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Große Wirkung, kleiner Schnitt: Neue Behandlung bei Bandscheibenvorfall

Über einen nur fünf Millimeter kleinen Hautschnitt wurde Maria aus Rottweil erstmals minimalinvasiv an der Bandscheibe operiert – ein Novum in der Helios Klinik Rottweil. Das neue Verfahren ermöglichte ihr eine schnelle Rückkehr in den Alltag.

10.03.2026 Lesedauer: - Min. Aktualisiert am 10.03.26
Große Wirkung, kleiner Schnitt: Neue Behandlung bei Bandscheibenvorfall

Maria litt unter starken Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die bis ins Bein ausstrahlten und ihre Beweglichkeit deutlich beeinträchtigten. „Selbst einfache Dinge waren vor Schmerzen kaum noch möglich“, erzählt die 30-jährige Mutter eines einjährigen Kindes. Die Untersuchungen zeigten einen Bandscheibenvorfall. Ein Teil ihrer Bandscheibe hatte sich gelöst, ein sogenannter Sequester, und drückte auf eine Nervenwurzel. Konservative Maßnahmen wie Physio- und Schmerztherapie brachten keine ausreichende Besserung, daher wurde eine Operation notwendig.

 

Endoskop kaum größer als ein Kugelschreiber

Der Eingriff wurde minimalinvasiv mit einem speziellen Endoskop durchgeführt, das kaum größer als ein Kugelschreiber ist. Über einen nur fünf Millimeter großen Hautschnitt entfernten die Ärzte den betroffenen Teil der Bandscheibe, die umliegende Muskulatur blieb dabei weitgehend unberührt. „Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dieses Verfahren in der Regel weniger Gewebetrauma, geringere postoperative Schmerzen und eine schnellere Erholung“, erklärt Elhassan Abdelmonem, Oberarzt der Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie an der Helios Klinik Rottweil.

 

Maria ergänzt: „Das Wichtigste war für mich, schnell wieder für mein Kind da zu sein. Die Unterstützung der Ärzte war ein großer Teil meiner Genesung; sie haben mir nicht nur bei meinen gesundheitlichen Problemen geholfen, sondern mich auch psychologisch unterstützt. Ich bin dem gesamten Team der Klinik dankbar, dass alles so gut geklappt hat.“

 

Die vollendoskopische, minimalinvasive Bandscheibenoperation gehört zu den modernen Verfahren der Wirbelsäulenchirurgie und wird bislang nur in spezialisierten Zentren durchgeführt. Elhassan Abdelmonem war bei dem Eingriff Hauptoperateur und ist für diese Technik speziell qualifiziert.

 

Nicht nur ein Problem älterer Menschen

Die Bandscheiben sitzen zwischen den Wirbeln und wirken wie Stoßdämpfer. Sie halten die Wirbelsäule flexibel und federn Bewegungen ab. Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn sich ein Teil der Bandscheibe löst oder austritt. Dieses Gewebe kann auf Nerven drücken und Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle auslösen – häufig mit Ausstrahlung in das Bein.

 

Die Ursachen sind vielfältig: mechanische Belastungen, genetische Veranlagung oder ungünstige Bewegungsmuster im Alltag. Dazu zählen etwa langes Sitzen, häufiges Heben schwerer Lasten oder ruckartige Bewegungen, die die Wirbelsäule stark belasten. Auch Übergewicht oder fehlende Rückenmuskulatur können das Risiko erhöhen. Deshalb sind Bandscheibenvorfälle nicht nur ein Problem älterer Menschen, auch junge Menschen können betroffen sein.

 

Weiterentwicklung der Wirbelsäulenchirurgie

Die Operation ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Wirbelsäulenchirurgie an den Standorten Rottweil und Überlingen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Kröber arbeitet das Team der Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie kontinuierlich daran, moderne minimalinvasive Techniken zu etablieren, um Eingriffe möglichst gewebeschonend durchzuführen und die Erholung der Patientinnen und Patienten zu beschleunigen.

 

Die Kliniken in Rottweil und Überlingen gehören zum Helios Cluster Schwarzwald-Bodensee, zu dem auch die Standorte Müllheim und Titisee-Neustadt zählen.