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Kino im Operationssaal der Burger Klinik: Pflegedirektorin der Helios Klinik Jerichower Land erlebt audiovisuelle Ablenkung statt Vollnarkose

Wegen einer schmerzhaften Arthrose im Großzehengrundgelenk musste sich Pflegedirektorin Annett Hollert operieren lassen und wählte dafür ganz bewusst ihren eigenen Arbeitsplatz, die Helios Klinik Jerichower Land. Das Besondere bei dem Eingriff: Dank einer Videobrille konnte sie die Operation entspannt und völlig ohne weitere Beruhigungsmittel miterleben.

31.07.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von

„Ich würde mich jederzeit wieder in Burg operieren lassen und auch die Videobrille sofort wieder nutzen“, sagt die Pflegedirektorin. „Als Mitarbeiterin kenne ich die hohe Qualität der Versorgung und das Engagement unserer Teams. Als Patientin habe ich genau das erlebt, was wir jeden Tag für andere Menschen erreichen wollen: Sicherheit, Vertrauen und eine hervorragende Betreuung“.

Virtuelle Welten: Traumreisestatt OP-Stress

Bei dem Eingriff entschied sich Hollert gemeinsam mit dem Anästhesie-Team für eine ultraschallgestützte Regionalanästhesie in Kombination mit einer Videobrille. Die Technologie ermöglicht es Patientinnen und Patienten, während einer Operation in virtuelle Erlebniswelten einzutauchen und sich vom Geschehen im Operationssaal abzulenken.

HEL-HKJL-Patientengeschichte Annett Hollert und Desire Meinl

Helios Klinik Jerichower Land

Ltd. Oberarzt

Die audiovisuelle Begleitung einer Operation kann dabei helfen, Anspannung und Ängste während eines Eingriffs deutlich zu reduzieren. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sie die Operation dadurch als wesentlich angenehmer empfinden. In geeigneten Fällen kann die Methode außerdem dazu beitragen, den Bedarf an zusätzlichen beruhigenden Medikamenten zu verringern.

Auch Annett Hollert war zunächst skeptisch. Während der rund einstündigen Operation nahm sie zwar wahr, dass an ihrem Fuß gearbeitet wurde, Schmerzen verspürte sie jedoch nicht. „Sobald die Brille aufgesetzt war, habe ich mich erstaunlich schnell entspannt. Für mich war das die angenehmste Operation, die ich bisher erlebt habe“.

Bewusste Entscheidung für das eigene Haus

Fast acht Jahre lang hatte Annett Hollert versucht, ihre Beschwerden mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie, Einlagen, Injektionen und speziellen Schuhen zu behandeln.

Helios Klinik Jerichower Land

Pflegedirektorin

Irgendwann war klar, dass ich meine Lebensqualität zurückhaben möchte. Ich wollte wieder schmerzfrei mit meinem Hund spazieren gehen, wandern und mich ohne Einschränkungen bewegen können. Die Entscheidung mich in Burg operieren zu lassen, habe ich bewusst getroffen. Ich kenne die Menschen, die hier arbeiten, und weiß, mit welcher Professionalität und Fürsorge sie ihre Aufgaben erfüllen. Dieses Vertrauen hat sich während meines gesamten Aufenthalts bestätigt

Mehr Lebensqualität durch den Eingriff

Bei der Operation wurde das betroffene Großzehengrundgelenk versteift und mit einer Platte sowie sechs Schrauben stabilisiert. Ziel des Eingriffs war es, die langjährigen Schmerzen dauerhaft zu beseitigen. „Frau Hollert hatte bereits zahlreiche konservative Therapieoptionen ausgeschöpft“, erklärt Désirée Meinl, Oberärztin für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie. „Die Versteifung des Großzehengrundgelenks ist in solchen Fällen ein bewährtes Verfahren, um Schmerzen nachhaltig zu reduzieren und die Mobilität im Alltag wieder deutlich zu verbessern“.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Heute ist Annett Hollert wieder aktiv unterwegs und genießt ihre neu gewonnene Bewegungsfreiheit. „Ich werde vielleicht keine hohen Absätze mehr tragen“, sagt sie schmunzelnd. „Aber ich kann wieder wandern, Motorrad fahren und mit meinem Hund lange Strecken laufen. Das bedeutet für mich echte Lebensqualität“.

Moderne Medizin vor Ort

Für Annett Hollert zeigt ihre eigene Erfahrung, dass innovative Behandlungsmöglichkeiten nicht nur in großen Zentren zu finden sind. „Viele Menschen würden wahrscheinlich nicht erwarten, dass eine Videobrille bei einer Operation zum Einsatz kommt. Umso schöner ist es, dass wir solche modernen Verfahren hier in Burg anbieten können. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Es funktioniert. Gerade Patientinnen oder Patienten, die Ängste vor Eingriffen haben, lege ich die virtuelle Ablenkung ans Herz“.

Hintergrund: Warum funktioniert die Videobrille bei der Operation?

Die Brille nutzt die Funktionsweise unseres Gehirns, um Angst und Schmerzen im OP drastisch zu senken. Das menschliche Gehirn kann zur gleichen Zeit immer nur einer begrenzten Anzahl von Reizen folgen. Rund 80 Prozent der Umgebung nimmt der Mensch über Augen und Ohren wahr, genau hier setzt die Methode an.

Mithilfe einer Videobrille und Kopfhörern werden Patienten in eine Art Trance versetzt. „Wie bei einer Hypnose führt die Brille zu einem Zustand fokussierter Aufmerksamkeit“, erklärt Oberarzt der Anästhesie Sascha Ussat. „Außenreize wie OP-Geräusche, aber auch Stress und Schmerzimpulse von innen werden vom Gehirn einfach ausgeblendet.“

Medizinischer Austausch über die Klinikgrenzen hinaus – Videobrille im Cluster Magdeburg

Die Videobrille kommt nicht nur in der Helios Klinik Jerichower Land zum Einsatz, sondern wird auch im Klinikverbund des Cluster Magdeburgs in der Helios Klinik Köthen und in der Fachklinik Vogelsang-Gommern bei geeigneten Eingriffen eingesetzt.