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Zehn Tipps für Gartenarbeit ohne Rückenschmerzen

Blumen gießen, Unkraut jäten, Beete harken – die meisten Arbeiten im Garten beanspruchen den Rücken. Viele Hobbygärtner klagen über Rückenbeschwerden und Verspannungen. Prof. Dr. Hans-Joachim Andreß, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie an der Helios Klinik München Perlach erklärt, wie rückenschonendes Arbeiten im Garten gelingt.
30. Juni 2022

Besonders in den Sommermonaten sind viele Hobbygärtner in ihren Gärten aktiv und verüben viele gleich- und ungleichmäßige Bewegungen.

Zehn Tipps für Gartenarbeit ohne Rückenschmerzen

„Allein beim Umgraben wirken immense Kräfte auf die Muskulatur, Wirbelsäule, Sehnen und Bandscheiben. Die Folge sind oft ermüdungs- und andere belastungsbedingte Verspannungen oder sogar Verletzungen, die nicht unbedingt sein müssen.“ Damit die Arbeit im Garten zur Freude und nicht zur Last wird, rät der Experte, langsam zu starten und das Arbeitspensum stetig zu steigern – wie beim Sport. „In der Ruhe liegt die Kraft. Schließlich läuft man ja auch keine 100 Meter in Bestzeit ohne kontinuierlich gesteigertes Training“, erklärt der Mediziner.  

Auf ergonomische Gartengeräte achten

Weitere Zusammenhänge zum Sport stellt der Chefarzt in Bezug auf die Technik und das Material her: „Bei der Gartenarbeit kommen oft technische Hilfsmittel wie Spaten oder Harke zum Einsatz. Der Spaten ist ein Arbeitsgerät, bei dem über einen Hebel Erde auf dem Spatenblatt bewegt wird. Arm, Schulter, Rücken bis hin zum Hüftgelenk verlängern durch die Körpereinwirkung den Hebel bei jedem Spatenstich um ein Vielfaches.“ Anders verhält es sich beim Harken. Hier sei es eher eine Zugbewegung, die im Vergleich zum Graben wenig Kraft erfordere: „Jede Tätigkeit im Garten sollte mit einer entsprechenden kraft- und ausdauereffizienten, vor allem aber rücken-, gelenks- und muskulaturschonenden Technik ausgeübt werden.“ Dazu gebe es ergonomische Gartengeräte. „Beim Kauf und vor dem Einsatz von Gartengerätschaften sollte man sich am besten im Gartencenter beraten lassen“, empfiehlt der Chefarzt. Und: „Regelmäßige und vor allem ganzjährige körperliche Bewegung beugt zu Beginn der Gartensaison Muskelkater und Rückenbeschwerden vor.“

Gartenarbeit mit künstlichem Knie- oder Hüftgelenk

Die Gartenarbeit ist übrigens auch mit einem künstlichen Knie- oder Hüftgelenk möglich, betont Andreß, der an der Perlacher Helios Klinik auch das Endoprothetikzentrum leitet: „Knien oder Hocken mit einem künstlichen Gelenk sind kein Problem. Bei Anwendung der neuesten Operationstechniken sind auch stärker belastende Tätigkeiten wie Umgraben möglich.“ Bei Arbeiten am Boden könne es zudem helfen, beim Knien ein Kissen oder eine andere Unterlage zu verwenden.