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 Chronische Nierenerkrankung, Arzt mit Modell des Harnsystems, Urologie, geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR).

Urologie

Ob Harnsteine, Blasenschwäche, Prostatabeschwerden oder urologische Tumorerkrankungen: Unser Team der Urologie ist mit moderner Diagnostik und schonenden Behandlungsverfahren für Sie da.

Leitung
Unser Chefarzt leitet das Team mit ausgezeichneter fachlicher Expertise.
Amr A.  Gaber
Chefarzt Urologie
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Sekretariat: 03693 90-1021

Sprechstunde im MVZ MED

In enger Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Versorgungszentrum MVZ MED bieten wir eine ambulante urologische Sprechzeit in Bad Neustadt/Saale an. Termine vereinbaren Sie direkt über das MVZ.

Terminvereinbarung unter 09771 66 31 200

Unsere Leistungen

Die Klinik für Urologie deckt das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum der Urologie und Kinderurologie umfassend ab. Zu den klinischen Schwerpunkten gehören die medikamentöse und operative Uro-Onkologie unter besonderer Berücksichtigung roboter-assistierter Operationsverfahren sowie die rekonstruktive Urologie. In der minimal-invasiven Endourologie kommen modernste Therapieverfahren zur Behandlung von Steinleiden und der benignen Prostatahyperplasie zum Einsatz. Hierfür ist die Klinik unter anderem mit dem neuesten DaVinci Xi-Robotersystem sowie der Thulium-Lasertechnologie ausgestattet.

Harnsteine bilden sich, wenn bestimmte Mineralsalze im Urin so hoch konzentriert sind, dass sie auskristallisieren. Nach und nach lagern sich diese Kristalle zumeist in den Nieren ab. Von diesen kleinen Kristall-Steinen gehen etwa die Hälfte ohne weitere Behandlung spontan ab. Sind die Steine jedoch zu groß, können sie im Harnleiter zwischen Niere und Harnblase steckenbleiben und den Urinabfluss blockieren, was zu starken Schmerzen (Nierenkolik) führt. Zieht sich der Harnstau über längere Zeit hin, wird die Funktion der Niere eingeschränkt. Im schlimmsten Fall büßt sie ihre Funktion völlig ein.

 

Die Diagnostik von Harnsteinen ist durch eine hochauflösende Bildgebung gewährleistet. Das Low-Dose-CT ist heute Goldstandard, da es eine präzise Lokalisierung und Größenbestimmung des Steins bei deutlich reduzierter Strahlenbelastung ermöglicht. Dies erlaubt eine optimale präoperative Planung hinsichtlich der Wahl des passenden minimalinvasiven Zugangs.

 

Die Behandlung von Harnsteinen hat sich in den letzten Jahren durch minimalinvasive Verfahren und hochmoderne Technik grundlegend gewandelt. Ziel ist die vollständige Steinfreiheit bei maximaler Schonung des Nierengewebes und schnellster Rekonvaleszenz für die Patienten. Hier ist ein Überblick über unsere modernen Behandlungsstrategien:

 

Blasensteine:

Endoskopische Entfernung von Blasensteinen (Zystolitholapaxie):

Über die natürlichen Harnwege wird ein spezielles Endoskop (Zystoskop) in die Harnblase eingeführt. Unter direkter Sicht wird der Stein präzise lokalisiert und mittels hochmoderner Laser- oder Ultraschall-Lithotripsie in kleine Fragmente zertrümmert. Diese werden anschließend durch das Instrument sicher aus der Blase entfernt.

 

Harnleitersteine:

Über die Harnröhre führen unsere Experten ein kleines Instrument (URS) ein. Selbst größere Steine im Harnleiter oder im Nierenbecken lassen sich so auf natürlichen Weg zerkleinern und vollständig entfernen.

 

Nierensteine:

1. Ureterorenoskopische Therapie (fURS):

Mit einem hochflexiblen, digitalen Endoskop gelangen wir schonend direkt an den Stein. Mittels modernster Lasertechnologie zertrümmern wir das Konkrement sicher und können die Steinfragmente mit einem speziellen Körbchen sofort entfernen.

 

2. Minimalinvasive perkutane Steinbehandlung (Mini-PNL):

Bei komplexen oder sehr großen Nierensteinen wählen wir den direkten Weg durch einen kleinen Zugang in der Flanke. Der Stein wird mittels Faserlaser zertrümmert und anschließend vollständig ausgespült. Dies ermöglicht eine hocheffiziente Steinentfernung selbst bei ausgeprägten Befunden.

 

Die gutartige Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie – BPH) ist ein häufiges Krankheitsbild, das die Lebensqualität durch störende Miktionsbeschwerden erheblich einschränken kann. In unserer Klinik verfolgen wir einen modernen Ansatz, der maximale Entlastung bei hoher Sicherheit anstrebt.

 

1. Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P):

TUR-P ist der bewährte Standard zur Therapie der mittelgroßen Prostatavergrößerung. Über die Harnröhre wird das einengende Gewebe mittels elektrischer Schlinge in kleinen Segmenten abgetragen, um den Harnfluss sofort und nachhaltig wiederherzustellen.

 

2. Thulium-Laser-Enukleation der Prostata (ThuLEP): 

Dieses Verfahren gilt aktuell als Goldstandard in der modernen Endourologie. Mit dem Laser lösen wir das vergrößerte Prostatagewebe präzise aus der Kapsel ab. Dies ermöglicht, auch sehr große Prostataadenome sicher zu behandeln, bei minimalem Blutungsrisiko und sehr guten funktionellen Ergebnissen.

 

3. Kombinierte Eingriffe: 

Sollten zusätzlich Blasensteine oder Harnröhrenstrikturen vorliegen, behandeln wir diese bevorzugt in derselben Sitzung, um dem Patienten einen weiteren Eingriff bzw. eine zweite Narkose zu ersparen.

 

Die erfolgreiche Behandlung einer Prostatavergrößerung ist eine Frage technischer Präzision und medizinischer Erfahrung. In unserer Klinik steht der Mensch im Mittelpunkt: In einem ausführlichen Beratungsgespräch entwickeln wir eine individuelle Therapiestrategie, die präzise auf Ihre anatomischen Gegebenheiten und persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

 

 

Die Harninkontinenz ist keine Schicksalsfrage, sondern ein Symptom, das wir mit gezielter Diagnostik und modernen Behandlungsmethoden präzise einordnen und behandeln können. Bevor wir die passende Therapie festlegen, ist eine exakte Differenzierung der Inkontinenzform entscheidend.

 

Klassifikation der Harninkontinenz:

Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz):

Unwillkürlicher Urinverlust bei körperlicher Belastung, durch die es zu einer Erhöhung des intraabdominalen Drucks kommt (z. B. Husten, Niesen, Heben schwerer Lasten).

Ursache: Insuffizienz des Schließmuskelapparates oder Defizite im Beckenboden (z. B. nach Operationen oder durch Geburten).

 

Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz):

Unwillkürlicher Urinverlust, der mit einem plötzlich auftretenden, nicht unterdrückbaren Harndrang einhergeht.

  • Sensorische Dranginkontinenz: Überempfindlichkeit der Blasenwand (z. B. durch Entzündungen oder Steine).
  • Motorische Dranginkontinenz (Reizblase): Unwillkürliche Kontraktionen des Detrusormuskels (Detrusorhyperaktivität).

Mischinkontinenz:

Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Hierbei liegen sowohl eine Schwäche des Verschlussapparates als auch eine Blasenüberaktivität vor.

 

Überlaufinkontinenz:

Unwillkürlicher Urinverlust bei überfüllter Blase, die sich nicht mehr vollständig entleeren kann (chronische Harnverhaltung).

Ursache: Abflussbehinderungen (z. B. bei BPH) oder eine neurogen bedingte Schwäche des Detrusormuskels (Acontractile Detrusor).

 

Reflex-Inkontinenz:

Unwillkürlicher Urinverlust ohne vorheriges Harndranggefühl.

Ursache: Neurologische Schädigungen des Rückenmarks (z. B. Querschnittlähmung, Multiple Sklerose), die die willkürliche Kontrolle über die Blase unterbrechen.

 

Extraurethrale Inkontinenz:

Urinverlust durch Fehlbildungen, bei denen der Urin an der Harnröhre vorbei abfließt (z. B. vesikovaginale Fisteln).

 

Diagnostik:

  • Anamnese & Protokoll: Ein ausführliches Gespräch und das Führen eines Miktionsprotokolls geben erste wichtige Hinweise auf die Art der Inkontinenz.
  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung des Beckenbodens sowie Ausschluss lokaler Ursachen (z. B. Entzündungen oder Senkungszustände).
  • Labor & Ultraschall: Urinuntersuchung (Infektausschluss) und sonographische Beurteilung der Restharnbildung sowie der anatomischen Gegebenheiten.
  • Urodynamische Messung: In komplexen Fällen ermöglicht die Druck-Fluss-Messung eine präzise funktionelle Analyse von Blase und Schließmuskel.

Klinische Einteilung nach Schweregrad:

           - Grad I: Urinverlust bei schwerer körperlicher Belastung (z. B. Husten, Niesen).

           - Grad II: Urinverlust bei mittelschwerer körperlicher Belastung (z. B. Gehen, Aufstehen).

           - Grad III: Urinverlust bereits in Ruhe oder bei Lageänderung.

 

Therapie:

In einem ausführlichen Beratungsgespräch entwickeln wir eine individuelle und zielgerichtete Therapiestrategie, die präzise auf Ihre anatomischen Gegebenheiten und persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

 

Konservative Therapie: 

Bei Belastungs- oder Dranginkontinenz steht häufig ein gezieltes Beckenbodentraining (ggf. physiotherapeutisch begleitet), eine medikamentöse Therapie zur Blasenberuhigung oder eine lokale Hormontherapie an erster Stelle.

 

Operative Verfahren:

Sollten konservative Maßnahmen nicht ausreichen, bieten wir modernste chirurgische Lösungen an:

 

  • Belastungsinkontinenz: 
    Einsetzen von spannungsfreien Vaginalbändern (TVT) zur Unterstützung der Harnröhre.
  • Dranginkontinenz: 
    Bei Therapieresistenz bieten wir die Botulinumtoxin-Injektion in den Blasenmuskel oder die sakrale Neuromodulation (Blasenschrittmacher) an.
  • Höhergradige Inkontinenz:
    Implantation von artifiziellen Schließmuskelsystemen für höchste funktionelle Ansprüche.

 

In der modernen Urologie stellt die robotikassistierte Chirurgie einen technologischen Meilenstein dar. Sie ermöglicht es uns, komplexe urologische Eingriffe mit einer Präzision und Schonung durchzuführen, die weit über das herkömmliche Maß hinausgeht. Durch das modernste DaVinci Xi Operationsrobotersystem setzen wir in unserer Klinik auf diese fortschrittliche Technologie, um für unsere Patienten die bestmöglichen onkologischen und funktionellen Ergebnisse zu erzielen.

 

Robotergestützte und minimalinvasive Operationsverfahren ermöglichen in vielen Fällen eine besonders schonende Behandlung und bieten zahlreiche Vorteile.

 

Vorteile für den Operateur:

  • bessere 3D-Qualität mit 10x vergrößerter Darstellung
  • mehr Beweglichkeit
  • mehr Sicherheit

 

Allgemeine Vorteile für Patienten:

  • Minimalinvasiver Zugang
  • geringerer Blutverlust
  • weniger postoperative Schmerzen
  • schnellere Genesung
  • kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • reduziertes Risiko für Wundinfektionen
  • besseres kosmetisches Ergebnis

 

Spezielle Vorteile für Prostatakarzinompatienten:

  • Nervenschonend präziser mit besserem funktionellem Outcome
  • Die Inzidenz von Komplikationen wie erektiler Dysfunktion und Inkontinenz sinkt deutlich.

 

Einsatzbereiche des OP-Roboters in der Urologie:

  • Radikale Prostatektomie mit pelviner Lymphadenektomie und Nerverhalt bei Prostatakrebs
  • Nierenteilresektion (Tumorexzision) bei kleinen Nierentumoren
  • Radikale Nephrektomie bei großen Nierentumoren
  • Nephrektomie bei funktionsloser Niere (Hydronephrose, Schrumpfniere)
  • Nephroureterektomie mit/ohne Blasenmanschette bei Harnleiter- und Nierenbeckentumoren
  • Nierenbeckenplastik
  • Adrenalektomie (Entfernung der Nebenniere)
  • Radikale Zystektomie (Entfernung der Harnblase) mit Ileum-Conduit/-Neoblase 
  • Harnleiter-Rekonstruktion
  • Nierenzystenresektion

Ein Drittel aller kindlichen Missbildungen betreffen den Urogenitalbereich. In unserer Klinik legen wir großen Wert darauf, Diagnostik und Therapie kindgerecht, schmerzarm und mit maximaler Sicherheit durchzuführen. Unser Ziel ist es, urologische Erkrankungen bei Kindern frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu behandeln, um eine gesunde Entwicklung zu fördern.

 

Unser Leistungsspektrum:

  • Orchidopexie (Operation bei Hodenhochstand) 
  • Hydrozelenresektion (Operation bei Wasserbruch des Hodens)
  • Zirkumzision (Beschneidung), Präputiolyse, Frenulotomie (kleinere Korrekturen der Vorhaut)
  • Hypospadie
  • Refluxoperationen
  • Nierenbeckenplastik
  • Endoskopische Steintherapie
Einblicke in unsere Klinik

Weiterbildung für Ärztinnen und Ärzte

Wir bieten die Weiterbildung für die Facharztqualifikation an. Informationen zu den Weiterbildungsermächtigungen finden Sie hier.

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