Kalorienreiche Weihnachtszeit – einer Fettleber vorbeugen

Kalorienreiche Weihnachtszeit – einer Fettleber vorbeugen

Krefeld

Wie wir unseren lebenswichtigen Entgifter nicht nur über die Feiertage schützen

Selbstgebackene Plätzchen, Schokolade, Omas Festtagsbraten, dazu Glühwein und ab und zu einen Schnaps. Unsere Leber muss an den Weihnachtstagen alles geben. Denn sie spielt für den Stoffwechsel eine zentrale Rolle. Als größtes inneres Organ des menschlichen Körpers wiegt sie bei einem Erwachsenen ungefähr 1,5 Kilogramm - etwa fünfmal so viel wie das Herz.

„Unsere Leber ist Entgifter und Energielieferant in einem. Zuverlässig sorgt sie für den Abbau von Stoffwechselendprodukten und Medikamenten. Nur durch sie kann der Körper giftige Stoffe wieder ausscheiden“ erläutert Dr. Stefan Enders, Chefarzt für Innere Medizin am Helios Cäcilien-Hospital Hüls. „Auch Fette können ohne die Leber nicht verstoffwechselt werden. Sie produziert die dafür notwendige Gallenflüssigkeit, circa einen halben Liter pro Tag.“

Klar, dass das rötlichbraune Organ über die Feiertage auf Hochtouren arbeitet. Gefährlich wird es, wenn wir regelmäßig zu viel Süßes und Fettes zu uns nehmen. Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen droht eine nicht-alkoholische Fettleber zu entstehen. Die meisten denken bei einer Fettleber an einen hohen und regelmäßigen Alkoholkonsum. Doch die Ursache liegt meist beim Essen: insgesamt zu viel, insbesondere Kohlenhydrate, gepaart mit zu wenig Bewegung. Und das Krankheitsbild nimmt drastisch zu: So ist jeder dritte Erwachsene und etwa jedes zehnte Kind von einer Fettleber betroffen – damit ist sie die häufigste Lebererkrankung in Deutschland.

Das Problem: Die Erkrankung verursacht keine spezifischen Beschwerden und bleibt daher meist unerkannt. Auftreten können etwa Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Juckreiz, Appetitverlust, Gewichtsveränderungen oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch.

„Die Fettleber kann sich entzünden– ganz ohne dass Viren oder Alkohol im Spiel sind. Aus der chronischen Leberentzündung kann sich eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) entwickeln. Hier wandelt sich das Lebergewebe nach und nach in Bindegewebe um. Je mehr Gewebe sich verändert, desto stärker ist die Funktion eingeschränkt. Dies kann lebensbedrohliche Folgen haben, wie zum Bespiel ein Leberversagen oder die Entwicklung eine Leberkarzinoms“, warnt Gastroenterologe Dr. Enders.

Doch damit es erst gar nicht so weit kommt, kann jeder etwas tun – auch gerade während der Feiertage. „Vor allem mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich die Gesundheit des Organs beeinflussen. Aber: An den Weihnachtsfeiertagen denkt wohl kaum einer daran. Zum Festessen gehört für viele die Gans einfach dazu. Falls es nach Neujahr dann ein paar Feiertagspfunde mehr sind, freut sich die Leber umso mehr wieder über eine bewusste Ernährung, gern auch mal über ein paar Fastentage. Regelmäßige Bewegung in seinen Alltag einzubauen, hilft außerdem überflüssige Kilos zu verlieren“, so Andrea Stallmann, zertifizierte Diätassistentin und Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Für die Feiertage heißt das also: zwischen Kuchen und Gans ruhig mal einen Winterspaziergang einlegen und statt Verdauungsschnaps einen leberfreundlichen Kaffee trinken.

Julia Dubois
Referentin Unternehmenskommunikation
Helios Klinikum Krefeld / Helios Cäcilien-Hospital Hüls
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