Nachgefragt

Nachgefragt

Im Gespräch mit Dörte Wessel, Stationsleitung der Intensivstation

Wieso hast Du Dich für einen Beruf in der Pflege entschieden?

Vor 25 Jahren habe ich mich für eine Ausbildung zur Krankenschwester entschieden. Während meines FSJ auf einer onkologischen Station habe ich gemerkt wie viel Spaß mir die Arbeit in der Pflege macht. Das positive Feedback meiner Arbeitskollegen und der Patienten hat mich darin bestärkt in die Pflege zu gehen. Der Pflegeberuf ist vielfältig, krisensicher und kein Tag ist wie der andere – das macht den Beruf so unglaublich reizvoll. Zudem bieten die zahlreichen Spezialisierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten ganz unterschiedliche Chancen seinen Weg in der Pflege zu gehen und Karriere zu machen.

Wie sieht derzeit dein Arbeitsalltag aus?

Seit Januar dieses Jahres habe ich die Stationsleitung der Intensivstation im Helios Klinikum Schleswig übernommen. Mein Arbeitstag ist eine Mischung aus organisieren, koordinieren, motivieren und unterstützen.  Als Stationsleitung bin ich dafür verantwortlich, dass die Stationsabläufe weitestgehend reibungslos funktionieren und die Patientenversorgung sichergestellt ist. Absprachen mit den Ärzten und den Pflegekräften sind da an der Tagesordnung. Ferner bestimmt und verändert auch die Corona-Pandemie meinen Arbeitsalltag. Die Versorgung von Corona-Patienten ist durchaus intensiver und umfangreicher. Zugleich müssen wir darauf vorbereitet sein, weitere Corona-Patienten zu versorgen. Hierfür haben wir einen Eskalationsplan, der dann greift.

Wie begegnen Dir andere in Deinem Arbeitsalltag?

Ich habe das Glück täglich mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten. Insbesondere die Arbeit mit meinem Team macht mir besonders Spaß. Die Kollegen haben mich herzlich aufgenommen. Wir helfen uns gegenseitig, versuchen gemeinsam die Erfahrungen und Eindrücke, die wir täglich auf der Station erleben, zu verarbeiten und uns Kraft zu geben. Ein respektvoller Umgang ist dabei das A und O. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die aktuelle Pandemie auch an den Kräften jedes einzelnen zerrt und man sich erschöpft fühlt. Hier versuche ich als Stationsleitung eine Stütze zu sein. 

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Die Corona-Pandemie hat unseren beruflichen und privaten Alltag schon stark verändert; hier darf gerne wieder mehr Normalität einkehren. Für den Pflegeberuf wünsche ich mir mehr Wertschätzung und einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft. Damit sich auch junge Leute für eine Zukunft in der Pflege entscheiden. Denn es ist ein schöner Beruf – man gibt so viel, und bekommt so viel von den Patienten zurück.