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Konservative Therapie von akuten und chronischen Ohrerkrankungen, Ohroperationen und komplexe Eingriffe an der seitlichen Schädelbasis

Hörstörungen können eine Vielzahl von Ursachen haben und betreffen Menschen aller Altersgruppen. Entzündungen, Verletzungen sowie gutartige und bösartige Neubildungen können den Gehörgang, das Trommelfell, die Gehörknöchelchen, die Hörschnecke und den Hörnerv betreffen und ihre Funktion beeinträchtigen.
 

Bei den meisten akuten Ohrerkrankungen kann eine Therapie die Hörfunktion deutlich verbessern ggf. wiederherstellen. Zu der konservativen Therapie ist häufig eine chirurgische Intervention erforderlich. Die Operationen werden mikrochirurgisch oder endoskopisch durchgeführt und können die gesamte seitliche Schädelbasis umfassen. Sie erfordern viel Erfahrung und chirurgisches Geschick. In unserer HNO-Klinik verbinden wir die Vorteile einer modernen technischen Ausstattung mit den Spezialkenntnissen und der Routine von erfahrenen Operateuren.

Wir bieten Ihnen folgende konservative und chirurgische Behandlungen an:

Erstlinientherapie des plötzlichen Innenohr-Hörverlusts ist eine Kortisontherapie in Tablettenform. Bei ausbleibender Verbesserung des Hörvermögens könnte Kortison durch das Trommelfell ins Mittelohr eingespritzt werden. Ein Teil davon durchdringt die Innenohrmembran und stabilisiert die Funktion der Haarzellen. Bei anamnestischen Hinweisen für einen Hörverlust bedingt durch einen Riss dieser Innenohrmembran oder einen Bruch der Steigbügelfußplatte ist eine Abdeckung dieser Strukturen erforderlich.

Ist der Druckausgleich nicht möglich, z.B. durch Schleimhautschwellung der Eustachischen Röhre (Tubenkatarrh) kann der Unterdruck im Mittelohr zu Schmerzen und Schleimansammlung (Paukenerguss) führen. Sollte sich diese dann entzündet würde es zu einer akuten Mittelohrentzündung kommen. Langfristige Probleme beim Druckausgleich können zu einer chronischen Schleimhautentzündung mit Trommelfelldefekt oder Knocheneiterung, dem sog. Cholesteatom, führen.

Aus diesem Grund sollten die Ursachen für Tubenbelüftungsstörung behandelt werden. Die häufigste Ursache bei Kindern hierfür sind vergrößerte Rachenmandeln (volkstümlich Polypen oder Wucherungen genannt) und/oder vergrößerte Gaumenmandeln. Bei Erwachsenen ist die Symptomatik dagegen meist durch vergrößerte Nasenmuscheln, chronische Nebenhöhlenentzündung, Nasenscheidewandverbiegung und Nasenrachentumoren bedingt. Sollte eine Verengung der Eustachischen Röhre vorliegen, kann diese mittels Ballonerweiterung in unserer Klinik aufgedehnt werden.

Bleibt trotz konservativer Therapiemaßnahmen wie abschwellende Nasentropfen, Inhalationen, Schleimlöser und Druckausgleichtraining der Paukenerguss bestehen, wird durch einen Trommelfellschnitt das Sekret aus dem Mittelohr abgesaugt und eine künstliche Belüftung ermöglich. In einigen Fällen muss zusätzlich ein Paukenröhrchen in den Trommelfellschnitt gelegt werden.

Eine akute Mittelohrentzündung entsteht in der Regel im Rahmen eines viralen Infektes aufgrund von mangelnder Mittelohrbelüftung. Abschwellende Nasentropfen, Druckausgleichtraining und Antibiotikum in Tablettenform führen in den meisten Fällen zu einer kompletten Erholung der Symptome. In manchen Fällen kommt es zu Komplikationen.

·         Innenohrbeteiligung
 

Infusionstherapie mit einem Antibiotikum, Kortisontherapie, Trommelfellschnitt (Parazentese) zum Absaugen des infizierten und toxischen Mittelohrsekrets.
 

·         Akute Warzenfortsatzentzündung (Mastoiditis)
 

Bei einer akuten Mittelohrentzündung kann die eitrige Infektion auf die luftgefüllten knöchernen Räume hinter dem Mittelohr, dem Mastoid, übergreifen. Von hier aus kann sich die Entzündung in alle Richtungen und angrenzenden Strukturen ausdehnen und zu Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung oder einen Hirnabszess führen. Zeichen sind neben Ohrenschmerzen und Trommelfellrötung, eine typische teigige Schwellung, Rötung und Druckschmerz hinter der Ohrmuschel. Die Ohrmuschel steht zunehmend ab. Die Therapie besteht in einer antibiotischen Infusionsbehandlung, der Parazentese und Paukendrainage und je nach Ausprägung in der operativen Ausräumung des Warzenfortsatzes, der Mastoidektomie.

Ein nicht destruktive Behandlungsmöglichkeit bei Morbus Meniére ist die sog. Saccotomie. Das Ziel von diesem chirurgischen Eingriff ist die Druckverhältnisse im Gleichgewichtsorgan wieder auszugleichen. Dabei wird durch den Warzenfortsatz den s.g. endolymphatischen Sack eröffnet und drainiert. Dieser ist eine wichtige regulatorische Struktur für den Austausch zwischen der Innenohrflüssigkeit und dem Hirnwasser.

Der häufigste Grund für eine Operation am Ohr ist eine chronische Entzündung. Diese kann durch eine andauernde Mittelohrentzündung oder durch gutartige Wucherungen (Cholesteatom) hervorgerufen werden. Daraus entsteht eine sogenannte Schallleitungsschwerhörigkeit: Der Schall kann nicht mehr richtig vom Trommelfell in das Innenohr geleitet werden, die Patienten hören „wie durch Watte“. In einem Eingriff entfernen wir das entzündliche Gewebe und rekonstruieren die Gehörknöchelchenkette und das Trommelfell.

·         Chronische Schleimhauteiterung:
 

Mangelnde Belüftung über die Eustachischen Röhre und krankhafte Mittelohrschleimhaut führen zu einer zentralen Trommelfellperforation (Trommelfelldefekt) und Unterbrechung der Gehörknöchelchenkette. Es kommt zu gelegentlichem Ohrenlaufen und zu einer zunehmenden Schallleitungsschwerhörigkeit. Die Therapie besteht in einem operativem Trommelfellverschluss mit körpereigenem Material wie Knorpel- oder Muskelhaut, ggf. mit Rekonstruktion der Gehörknöchelchenkette (Tympanoplastik).

 

·         Chronische Knocheneiterung (Cholesteatom):
 

Typisch ist der randständige Trommelfelldefekt mit Knochenarrosion sowie das Ohrenlaufen. Selten können aber auch angeborene Cholesteatome hinter intaktem Trommelfell auftreten. Kindliche Cholesteatome sind aggressiv wachsen. Bei ihnen können oft Rezidive auftreten, die Folgeoperationen erfordern. Die Therapie ist die sanierende Ohroperation. Nicht therapiert, kann das Cholesteatom zu Komplikationen wie eine Gesichtsnervenlähmung, Ertaubung, Gleichgewichtsausfall, Einbruch in die Schädelgrube mit Hirnhautentzündung und Hirnabszess führen.

Die Operation dient in erster Linie der vollständigen Entfernung des Cholesteatoms. 9 -12 Monaten nach dem Ersteingriff wird bei ausgedehnten Befunden eine Kontrolloperation (sog. „second-look-Operation“), meist minimal-invasiv endoskopisch, durchgeführt. Dabei sollte ein Rezidiv-Cholesteatom ausgeschlossen werden und die Schallübertragung durch passenden Titanprothesen verbessert werden. 

Bei der Otosklerose kommt es durch nicht geklärte Ursachen zu Knochenumbauprozessen im Bereich des knöchernen Labyrinths, die zu einer Fixierung des Steigbügels (Stapes) im ovalen Fenster des Innenohres führt. Es kommt dabei zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Mit Fortschreiten der Erkrankung kommt es auch zu einer zunehmenden Innenohrschwerhörigkeit, vermutlich durch toxische Umbauprodukte. Häufig leiden die Patienten unter Tinnitus. Der aufgetretene Hörverlust kann durch ein Hörgerät ausgeglichen werden. Chirurgisch kann die Schallübertragung durch Stapesplastik/ Stapedotomie verbessert werden. Hierbei wird die Fußplatte des Steigbügels eröffnet. Anschließend wird eine kleine Titan-Prothese an den Amboss geklippt. Diese überträgt seine Schwingungen über die angelegte Eröffnung auf die Innenohrflüssigkeit. Die Indikation zur Stapesplastik besteht ab einer Schallleitungsschwerhörigkeit von mindestens 20 - 25 dB. 

Im Innenohr und im inneren Gehörgang können Tumoren entsetehen, die von der Nervenscheide des Gleichgewichts- und des Hörnervs ausgehen (Vestibularisschwannom, historisch bekannt als Akustikusneurinom). Sie sind gutartig und wachsen in den meisten Fällen sehr langsam. Aus diesem Grund werden diese zunächst beobachtet und halbjährlich entweder mittels Bildgebung (MRT) oder mittels Funktionsdiagnostik (Hör- und Gleichgewichttests) kontrolliert. Bei der Therapieentscheidung werden die Tumorlokalisation, -größe, -wachstum, Hörvermögen, Schwindelsymptomatik sowie Patientenalter berücksichtigt. In Fällen mit einem fortgeschrittenen Hörverlust wird der Tumor vorzugsweise durch das Felsenbein entfernt. Falls der Hörnerv nicht vom Schwannom betroffen ist, kann die Hörrehabilitation nach der Tumorentfernung durch ein Cochlea Implantat erfolgen. Ausgedehnte Befunde bis an den Hirnstamm werden in Zusammenarbeit mit den KollegInnen der Neurochirurgie operiert ggf. in der Klinik für Strahlentherapie bestrahlt.
 

Durch die enge räumliche Lagebeziehung dieser Tumore zum Gesichtsnerven, größeren Gefäßen sowie dem Hirnstamm und Kleinhirn erfordert die operative Entfernung viel Erfahrung und Umsicht. In unserer Klinik profitieren die Patienten von der Behandlung im fachübergreifenden Team aus HNO-Spezialisten, Neuroradiologen, Neurochirurgen und Strahlentherapeuten.

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So erreichen Sie uns
Marc Bloching
Chefarzt Hals-Nasen-Ohrenheilkunde | Helios Klinikum Berlin-Buch
Prof. Dr. med.
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