Was werdende Eltern jetzt wissen müssen
Geburt in Zeiten von Corona

Was werdende Eltern jetzt wissen müssen

Schleswig

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern die schönste Erfahrung und eines der emotionalsten Ereignisse im Leben. Die zunehmende Ausbreitung des Corona-Virus besorgt aktuell jedoch viele Frauen, die in den nächsten Wochen und Monaten ihr Baby erwarten. Das Geburtshilfe-Team des Helios Klinikum Schleswig ist auch in Zeiten von Corona weiterhin rund um die Uhr für die Schwangeren da. Chefarzt Dr. Marek Volkmer beantwortet Fragen, die viele Frauen jetzt beschäftigen.

"Das Corona-Virus macht auch vor der Geburtshilfe nicht Halt. Für uns steht das Wohl der Mutter und ihres Kindes an erster Stelle. Um die Schwangeren und ihre Familien zu schützen, haben wir deshalb vorsorgliche Maßnahmen festgelegt. Dennoch bemühen wir uns, den einzigartigen Augenblick der Geburt so individuell wie möglich zu gestalten", sagt Dr. Marek Volkmer.

Um die Patientinnen ebenso wie die Mitarbeiter des Krankenhauses zu schützen, fallen alle für April geplanten Veranstaltungen im Helios Klinikum Schleswig aus. Dazu gehört auch der Elterninfo-Abend mit Kreißsaal-Besichtigung für werdende Eltern, der sonst immer am zweiten Dienstag im Monat stattfindet.

"Wir unterstützen die werdenden Mütter in ihrem Wunsch, den Partner oder eine andere Begleitperson zur Geburt mitzubringen", erläutert der Chefarzt. Voraussetzung ist, dass die Begleitperson nicht positiv auf COVID-19 getestet wurde und keine Erkältungssymptome bzw. grippeähnliche Symptome (Fieber in den letzten 14 Tagen über 37,8 Grad oder Husten und Luftnot) aufweist. Sollten unter der Geburt derartige Symptome auftreten, muss die Begleitperson aus Sicherheitsgründen auf die weitere Teilnahme an der Geburt verzichten.

Darüber hinaus bittet das Geburtshilfe-Team Schwangere darum, vorab anzurufen, wenn sie das Klinikum zur Geburt aufsuchen möchten und grippeähnliche Symptome zeigen oder Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall oder einer Person hatten, die in einem als Risikogebiet eingestuften Gebiet war. Bei der Behandlung von Schwangeren mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion oder aber einer bestätigten Covid19-Infektion folgt das Team der Gynäkologie und Geburtshilfe den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sowie den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.

"Jede Schwangere und auch der Partner werden vor Eintritt in das Krankenhaus und auch noch einmal vor Eintritt in den Kreißsaal auf Infektionszeichen befragt und ggf. auch untersucht. Liegen keine Hinweise auf eine Infektion vor, steht einer normalen Geburt nichts im Wege. Einzig ein normaler Mundschutz wird den werdenden Eltern angelegt", erläutert der Chefarzt das Verfahren.

Stellt sich eine Schwangere mit nachgewiesener Infektion bzw. Kontakt zu einer Person mit nachgewiesener Infektion oder aber verdächtigen Symptomen vor, werden die entsprechenden Quarantäne- und Schutzmaßnahmen eingeleitet. Dazu zählt auch das Anlegen von Schutzkleidung. "In unserer Klinik halten wir für den Ernstfall ein Isolationszimmer auf der Entbindungsstation vor. Dieser kann bei Bedarf zur Entbindung und auch als Wochenbettzimmer genutzt werden", so Volkmer.

Die Vorsichtsmaßnahmen sind zwingend erforderlich; gleichzeitig ist es dem Chefarzt wichtig, den werdenden Eltern Ängste zu nehmen und beruhigt: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Nach heutigem Kenntnisstand ist eine Infektion mit dem Coronavirus in der Schwangerschaft nicht mit dem Risiko einer Frühgeburt assoziiert. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann."

Im gesamten Klinikum gilt ein Besuchsverbot - das betrifft auch die Wochenbettstation. "Der Besuch ist, das tut mir persönlich sehr leid, auch nur auf die unmittelbare Geburt beschränkt. Ein Besuch auf der Wochenbettstation oder die Begleitung in den OP bei einem Kaiserschnitt sind nicht mehr möglich", sagt Volkmer. "Wir bedanken uns für das Verständnis, das uns die werdenden Eltern und jungen Familien bislang entgegengebracht haben. Es handelt sich um vorsorgliche Maßnahmen, von denen wir wieder absehen, sobald die Landesregierung das verordnete Besuchsverbot aufhebt."

Schwangere, die verunsichert sind oder weitere Fragen haben, erreichen das Sekretariat der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe montags bis freitags von 7:30 bis 16:00 Uhr unter der Telefonnummer (04621) 812-1271. Das Team des Kreißsaals ist rund um die Uhr telefonisch unter (04621) 812-1274 erreichbar. Weitere Informationen zu den Regeln im Kreißsaal und der Wochenbettstation finden sich auch auf unserer Internetseite