Ostereier: Cholesterinbombe oder Proteinquelle?
Pressemitteilung

Ostereier: Cholesterinbombe oder Proteinquelle?

Burg

Was ist eigentlich dran am Ei? Wie viele darf ich essen und wie ist das mit dem Cholesterin? Kathleen Voigt, Diätassistentin in der Helios Klinik Jerichower Land klärt über Mythen rund um den Eierverzehr auf.

Es ist richtig: Eier enthalten viel Cholesterin. „Es stimmt auch, dass zu viel davon Herz und Gefäße belastet“, bestätigt Kathleen Voigt vom Ernährungsteam der Helios Klinik Jerichower Land. „Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass sich Eier eigentlich kaum auf den Cholesterinspiegel auswirken.“  Tatsächlich zählt Cholesterin zu den lebensnotwendigen Stoffen für den menschlichen Körper. Der Organismus produziert ihn sogar selbst. Gelangt dieser Stoff beispielsweise durch ein üppiges Osterfrühstück in den Organismus, vermeiden gleich zwei Sicherheitsmechanismen ein Überangebot. Zum einen drosselt der Körper die Eigenproduktion, zum anderen ist die Cholesterinaufnahme über den Darm begrenzt und der Körper scheidet überflüssiges Cholesterin wieder aus. 

Was steckt drin im Ei?

Durch seinen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist das Ei als Bestandteil einer gesunden Ernährung sogar wichtig. „Unser Körper kann das Eiweiß von Hühnereiern besonders gut zum Aufbau von eigenen Proteinen nutzen. Es enthält neben Eiweiß auch Fett, fast keine Kohlenhydrate, dafür aber viele Mineralstoffe und Vitamine“, so Diätassistentin Kathleen Voigt. Der hohe Eiweißgehalt unterstützt die Sättigung und kann auch bei der Gewichtsabnahme helfen.  
Eier von freilaufenden Hühnern, die viel Grünfutter fressen, enthalten besonders viel Lycopin, einen Stoff, den der Körper nicht selbst bilden kann. Dieses wirkungsvolle Antioxidans mit diversen Schutzwirkungen sollte in der Nahrung nicht fehlen. Der Stoff Lecithin schützt die Leber und Dickdarmschleimhaut und verbessert die Konzentrations- bzw. Gedächtnisfähigkeit. Es vermindert zudem im Darm die Aufnahme des Cholesterins aus dem Eigelb.

Wie viele Eier am Tag sind unbedenklich?

Die von Gesundheitsorganisationen aufgestellte Regel, höchstens drei Eier pro Woche zu genießen, ist daher nicht mehr zeitgemäß. Jedoch Risikopatienten mit Gefäßverkalkungen, bestimmten Herzerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen oder schlecht eingestelltem Diabetes sollten weiterhin nur 2-3 Eier in der Woche verzehren, darin sind sich die Deutsche Herzstiftung und britische Forscher einig. Dabei sollte auch beachtet werden, dass in verschiedensten Lebensmittelprodukten Eier verwendet werden, auch wenn das für den Konsumenten nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft. Dies gilt auch bei Speisen für Kinder. Aufgrund der Allergiegefahr sollten diese bis zum Ende des ersten Lebensjahres keine Eier essen.

Und was hat es nun mit dem Cholesterin auf sich?

Lange galt das Ei als gefährliche Cholesterinbombe, doch Eier sind für gesunde Menschen nicht unbedingt schädlich. Studien haben nachgewiesen, dass ein oder zwei Eier pro Tag den Cholesterinspiegel nicht gesundheitsschädigend erhöhen. Das Ei ist also besser als sein Ruf! Durch seinen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist es als Bestandteil einer gesunden Ernährung empfehlenswert.
Natürlich kommt es nicht nur auf den Verzehr von Eiern an: Bewegt man sich genug, ernährt sich gesund und isst möglichst wenig und nur mageres Fleisch, nicht täglich Wurst oder Käse mit hohem Fettanteil, dafür aber oft Vollkornprodukte, Gemüse, Fisch und Hülsenfrüchte, muss man sich nicht um seinen Eierkonsum sorgen – und zu Ostern darf es auch mal ein Ei mehr sein – am besten natürlich von freilaufenden Hühnern.