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Endokrine Chirurgie

Unser Ärzteteam bietet Ihnen die operative Therapie im Falle von Erkrankungen der sogenannten endokrinen Organe – dies sind Organe, welche die Hormone, die sie produzieren, direkt ins Innere des Körpers abgeben. Dazu zählen unter anderem die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen sowie die Nebennieren.

In unserer Abteilung führen wir folgende Eingriffe durch:

Jodmangel ist in Deutschland die Hauptursache für die Entstehung einer gutartigen Schilddrüsenvergrößerung (Struma). Hierbei werden knotige Veränderungen von diffusen Vergrößerungen unterschieden. Des Weiteren unterscheidet man Veränderungen nach der Funktionslage der Schilddrüse. Neben der Normalfunktion kann es zu einer Über- oder Unterfunktion kommen. Bei den Knoten wird zwischen sogenannten „heißen“ Knoten und „kalten“ Knoten unterschieden. Die „heißen“ Knoten produzieren das Schilddrüsenhormon, sodass es zu einer unregulierten Schilddrüsenüberfunktion kommen kann. In den „kalten“ Knoten können sich  unter Umständen bösartige Tumoren entwickeln. Vor einer Schilddrüsen-Operation wird genau geprüft, ob bei „heißen“ Knoten eventuell auch eine Strahlentherapie, durch mit radioaktiven Substanzen markiertes Jod (Radiojodtherapie), in Frage kommt.

Ablauf der Operation

Die Schilddrüse besteht aus zwei Lappen, ähnlich wie bei einem Schmetterling, die vor der Luftröhre miteinander verbunden sind. Bei der Operation setzen wir, soweit möglich, funktionserhaltende Verfahren ein. Das heißt, dass wir je nach individueller Erkrankung und Situation möglichst alle knotenfreien und funktionstüchtigen Areale des Schilddrüsengewebes erhalten. Oft ist aber die komplette Entfernung eines Schilddrüsen-Lappens oder auch nahezu beider Lappen notwendig. Bei der Operation werden heute sehr sichere und schonende Operationstechniken eingesetzt. Dies geschieht insbesondere zur Schonung der Stimmbandnerven, um eine Heiserkeit nach der Operation möglichst zu vermeiden. Die Raten der nach der Operation auf Dauer verbleibenden Heiserkeit liegen heute um 0,5 %, das heißt, dass diese Operation sehr sicher für die Patienten durchgeführt werden kann. Während der Operation werden die Stimmbandnerven ganz sorgfältig aufgesucht und geschont, die Funktion der Stimmbandnerven wird während der Operation mit bestimmten Messmethoden (Neuromonitoring) kontrolliert.

Vor einer Schilddrüsen-Operation sind einige Untersuchungen notwendig, unter anderem die Bestimmung der speziellen Schilddrüsen-Laborwerte, eine Ultraschalluntersuchung, in bestimmten Fällen auch eine sogenannte Schilddrüsen-Szintigraphie. Vor und nach der Operation wird die Stimmbandfunktion durch eine HNO-ärztliche Überprüfung kontrolliert.

Nach der Operation wird festgelegt, ob eine Medikamenteneinnahme auf Dauer notwendig ist. Möglicherweise notwendige Medikamente sind Jodid und ein Schilddrüsenhormon.

Auch in der Schilddrüsenchirurgie hat in speziellen Fällen die Minimal-Invasive-Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) Einzug gehalten. Dank dieser schonenden Technik kann insbesondere das kosmetische Ergebnis verbessert werden.

Die Nebenschilddrüsen sind ein doppelpaarig angelegtes Organ (Drüse), sie befinden sich an der Rückseite der Schilddrüse. Auf jeder Halsseite finden sich somit zwei Nebenschilddrüsen, die sich eng an der Schilddrüse befinden. Bei der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse handelt es sich um völlig unabhängige Organe, die jedoch „zufällig“ nebeneinander liegen. Funktionell sind die Nebenschilddrüsen für den Kalziumhaushalt und für den Knochenstoffwechsel verantwortlich. Bei krankhaften Veränderungen handelt es sich meist um die Überfunktion einer Nebenschilddrüse oder mehrerer Nebenschilddrüsen. Dies geschieht häufig in Verbindung mit einer langjährigen Dialysebehandlung (Nierenwäsche). Als Folge der Nebenschilddrüsenerkrankung können Störungen im Knochenbau, Nierenerkrankungen (Nierensteine), Magengeschwüre und Gallensteinbildungen, aber auch Bauchspeicheldrüsenentzündungen auftreten.

Vor der Operation sind genaue Laboruntersuchungen sowie eine oder wiederholte Ultraschalluntersuchungen der Halsregion notwendig. In bestimmten Fällen führen wir auch eine Computertomographie oder Kernspintomographie durch. 

Ablauf der Operation

Die operative Therapie der Nebenschilddrüsenerkrankungen erfolgt über einen kleinen Hautschnitt am Hals. Dabei wird die erkrankte Nebenschilddrüse komplett oder zu großen Teilen operativ entfernt. Hierbei kommen die gleichen schonenden Operationstechniken zur Anwendung wie in der Schilddrüsenchirurgie: Die Schonung der Stimmbandnerven durch genaues Aufsuchen, die operative Schonung sowie die apparative Messung der Nervenfunktion (Neuromonitoring). Während bei einer Schilddrüsen-Operation die Nebenschilddrüsen bewusst geschont werden, ist es bei Nebenschilddrüsen-Operationen mitunter notwendig, erkrankte Schilddrüsenanteile mit zu entfernen.

In ausgewählten Fällen werden minimal-invasiv-chirurgische Operationsverfahren (Schlüssellochchirurgie) eingesetzt, insbesondere zur noch weiteren Verbesserung der kosmetischen Ergebnisse.

Die Nebennieren sind Drüsen, die in der Nähe des oberen Nierenpoles, jeweils beiderseits, lokalisiert sind. Sie liegen quasi auf den Nieren auf. Funktionell haben die Organe Niere und Nebennieren nichts miteinander zu tun. Viele lebenswichtige Hormone werden in den Nebennieren gebildet, so beispielsweise Glucocorticoide, Aldosteron, Adrenalin und Noradrenalin.

Tumore der Nebenniere können hormonaktiv oder -inaktiv sein. Die funktionelle Situation muss vor einer Operation sicher geklärt sein. Dazu sind spezielle Laboruntersuchungen und mehrfache Urinuntersuchungen (24-Stunden-Sammelurin) notwendig. Weiterhin werden Ultraschalluntersuchungen, die Computertomographie oder die Kernspintomographie, gegebenenfalls auch eine Szintigraphie (nuklearmedizinische Untersuchung) der Nebennieren durchgeführt.

Ablauf der Operation

Bei hormonaktiven Tumoren führen wir vor der Operation eine Medikamententherapie durch. Dies dient dazu, das Risiko einer lebensbedrohlichen Blutdruckkrise während der Operation zu senken. Wir verwenden dabei sogenannte Alpha-Blocker, sofern notwendig in Ergänzung mit Beta-Blockern. Diese Behandlung ist einige Tage vor der Operation notwendig.

Die Operation von Tumoren der Nebenniere erfolgt heute meistens in minimal-invasiv-chirurgischer Technik (Schlüssellochchirurgie). Dazu stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, die wir bei unseren Patienten individuell einsetzen. In bestimmten Fällen ist die Operation in offener chirurgischer Technik notwendig, vor allem bei sehr großen und bei bösartigen Nebennierentumoren.

Bei bestimmten Tumoren der Bauchspeicheldrüse führen wir  in unserer Abteilung ebenfalls operative Therapien durch.

Gutartige Tumore der Bauchspeicheldrüse sind eher selten. Sie können verschiedene Hormone ins Blut abgeben und den Körperhaushalb auf diese Weise teils erheblich stören. In solchen Fällen ist eine Operation notwendig, in der der Tumor entfernt wird. Das geeignete Operationsverfahren wählen wir abhängig von Art und Ausmaß des Tumors sowie den individuellen Besonderheiten des Patienten. Immer häufiger können wir hierbei auch schonende minimal-invasiv-chirurgische Verfahren („Schlüssellochtechnik“) einsetzen.

Bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse wachsen relativ schnell und können frühzeitig in andere Organe streuen. Daher bestehen die besten Heilungschancen, wenn der Krebs im Frühstadium entdeckt wird. Eine Behandlung erfolgt interdisziplinär gemeinsam mit weiteren Fachabteilungen der Klinik. Zusammen legen wir dann einen individuellen Therapieplan, einschließlich der operativen Behandlung, für den Patienten im interdisziplinären Tumorboard fest.