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Wenn aus Worten Bilder werden

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal braucht es gerade die Worte, damit ein Bild seine ganze Wirkung entfalten kann. In der Empfangshalle der Helios Klinik Wipperfürth treffen derzeit beide Ausdrucksformen aufeinander: Die Ausstellung von Stephanie Penzin verbindet Texte über Gefühle, Lebenssituationen und Veränderung mit ausdrucksstarken Fotografien. Noch bis zum 30. September sind die Werke in der Klinik zu sehen.

21.08.2026 Lesedauer: - Min.
Stephanie Penzing (l.) mit Pflegedirektorin Kerstin Weitzenkamp

Kreativität, Selbstreflexion und die intensive Beschäftigung mit Menschen und ihren Lebensgeschichten ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben von Stephanie Penzin. Seit 1999 ist sie staatlich anerkannte Ergotherapeutin und arbeitete unter anderem mit neurologischen Patientinnen und Patienten nach Schädel-Hirn-Traumata und Schlaganfällen. Seit 2006 arbeitet sie zudem als Heilpraktikerin und bildete sich unter anderem in der Hospiz- und Trauerbegleitung weiter.

 

Eine sehr prägende Erfahrung aus der Arbeit mit den aphasischen Menschen war die Erleichterung und die Aussage eines Patienten: „Endlich bringt jemand mein Gefühl auf den Punkt. Endlich versteht jemand, wie ich mich gerade fühle!“ Seit 2006 hat Stephanie Penzin mehr als 200 Texte intuitiv verfasst. Darin beschäftigt sie sich mit Erlebnissen, Lebenssituationen und Gefühlen und versucht, auch das in Worte zu fassen, was manchmal nur schwer greifbar ist.

 

„Die Texte möchten geschrieben werden. Sie melden sich als wiederkehrende Gedanken und wollen genau in dieser Form zu Papier gebracht werden“. erklärt die Ergotherapeutin. Aus dieser Leidenschaft entstand schließlich die Idee, Sprache und Fotografie miteinander zu verbinden.

 

Gemeinsam mit dem Fotografen und Kameramann Olli Donat entwickelte Penzin Werke, bei denen sich Bild und Text gegenseitig ergänzen. Dabei gab es keinen festen Weg: Manchmal entstand zunächst ein Text, aus dem die Idee für ein Foto entstand. Manchmal inspirierte ein Bild zu Worten. Und manchmal fanden zwei unabhängig voneinander entstandene Arbeiten erst später zueinander.

 

„Die Arbeiten von Stephanie Penzin laden dazu ein, einen Moment innezuhalten und sich auf Gedanken und Gefühle einzulassen, für die im Alltag oft wenig Raum bleibt. Gerade in einem Krankenhaus, in dem Menschen ganz unterschiedliche und manchmal einschneidende Lebenssituationen erleben, finde ich diesen Ansatz besonders passend“, sagte Kerstin Weitzenkamp, Pflegedirektorin der Helios Klinik Wipperfürth, bei der Eröffnung Mitte August.

So entstünden kleine Geschichten und Momentaufnahmen, die zum Innehalten und Nachdenken einladen. Die Empfangshalle werde damit nicht nur zum Durchgangsort, sondern für einen Moment auch zu einem Ort der Begegnung mit Kunst und dem eigenen Sein, so Kerstin Weitzenkamp.

 

Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 30. September in der Empfangshalle der Helios Klinik Wipperfürth zu sehen. Der Besuch ist kostenfrei.