Schützen Sie Ihre Familie

Wie kann ich meine Angehörigen schützen?

Wer an Darmkrebs erkrankt ist, sollte wissen, dass seine direkten Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder) durch die eigene Erkrankung ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben. Diese legt sozusagen den Grundstein für ein „familiäres Darmkrebsrisiko“. Konkret bedeutet dies, dass direkte Verwandte von Personen, bei denen Darmkrebs festgestellt wurde, gegenüber Menschen mit normalem Darmkrebsrisiko ein zwei- bis vierfach höheres Risiko haben, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken.

Die gute Nachricht ist: Auch Menschen mit erhöhtem Risiko können verhindern, dass sich bei ihnen ein Darmtumor entwickelt. Sie müssen sich nur frühzeitig über geeignete Vorsorgemaßnahmen beraten lassen und diese dann auch in Anspruch nehmen. Wer weiß, dass er ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs hat, kann sich durch rechtzeitige Vorsorge wirkungsvoll vor dieser Erkrankung schützen. Wichtig ist aber, dass er wesentlich früher damit beginnt als familiär nicht belastete Personen.

Was bedeutet das erhöhte Darmkrebsrisiko für meine Familie?

  • Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöht sich durch Ihre eigene Diagnose für Ihre Kinder, Geschwister und Eltern im Vergleich zu familiär nicht belasteten Personen um das Zwei- bis Vierfache.
  • Ihren Kindern, Geschwistern und Eltern wird deshalb geraten, wesentlich früher als andere Menschen mit der Darmkrebsvorsorge zu beginnen. Familiär belasteten Menschen wird als Vorsorgemethode die Durchführung einer Darmspiegelung empfohlen. Sie sollte 10 Jahre vor dem Alter, in dem bei Ihnen Darmkrebs aufgetreten ist, spätestens jedoch mit 40 bis 45 Jahren gemacht werden.
  • Gibt es außer Ihrer eigenen Darmkrebserkrankung weitere Fälle von Darmkrebs in der Familie, liegt möglicherweise eine erbliche Belastung für diese Krebserkrankung vor. Die Vorsorgeuntersuchung von Familienangehörigen mittels Darmspiegelung kann in solchen Fällen bereits ab dem 25. Lebensjahr angezeigt sein. Ihre Angehörigen sollten sich hierzu auf jeden Fall von einem Facharzt beraten lassen.

Bitte sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über das erhöhte Risiko. Für Ihre Familie ist es jetzt wichtig zu wissen, dass sie aktiv etwas tun kann, um nicht an Darmkrebs zu erkranken. Motivieren Sie Ihre Familie, mit einem Arzt über die vorhandenen Vorsorgemöglichkeiten zu sprechen. Auch wenn Ihnen das Sprechen über Ihre Krankheit und die damit verbundenen Konsequenzen für Ihre Familie im Augenblick vielleicht nicht leicht fällt – denken Sie daran: Sie helfen damit Ihren Kindern, Geschwistern und Eltern, gesund zu bleiben.

Mehr Informationen zum familiären und erblichen Darmkrebs finden Sie unter: www.darmkrebs.de