„Für viele werdende Mütter ist die Geburt ein sehr persönlicher Moment. Sie wünschen sich Zeit, Ruhe und eine individuelle Begleitung“, sagt die leitende Hebamme Christina Thamm. „Genau das steht bei uns im Mittelpunkt: zuhören, Vertrauen schaffen und gemeinsam mit den Frauen ihren ganz eigenen Weg der Geburt gestalten.“
Das Konzept verbindet eine geburtshausähnliche Atmosphäre mit der Sicherheit moderner Medizin. Medizinische Maßnahmen werden bewusst reduziert und nur dann eingesetzt, wenn sie notwendig sind. Zum Einsatz kommen unter anderem Entspannungsangebote, Massagen, Bäder sowie alternative Methoden wie Akupunktur. Im Mittelpunkt steht dabei die 1:1-Betreuung – mit Raum für persönliche Wünsche und Bedürfnisse.
Voraussetzung für eine Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal ist eine unauffällige, risikoarme Schwangerschaft. Dazu zählen unter anderem eine Einlingsschwangerschaft in Schädellage, eine Schwangerschaftsdauer zwischen der 37. und 41. Woche, ein altersentsprechend entwickeltes Kind sowie unauffällige kindliche Herztöne und ein regelrechter Plazentasitz. Auch der allgemeine Gesundheitszustand der werdenden Mutter spielt eine entscheidende Rolle.
Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird im Vorfeld im Rahmen mehrerer Untersuchungen sorgfältig geprüft. Dazu gehören eine erste Vorstellung in der Hebammensprechstunde während der Schwangerschaft, eine gemeinsame Geburtsplanung mit Hebamme und Facharzt sowie eine abschließende Einschätzung kurz vor dem errechneten Termin.
Während der Geburt erfolgt eine kontinuierliche 1 zu 1 Betreuung durch eine Hebamme. Ärztinnen und Ärzte sind rund um die Uhr im Haus und können jederzeit hinzugezogen werden. Sollte sich im Geburtsverlauf eine medizinische Notwendigkeit ergeben, ist eine sofortige Überleitung in den ärztlich geleiteten Kreißsaal möglich – ohne Verzögerung und ohne Raumwechsel.
Auch die Kinderklinik ist eng in das Konzept eingebunden.
Der hebammengeleitete Kreißsaal ergänzt die bestehende Geburtshilfe und erweitert die Wahlmöglichkeiten für werdende Eltern in der Region. „Wir hören den Frauen zu und nehmen ihre Wünsche ernst – und genau daraus ist dieses Angebot entstanden“, so das gemeinsame Fazit. „Es verbindet Selbstbestimmung und Sicherheit – und stellt die Bedürfnisse von Mutter und Kind in den Mittelpunkt.“