Schlaganfall? Sofort 112 wählen!

Schlaganfall? Sofort 112 wählen!

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. In jeder Minute gehen Millionen Gehirnzellen ein für alle Mal verloren. Jährlich erleiden in Deutschland über 270.00 Menschen einen lebensbedrohlichen Hirninfarkt. Vor dem Hintergrund des Weltschlaganfalltags informiert Dr. med. Martin Braun über Risikofaktoren, Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Der Schlaganfall ist längst keine Alterserkrankung mehr. Zwar ist jeder zweite Schlaganfallpatient älter als 75 Jahre, durch die verbesserte Diagnostik werden Durchblutungsstörungen des Gehirns zunehmend aber auch bei wesentlich jüngeren Menschen festgestellt. "Je früher die Patienten medizinisch versorgt werden können, umso besser stehen die Chancen, dass sie den Schlaganfall ohne größere Beeinträchtigungen überstehen," so Dr. med. Martin Braun, Oberarzt Neurologie. Erste Symptome und Warnzeichen früh zu erkennen, hilft dabei rechtzeitig richtig helfen zu können. Einige der Risikofaktoren kann jeder selbst beeinflussen und so die Gefahr für einen möglichen Schlaganfall senken.

Die größten Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörung
  • Vorhofflimmern
  • ein ungesunder Lebensstil mit Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress, Rauchen, Alkohol

Die Symptome

Der Experte rät dazu bei Symptomen, wie plötzlich auftretenden Seh- und Sprachstörungen sowie Lähmungserscheinungen, umgehend die 112 zu wählen. "Haben Sie keine Angst vor falschem Alarm", betonte der Facharzt. "Besser den Notarzt einmal zu viel anrufen als zu warten, bis es zu spät ist."

Häufige Warnzeichen eines Schlaganfalls sind:

  • Sehstörungen, z.B. Augenflimmern, Doppelbilder oder Erblindung auf einem Auge
  • Sprach- und Sprachverständnisstörungen, welche sich durch eine stockende, abgehackte Sprache oder ein genereller Sprachverlust äußern können
  • Lähmung- und Taubheitsgefühle: Es kann zur Lähmung einer Körperseite oder zu Störungen im Berührungsempfinden kommen. Typisch ist auch ein hängender Mundwinkel oder Augenlid.
  • Schwindel und Gangunsicherheit: Schwank- oder Drehschwindel kann viele Ursachen haben. In Verbindung mit anderen Symptomen ist er ein deutliches Warnsignal.
  • Starke Kopfschmerzen u.a. in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen
Neurologe Dr. med. Martin Braun
Neurologe Dr. med. Martin Braun

"Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. In jeder Minute gehen Millionen Gehirnzellen ein für alle Mal verloren. Zeit ist Hirn, sagen wir Mediziner." so Dr. med. Martin Braun. Ein plötzliches Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen, Seh- und Sprachstörungen oder rasch auftretende starke Kopfschmerzen - all das sind Symptome, die auf einen akuten Schlaganfall hindeuten können. "Beim ischämischen Schlaganfall, früher sagte man auch dem Apoplex, verstopft ein Blutgerinnsel feinste Schlagadern im Gehirn. Die dort liegenden Nervenzellen erhalten nicht mehr genügend Sauerstoff und es kommt zu typischen körperlichen Ausfallerscheinungen, wie Lähmungen, einer Sprachstörung oder einer plötzlichen Sehstörung", erklärt Dr. med. Martin Braun.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Schlaganfall

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Schlaganfall

Nur im Krankenhaus kann ein Schlaganfall sicher diagnostiziert, seine Ursache ermittelt und die richtige Therapie eingeleitet werden.

  • Verständigen Sie sofort den Rettungsdienst und schildern Sie die Symptome und den Verdacht, dass Sie einen Schlaganfall befürchten.
  • Kontrollieren Sie die Atmung und den Puls der Person. Setzen diese aus, beginnen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen.
  • Notieren Sie die Uhrzeit, wann die ersten Warnzeichen oder Symptome begonnen haben.
  • Lassen Sie den Betroffenen nicht allein. Sprechen Sie mit ihm und beruhigen Sie ihn.
  • Setzen Sie den Betroffenen hin. Lagern Sie seinen Oberkörper aber hoch und legen Sie ihn keinesfalls flach auf den Boden.
  • Legen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage, wenn er bewusstlos ist oder erbricht.
  • Lockern Sie beengende Bekleidung der Personen und entfernen Sie ggf. Zahnprothesen.
  • Reichen Sie dem Betroffenen weder etwas zu trinken noch etwas zu essen.
  • Geben Sie dem Rettungsdienst einen Medikamentenplan oder die Schachteln genutzter Medikamente mit - insbesondere, wenn es sich um blutverdünnende Medikamente handelt.

So senken Sie Ihr Schlaganfallrisiko

"Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und regelmäßige Kontrolle der Blutwerte, vor allem im Alter, sind beste Voraussetzungen, dem Schlaganfall aus dem Weg zu gehen", so Dr. med. Martin Braun.

  • Verminderung von Übergewicht (Bauchumfang bei Männern nicht über 100 cm, bei Frauen sind es 90 cm)
  • Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung
  • Erhöhten Blutdruck senken
  • Erhöhte Cholesterinwerte senken
  • Verzichten auf Nikotin und Alkohol

Wie hoch ist Ihr persönliches Risiko - testen Sie es hier beim offiziellen Test der Deutschen Schlaganfall-Hilfe: www.schlaganfall-test.de

Pressekontakt

Kristin Wollbrandt

Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing

Telefon: (03501) 71 18-12 46

E-Mail: kristin.wollbrandt@helios-gesundheit.de