformte neu geschaffene Blase (Ileumneoblase). Diese wird mit einem intaktem Schließmuskel verbunden.
  • Heterotope kontinente Harnableitung: Ein Harnreservoir wird zum Beispiel im Dünndarm künstlich geschaffen. Da es aber nicht über den natürlichen Harnausgang geführt werden kann, wird es regelmäßig über einen Katheter entleert.
  • Heterotope inkontinente Harnableitung: Wenn kein Ersatz für die Blase geschaffen werden kann, kann der Harn nicht im Körper gesammelt werden. Die Harnableitung erfolgt dann durch einen kontinuierlichen Fluß direkt durch eine Öffnung in der Haut, einem so genannten Stoma. Beispiele dafür sind die Harnleiterhautfistel, das Ileum- oder Kolonkonduit.

Welche Art der Harnableitung ist für mich richtig?

Kontinente Harnableitungen, also solche, die – wie die natürliche Blase - den Harn im Körper halten, bevor sie abgeleitet werden erfordern medizinische Voraussetzungen. So können sie nicht eingesetzt werden bei Patienten mit Colitis ulcerosa, Niereninsuffizienz und meist auch nicht bei Karzinombefall der Harnröhre, der Prostata oder des Harnblasenhalses sowie bei nicht funktionierendem Schließmuskel.

Unsere Ärzte werden Sie vorher jedoch ausführlich über die bei Ihnen möglichen Lösungen informieren und die für Sie beste Harnableitung finden.

Wie geht es nach der OP weiter?

Unser medizinisches Team wird sie ermutigen frühzeitig anzufangen sich zu bewegen. Über Atemtherapien werden Beckenboden und Zwerchfell wieder mobilisert. Wir betreiben Vorsorge gegen Thrombosen, kontrollieren regelmäßig Ihre Werte, überprüfen die Nierenfunktionen und betreiben die Kontrollen der Wunden und des eventuellen Stomas. Sie lernen den Umgang mit der neuen Harnableitung und werden auf die Zeit nach der stationären Behandlung vorbereitet.

Was darf ich nach der Operation essen und trinken?

Nach der Operation braucht der Dünndarm nur wenige Stunden, Dickdarm und Magen nur 1–2 Tage, um wieder normal zu arbeiten. Eine Magensonde ist daher nicht notwendig. Nachdem die Patienten zunächst schluckweise Wasser zu sich nehmen, kommen schon am zweiten Tag etwas Tee, Suppe und Zwieback dazu. Auch das Kauen von Kaugummi beschleunigt durch die Speichelbildung die Normalisierung der Darmfunktionen.

Welche langfristigen Folgen sind zu bedenken?

Die chirurgischen Eingriffe in das Verdauungssystem können Folgen für den Patienten haben, die meist jedoch gut beherrschbar sind:

  • Bei einem künstlich errichteten Harn-Reservoir im Körper, also bei kontinenten Harnableitungen, muss sich der Säure-Basen-Haushalt einpendeln. Hierzu erfolgen regelmäßig Kontrollen des Blutes.
  • Bei einigen Harnableitungen über den Dünndarm ist eine lebenslange ergänzende Zufuhr von Vitamin B12 notwendig.
  • Zu beachten ist insbesondere, dass Medikamente, die über die Verdauung aufgenommen und dann unverändert über die Niere ausgeschieden werden, bei kontinenten Harnableitungen wieder absorbiert werden Dies kann jedoch über Drainagen oder Veränderung der Medikamentation vermieden werden.
  • Harnwegsinfektionen treten oft vermehrt auf, werden doch über erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsorge schnell erkannt und behandelt.
  • Erhöhte Schleimbildung im Darm und häufige Harnwegsinfektionen begünstigen in einigen Fällen die Entstehung von Harnsteinen.
  • Durch eine Verkürzung des Dünndarms ist eine Erhöhung der Gallensäure oder vermehrte Bakterienbesiedlung im Darm möglich. Beides kann zu häufigen Durchfall führen.

Trotz möglicher Begleiterscheinungen, gewinnen Menschen mit Harnblasenkrebs durch die radikale Zystektomie mit der individuell angepassten Harnableitung eine deutlich erhöhte Lebensqualität. Auch die Ausbreitung des Karzinom kann dadurch meist verhindert und Leben verlängert werden.

Sprechen Sie uns an!

Wir beraten ausführliche bei den einzelnen Tumordiagnosen und erarbeiten individuelle Behandlungspläne. Zu unseren Sprechzeiten sind wir gerne für Sie da.

Prof. Dr. med. Mark Schrader

Chefarzt Urologie
Prof. Dr. med. Mark Schrader

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