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Palliativmedizin bei Helios: Die besondere Station

Auf der Palliativstation der Helios St. Anna Klinik Duisburg steht für das Team im Vordergrund, den Patienten die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Gemeinschaftsräume spielen dabei eine wichtige Rolle.

16.06.2026 Lesedauer: - Min.

Die üblichen Regeln einer Station im Krankenhaus gelten in der Palliativmedizin nur bedingt. „Wir stellen hier den Patienten in den Mittelpunkt. Er bestimmt, soweit das geht, seinen Tagesablauf“, erklärt Sektionsleiterin Dr. Barbara Kahl. Wer morgens länger schlafen möchte, wird nicht fürs Frühstück geweckt. Später am Tag hört man aus den Zimmern die Klänge einer Gitarre, wenn die Musiktherapeutin ihre Runde dreht. Auch das Wohnzimmer der Station wurde vor Kurzem extra so gestaltet, dass sich die Patienten mit ihren Familien wohlfühlen und nicht wie in einem sterilen Raum. „Manche fühlen sich wie in einer schönen Ferienwohnung“, erzählt Stationsleitung Bianca Bleuel. „Sie nehmen sich gerne eine Auszeit hier. Die Ansprüche sind aber auch anders als auf den normalen Stationen. Hier werden Hochzeiten gefeiert, der Geburtstag der Enkelkinder oder der eigene Geburtstag“.

Auch Iris Winkler hat ihren letzten Geburtstag hier verbracht. Mit ihrer weit fortgeschrittenen Krebserkrankung war für sie und ihre Familie klar, dass nur noch wenig gemeinsame Zeit bleiben würde. „Für Frau Winkler war es wichtig, dass es keine traurige Angelegenheit wird“, erinnert sich Dr. Kahl. Stattdessen organisierte sie selbst eine große Feier mit Essen, Musik und Bauchtanz. Gemeinsam mit Ärzten, Pflegekräften, Psychologen und Seelsorge konnte sich die Familie so von der Krankheit ablenken. Nur ein paar Tage später verstarb Iris Winkler auf der Station, doch die Familie hatte eine weitere schöne Erinnerung an sie.

Der Tod ist natürlicher Bestandteil der Arbeit für das Team der Palliativmedizin. Aber das bedeutet nicht, dass jeder Patient zum Sterben auf die Station kommt. Bianca Bleuel: „Zu uns kommen Patienten mit allen möglichen Erkrankungen, die bereits austherapiert sind. Das bedeutet, es geht jetzt darum, Schmerzen zu lindern und sie psychologisch zu betreuen.“ In vielen Fällen geht es dann entweder wieder nach Hause, wenn die Versorgung dort gesichert ist. Oder das Team kümmert sich um die Weiterversorgung in einem Heim oder Hospiz. Dass ihre Arbeit einen Mehrwert für die Patienten bedeutet, darüber ist sich Dr. Kahl sicher: „Wir können hier dem Leben nicht mehr Zeit geben. Aber der Zeit mehr Leben“