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Gemeinsam gegen Gewalt: Die Ausstellung „Herzschlag“ des Landeskriminalamtes Niedersachsen ist bis Mitte Oktober im Helios Klinikum Mittelweser in Nienburg zu sehen. Initiiert durch die Polizeidirektion Nienburg/Schaumburg macht sie auf Gewaltprävention und Hilfsangebote aufmerksam und ermutigt Betroffene, Unterstützung anzunehmen. Mit der Kooperationsvereinbarung gegen häusliche Gewalt und der orangenen Bank „Kein Platz für häusliche Gewalt“ setzt Helios gemeinsam mit der Polizei sichtbare Zeichen für Opferschutz und Prävention. Zusätzlich engagiert sich die Klinik im Netzwerk ProBeweis und ermöglicht damit die vertrauliche Sicherung von Spuren nach Gewalt.

29.09.2026 Lesedauer: - Min.
Ausstellung Herzschlag Gewaltprävention

Gewalt kann jeden Menschen treffen und bleibt dennoch häufig unsichtbar. Die Ausstellung „Herzschlag“ des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA) möchte sensibilisieren, zum Hinschauen ermutigen und über Gewaltprävention informieren. Bis Mitte Oktober ist die Wanderausstellung im Foyer des Helios Klinikums Mittelweser in Nienburg zu sehen.

Initiiert wurde die Ausstellung von Henri Slaar, Beauftragter für Kriminalprävention (BfK) der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. Zuvor war „Herzschlag“ von Mitte August bis Mitte September im Kloster Loccum zu sehen. Nach dem Aufenthalt in Nienburg reist die Ausstellung weiter und wird ab Februar im Landkreis Schaumburg präsentiert.

„Prävention beginnt damit, hinzuschauen und über Gewalt zu sprechen. Die Ausstellung bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu einem wichtigen Thema und kann dazu beitragen, Betroffene und ihr Umfeld zu ermutigen, Hilfe anzunehmen“, sagt Henri Slaar. „Dass das Helios Klinikum die Ausstellung unterstützt und ihr einen sichtbaren Platz gibt, ist ein wichtiges Zeichen für die gemeinsame Verantwortung in der Gewaltprävention.“

Helios ist seit 2024 Teil des Netzwerks gegen häusliche Gewalt, dem rund 40 Institutionen angehören. Federführend ist die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. Auch die orangefarbene Bank mit der Aufschrift „Kein Platz für häusliche Gewalt“ steht seit ihrer Übergabe im Foyer des Klinikums und macht auf das Thema aufmerksam.

„Als Klinik möchten wir Menschen nach Gewalterfahrungen nicht alleinlassen. Wir können medizinische Hilfe leisten, zuhören und Wege zu weiterer Unterstützung aufzeigen“, sagt Robert Fischer, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. „Betroffene sollten wissen: Sie müssen nicht sofort entscheiden, ob sie Anzeige erstatten möchten. Es gibt Möglichkeiten, Spuren zunächst sichern zu lassen.“

Eine wichtige Unterstützung bietet dabei die Teilnahme der Helios Kliniken Mittelweser am Netzwerk ProBeweis der Medizinischen Hochschule Hannover. In der Notaufnahme und der Gynäkologie stehen Kits zur Verfügung, mit denen Verletzungen und Spuren nach häuslicher oder sexueller Gewalt fachkundig dokumentiert und gesichert werden können. Die Entscheidung, was anschließend mit den gesicherten Spuren geschieht, liegt bei den Betroffenen. Das medizinische Personal unterliegt der Schweigepflicht.

Mit „Herzschlag“ und den bestehenden Hilfsangeboten setzen Polizei und Helios gemeinsam ein Zeichen: Gewalt darf nicht unsichtbar bleiben – und Betroffene sollen wissen, dass sie Unterstützung bekommen können.

 

Foto v.l.: Henri Slaar, Beauftragter für Kriminalprävention (BfK) der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg und Robert Fischer, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme

Ausstellung Herzschlag Gewaltprävention