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Vom Retter zum Patienten: Feuerwehrmann entgeht nach schwerem Autounfall möglicher Lähmung

Ein schwerer Verkehrsunfall verändert für Dominik B. aus Schwarmstedt innerhalb weniger Sekunden alles: Der 39-jährige Feuerwehrmann prallt mit seinem Auto gegen einen Baum und erleidet eine komplexe Wirbelsäulenverletzung. In den Helios Kliniken Mittelweser übernimmt die neue Chefärztin der Neurochirurgie, Dr. Catharina Junghans, die anspruchsvolle Notoperation. Dank der schnellen medizinischen Versorgung bleibt der Familienvater von einer möglichen Lähmung verschont. Für den erfahrenen Rettungssanitäter bedeutet der Unfall einen besonderen Perspektivwechsel: Er erlebt erstmals selbst, wie entscheidend eine gut funktionierende Rettungskette ist.

22.10.2026 Lesedauer: - Min.
Feuerwehrmann Dominik, Chefärztin Dr. Catharina Junghans

Normalerweise ist Dominik B. derjenige, der anderen Menschen in Not zur Seite steht. Als Feuerwehrmann und ausgebildeter Rettungssanitäter hat der 39-Jährige aus Schwarmstedt bereits zahlreiche Verkehrsunfälle erlebt. Doch am 12. Oktober 2026 ist er plötzlich selbst auf Hilfe angewiesen: In einer langgezogenen Rechtskurve verliert er auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug. Trotz eines Gegenlenkversuchs prallt er mit rund 90 Stundenkilometern frontal gegen einen Baum. Dabei erleidet er eine schwere Verletzung der Lendenwirbelsäule.

„Ich hatte sofort unerträgliche Schmerzen im Rücken. Die Airbags hatten ausgelöst und es qualmte im Fahrzeug. Mir war schnell klar, dass etwas mit meiner Lendenwirbelsäule nicht stimmt“, erinnert sich der Patient. Mit seiner Faust versucht er, die schmerzende Stelle zu stabilisieren. Ein Ersthelfer öffnet die Fahrzeugtür und alarmiert sofort den Rettungsdienst.

Anspruchsvoller Eingriff an der Wirbelsäule

In den Helios Kliniken Mittelweser wird der Schwerverletzte unmittelbar im Schockraum versorgt. Die bildgebende Diagnostik zeigt eine Berstungsfraktur des fünften Lendenwirbelkörpers. Durch die enorme Wucht des Aufpralls ist der Wirbel regelrecht zertrümmert worden, Knochensplitter haben zudem die schützende Hülle der Nervenfasern verletzt.

Dr. Catharina Junghans, die am 1. Oktober ihre Tätigkeit als Chefärztin der Neurochirurgie aufgenommen hat, entscheidet sich für eine sofortige Operation. „Die besondere Herausforderung bestand darin, dass die Knochensplitter die sogenannte Nervenhaut zerrissen hatten. Eine solche Verletzung birgt das Risiko dauerhafter Nervenschädigungen bis hin zu Lähmungen“, erklärt die Neurochirurgin.

Während des Eingriffs stabilisiert sie die Wirbelsäule mithilfe von vier Schrauben und zwei Verbindungsstäben. Anschließend verschließt sie die verletzte Nervenhaut mit einer feinen Naht. „Von entscheidender Bedeutung war, dass wir ihn ohne Zeitverlust direkt vor Ort operieren konnten. Ein weiterer Transport hätte bei dieser instabilen Verletzung zusätzliche Risiken bedeutet. Umso erfreulicher ist es, dass er trotz der Schwere des Unfalls keine motorischen Ausfälle aufweist“, betont Junghans.

Die Rettungskette aus einer neuen Perspektive

Nach der Operation wird der Patient zunächst auf der Intensivstation überwacht, kann jedoch schon bald auf die Normalstation verlegt werden. Für den zweifachen Familienvater bedeutet der Unfall auch einen ungewohnten Perspektivwechsel. Seit 2009 ist er im Feuerwehrdienst tätig, seit 2015 arbeitet er bei der Flughafenfeuerwehr. Als ausgebildeter Rettungssanitäter kennt er die Abläufe einer Unfallrettung aus eigener Erfahrung.

„Bislang war ich immer selbst Teil der Rettungskette. Nun habe ich zum ersten Mal erlebt, wie es sich anfühlt, auf der anderen Seite zu stehen und auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Von den Ersthelfern über den Rettungsdienst und die Versorgung im Schockraum bis hin zur Operation und der anschließenden Betreuung auf der Station hat alles hervorragend ineinandergegriffen. Besonders beeindruckt hat mich, mit wie viel Engagement, Fürsorge und Menschlichkeit sich alle um mich gekümmert haben“, erzählt der 39-Jährige.

Bis zu seiner Genesung benötigt er weiterhin Geduld. Zunächst muss er vier Wochen lang ein stabilisierendes Korsett tragen. Anschließend sind eine Kontrolluntersuchung mittels Computertomografie sowie physiotherapeutische Maßnahmen vorgesehen.

„Ich habe mich während der gesamten Behandlung hervorragend aufgehoben gefühlt. Allen, die zu meiner Rettung und Versorgung beigetragen haben, bin ich von Herzen dankbar“, sagt er.

 

Foto v.l,: Patient Dominik B. mit Chefärztin Dr. Catharina Junghans