Chronische Schmerzen betreffen Millionen Menschen in Deutschland und können den Alltag sowie die Lebensqualität erheblich einschränken. Die Schmerzklinik am Standort Stolzenau der Helios Kliniken Mittelweser reagiert auf die anhaltend hohe Nachfrage: Dank der erweiterten Kapazitäten können künftig rund ein Drittel mehr Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden. Gleichzeitig wurde das multiprofessionelle Team personell verstärkt.
Die Schmerzklinik hat sich in den vergangenen vierzehn Jahren zu einer wichtigen Anlaufstelle für Menschen mit chronischen Schmerzen in der Region entwickelt. Grundlage der Behandlung ist eine multimodale Schmerztherapie, bei der medizinische, psychologische und therapeutische Ansätze miteinander verbunden werden.
Bereits vor der stationären Aufnahme erfolgt ein ausführliches Assessment. Dabei werden die persönliche Schmerzgeschichte, körperliche Beschwerden, psychische Belastungen, bisherige Therapieverläufe und individuelle Ziele erfasst. Auf dieser Grundlage wird die Therapie geplant und der etwa 14-tägige stationäre Aufenthalt gezielt vorbereitet.
„Chronische Schmerzen sind häufig komplex und entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Deshalb betrachten wir nicht nur das Schmerzsymptom, sondern den gesamten Menschen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten Strategien zu entwickeln, um besser mit den Schmerzen umzugehen und wieder mehr Aktivität im Alltag zu ermöglichen“, erklärt Bernd Goevert, leitender Schmerztherapeut.
Ein zentraler Bestandteil des Konzeptes ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Pflegekräfte sowie speziell ausgebildete Pain Nurses arbeiten gemeinsam an der individuellen Behandlung.
Auch die psychologische Begleitung spielt eine wichtige Rolle. Mit einem zusätzlichen psychologischen Psychotherapeuten wurde das Team verstärkt, sodass nun drei Psychologen die Schmerzpatientinnen und -patienten begleiten. „Körper und Seele sind eng miteinander verbunden. Stress kann Schmerzen verstärken und chronische Beschwerden führen häufig zu Rückzug und psychischer Belastung. Gespräche helfen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und den Umgang mit der Erkrankung aktiv zu gestalten“, sagt Bernd Goevert.
Ein besonderer Schwerpunkt der Schmerzklinik liegt darauf, Patientinnen und Patienten wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu geben und sie zu einem aktiven Umgang mit ihrer Erkrankung zu befähigen. Neben Physiotherapie, Bewegungstherapie, Training im Fitnessstudio, Bewegung im Therapiebecken, Walking-Angeboten sowie Kunsttherapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur eigenständigen Anwendung zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Ergometer in den Patientenzimmern, TENS-Geräte zur Nervenstimulation, Moorkissen, Faszienrollen und Nadelreizmatten.
„Bewegung ist ein wichtiger Baustein einer erfolgreichen Schmerztherapie. Unser Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten die Angst vor Bewegung zu nehmen und ihnen zu zeigen, wie sie ihren Alltag wieder aktiver gestalten können. Jeder kleine Fortschritt bedeutet ein Stück mehr Lebensqualität“, sagt Bianca Burmester, Physiotherapeutin.
Auch die speziell ausgebildeten Pain Nurses begleiten die Patientinnen und Patienten während ihres gesamten Aufenthalts und stehen ihnen als feste Ansprechpartnerinnen zur Seite. „Menschen mit chronischen Schmerzen wünschen sich vor allem eines: ernst genommen zu werden. Genau das erleben sie bei uns. Wir hören zu und begleiten individuell“, so Veneta Warnecke, Pain Nurse.
„Die steigende Nachfrage zeigt, dass unser ganzheitliches Behandlungskonzept überzeugt. Dank der erweiterten Kapazitäten können künftig rund ein Drittel mehr Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden. Mein besonderer Dank gilt dem gesamten Team der Schmerzklinik. Die hohe Zufriedenheit unserer Patientinnen und Patienten ist der beste Beweis für den herausragenden Einsatz aller Mitarbeitenden“, betont Picabo Kühn, kaufmännische Standortleitung der Helios Kliniken Mittelweser.