Schaufensterkrankheit - Wenn Beine „frische Luft“ brauchen

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) - auch Schaufensterkrankheit genannt - ist eine Durchblutungsstörung der Beine. Besonders gefährdet sind Raucher und Diabetiker. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bluthochdruck und zu hohe Blutfette. Allerdings spielen auch das Alter, Geschlecht und die erbliche Veranlagung bei der Entstehung der Schaufensterkrankheit eine Rolle. Ein ganz wichtiger Schutzfaktor ist mehr Bewegung.

Anfangs ist die Erkrankung schmerzlos und beginnt schleichend.  Erst wenn die Durchblutung so weit eingeschränkt ist, dass die betroffenen Muskeln unter Sauerstoffmangel leiden, macht sich dies beim Gehen oder Treppensteigen durch heftige krampfartige Schmerzen in der Wade, aber auch im Fuß, Oberschenkel oder Gesäß bemerkbar, welche den Patienten zum Stehen bleiben zwingen. Die Beschwerden klingen nach dem Stehenbleiben rasch wieder ab.  Schreitet die Durchblutungsstörung weiter fort, bestehen bereits Schmerzen in Ruhe. In schwersten Fällen stirbt Gewebe ab und es droht die Amputation von Gliedmaßen.

Bei Verdacht auf PAVK erfolgt eine körperliche Untersuchung, die durch eine Belastungsuntersuchung (zum Beispiel auf dem Laufband) bis zum Auftreten der Schmerzsymptomatik ergänzt werden kann.  Eine aussagefähige Möglichkeit der Frührerkennung bietet der sog. Knöchel-Arm-Index (ABI).  Hierbei wird der Blutdruck an den Knöcheln mit dem Blutdruck am Arm verglichen, um so den Schweregrad der Durchblutungsstörung abschätzen zu können. Weitergehende Informationen über den Zustand der Beingefäße erbringen eine Ultraschalluntersuchung (farbkodierte Duplexsonografie), eine  Magnetresonanz-Angiografie (MRA) oder CT-Angiografie. Die beste Aussagekraft hat die (invasive) Angiographie (Gefäßröntgendarstellung), bei der zugleich auch kathetergestützte Behandlungen durchgeführt werden können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ein ganz wichtiger Schutzfaktor ist mehr Bewegung. Im frühen PAVK-Stadium bilden Gehtraining und spezielle Gymnastik die Grundlage der Behandlung (regelmäßiges Training von täglich 30 bis 40 Minuten). Es führt unter anderem zur Bildung neuer Blutgefäße, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen können. Die Schmerzen nehmen ab, die mögliche Gehstrecke wird oft erheblich verlängert.

Unterstützt wird die PAVK-Therapie durch Medikamente:
Da Patienten mit Durchblutungsstörungen der Beine auch ein erhöhtes Risiko für Durchblutungsstörungen anderer wichtiger Organe (Herz, Gehirn) haben, sollten konsequent alle Risikofaktoren für eine Gefäßverkalkung behandelt werden. Hierzu gehört der Verzicht auf das Rauchen sowie die medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhter Cholesterinwerte. Daher wird die lebenslange Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) und eines Fettsenkers empfohlen.

Zur Verbesserung der Durchblutung an den Becken- und Beinschlagadern stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  1. Mittels „Ballon-Dehnung“ (Perkutane Transluminale Angioplastie oder kurz PTA) können Engstellen von innen aufgedehnt werden. Dabei wird zunächst ein Draht unter Röntgenkontrolle bis zur Engstelle vorgeschoben und dann der Ballon aufgepumpt. Sogenannte Stents (Gefäßprothesen) halten das Gefäß von innen offen.
  2. Bei längerstreckigen Verschlüssen kann eine Gefäßumgehung mittels Bypass nötig sein. Solche Bypässe können aus Kunststoff oder besser aus körpereigenen Venen des PAVK-Patienten gemacht werden.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Der langfristige Erfolg einer Behandlung hängt wesentlich davon ab, wie konsequent Sie gegen Ihre Risikofaktoren vorgehen, wie konsequent Sie Ihr Gehtraining durchführen und wie konsequent Sie Ihre Medikamente einnehmen.