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Wenn der Fuß zur Gefahr wird: Warum der diabetische Fuß manchmal ein medizinischer Notfall ist

Viele Menschen mit Diabetes Typ 2 kennen das Risiko: Kleine Verletzungen an den Füßen heilen schlechter und können sich unbemerkt verschlimmern. Was häufig unterschätzt wird: Ein diabetischer Fuß ist nicht nur ein chronisches Problem – in bestimmten Situationen handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der sofort behandelt werden muss. Ärztliche Direktorin Dr. med. Heike Bien in der Helios Bördeklinik kümmert sich um die Versorgung und Vorbeugung von chronischen Wunden.

18.08.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Heike Bien
Wundexpertin und Diabetes

Helios Bördeklinik

Chefärztin Klinik für Chirurgie und Orthopädie, Ärztliche Direktorin Helios Bördeklinik

Viele Betroffene verspüren aufgrund einer diabetischen Nervenschädigung kaum oder gar keine Schmerzen. Gerade das macht den diabetischen Fuß so tückisch. Selbst kleine Druckstellen oder Blasen können sich innerhalb kurzer Zeit infizieren und zu tiefen Wunden entwickeln. Wer dann zu lange wartet, riskiert schwerwiegende Komplikationen.

Warnzeichen ernst nehmen

Rötungen, Schwellungen, Überwärmung des Fußes, nässende oder unangenehm riechende Wunden sowie plötzlich auftretende Verfärbungen der Haut sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden. Auch Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl in Verbindung mit einer Fußwunde können auf eine schwere Infektion hinweisen. „Nicht jede Wunde ist ein Notfall. Aber heilt eine Wunde nicht, die durch eine Verletzung oder einen operativen Eingriff entstanden ist, kommt es auch zu einem Absterben von Haut- und Unterhautgewebe. Wir sprechen also nicht nur von einem Wundproblem, sondern immer auch von einem weitreichenden Gewebedefekt, der auf ganze Körperteile übergreifen kann“, so die Expertin. Vor allem bei Diabetes-Patient:innen besteht ein hohes Risiko, schon nach kleinsten Verletzungen langfristige Schäden oder gar Amputationen zu riskieren.

Täglicher Blick auf die Füße

Rund jeder dritte Mensch mit Diabetes entwickelt im Laufe seines Lebens ein diabetisches Fußsyndrom. Ursache sind häufig eine Kombination aus Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen. Verletzungen bleiben oft unbemerkt, deshalb ist eine tägliche Kontrolle der Füße, gegebenenfalls mit Hilfe von Angehörigen oder einem Spiegel, wichtig.

Schnelles Handeln schützt den Fuß

Die Behandlung des diabetischen Fußes erfordert häufig die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Von der Diabetologie über die Gefäßmedizin und Chirurgie bis hin zur Wundversorgung. „Unser Ziel ist es immer, Infektionen frühzeitig zu stoppen, die Durchblutung zu verbessern und die Wunde optimal zu versorgen“, betont Dr. med. Heike Bien. „Je früher Patientinnen und Patienten medizinische Hilfe suchen, desto größer sind die Chancen, den Fuß zu erhalten und Folgeschäden zu vermeiden“.

Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh ärztlich vorstellen als einmal zu spät. Denn aus einer kleinen Verletzung kann innerhalb weniger Tage ein ernsthafter Notfall werden. Um dem vorzubeugen, erste Anzeichen für eine Wunde schnell zu erkennen und Diabetikern früh die passende Therapie zukommen zu lassen, bietet die Helios Bördeklinik die Sprechzeit für Betroffene (jeden Mittwoch von 9:00-12.00).