Senior-Track: mit Zeit umfassend umsorgt
Viele ältere Patientinnen und Patienten scheuen eine Operation. Ihre Sorge: Wie überstehe ich die Narkose? Werde ich noch die-/derselbe sein? Was ist, wenn ich ein Delir entwickele? Verschlechtert sich meine geistige Leistung, werde ich gar dadurch dement? Die Angst vor einer Operation hält ältere Betroffene häufig davon ab, einen orthopädisch notwenigen Eingriff vorzunehmen. Wir nehmen diese Bedenken sehr ernst und haben daher für Patientinnen und Patienten über 70 Jahre ein eigenes Konzept entwickelt: senior track. Dieses innovative Konzept greift immer dann, wenn Nebenerkrankungen vorliegen und der Allgemeinzustand nicht mehr ganz so fit ist. Der Ablauf ist dann von Anfang an ein anderer:
Beim ersten Gespräch bei uns in der Endoprothetik Sprechstunde durchlaufen alle Patientinnen und Patienten, die über 70 Jahre alt sind ein Früherkennungsprogramm. Das bedeutet, dass der Arzt Fragen stellt, die detailliert Aufschluss geben über relevante Nebenerkrankungen, aber auch über die allgemeine Konstitution, die Gebrechlichkeit und die Fitness. Auch demenzielle Entwicklungen werden berücksichtigt. Hierfür arbeitet unser Team aus Orthopädie, Geriatrie und Anästhesie eng zusammen.
Unsere Klinik ist perfekt darauf vorbereitet, Menschen höheren Alters eine Behandlung zu ermöglichen, die ihnen die notwendige Zeit gibt, um wieder mobil mit dem neuen Gelenk zu werden. Die Altersmedizin am Haus hat eine lange Tradition, so dass eine internistisch-geriatrische Mitbehandlung stets gewährleistet ist.
Ist das senior track Konzept vorgesehen, führen wir vor der OP eine umfassende Labordiagnostik durch, um Risiken besser abschätzen zu können. Die stationäre Aufnahme erfolgt bereits einen Tag vor der geplanten OP. Auch die Formen der Narkose sind auf die Bedürfnisse der älteren Patientinnen und Patienten abgestimmt. Wir planen von Anfang an einen längeren stationären Aufenthalt ein, der sich individuell an den Bedürfnissen des Patienten orientiert. Die Visite erfolgt von beiden Fachabteilungen: der Orthopädie und der Geriatrie. Ab dem zweiten Tag nach der OP erhalten Betroffene eine spezielle geriatrische Komplex-Behandlung für etwa zwei bis drei Wochen. Danach erfolgt – nach Möglichkeit und abhängig vom erreichten Mobilitätsgrad - die dreiwöchige orthopädische Reha am selben Haus bzw. eine anschließende Behandlung in einer geeigneten Einrichtung.
Mit diesem innovativen Konzept bieten wir älteren Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen ein Höchstmaß an Sicherheit und können Sorgen und Ängsten, die mit einer OP einhergehen, weitestgehend aus dem Weg räumen und die Risiken, die im Alter individuell erhöht sein können, frühzeitig erkennen und weitestgehend minimieren.
Fast-Track: schnell wieder auf die Beine kommen
Knie- und Hüftgelenkspatient:innen sind nicht im klassischen Sinne "krank". Patient:innen sollten sich nach einer Gelenk-OP so schnell wie möglich wieder bewegen. Fast Track ist ein Konzept der raschen Genesung: Es zielt darauf ab, operierte Patient:innen schneller wieder mobil zu machen, die postoperative Erholung zu verkürzen und den Genesungsverlauf insgesamt zu beschleunigen.
Basierend auf einer ausführlichen Voruntersuchung und Aufklärung bereiten wir Sie optimal auf Ihre Therapie vor und schulen Sie beispielsweise schon vor der OP im Gebrauch von Gehhilfen. Dabei beziehen wir auch Ihre Familie mit ein, um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen. Die detaillierte Planung im Vorfeld ermöglicht eine noch präzisere und damit zwangsläufig kürzere, weniger belastende Operation.
Auch auf Drainagen und Katheter verzichten wir nach Möglichkeit, um das Infektionsrisiko zu verringern. Gleichzeitig sorgt eine möglichst sanfte Anästhesie dafür, dass unsere Patient:innen unmittelbar nach der OP schon zum ersten Mal wieder auf eigenen Füßen stehen. Die Reha-Maßnahmen können so bereits nach wenigen Tagen beginnen.
Seit Anfang 2020 setzt der Hülser Ortho-Campus mit einem innovativen Konzept Maßstäbe in der endoprothetischen Versorgung. Dazu gehört im Bereich der Gelenkchirurgie die roboterassistierte Implantation von Knie- und Hüftgelenken genauso wie die Entwicklung maßgeschneiderter Behandlungskonzepte, etwa „Senior-Track“, für das das Team kürzlich einen Preis erhalten hat. Der Anspruch, Patientinnen und Patienten auf höchstem Qualitätsniveau zu versorgen, wurde hier auch durch den Krankenhausplan NRW bestätigt.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann eröffnete heute die neue, geriatrische Station des Helios Cäcilien-Hospital Hüls. Die neue Station teilt sich auf in die Bereiche Allgemeine Geriatrie, Alterstraumatologie, Neuro-Geriatrie und einen geschützten Demenzbereich. Fast drei Jahre nach der Übergabe des Förderbescheides durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW über knapp vier Millionen Euro war es nun Zeit, gemeinsam mit den Mitarbeitenden und der lokalen Politik die Eröffnung zu feiern.
Der Ortho-Campus am Helios Cäcilien-Hospital Hüls hat den Zertifizierungsprozess zum EndoProthetikZentrum Rhein-Ruhr erfolgreich abgeschlossen. Die hohe Qualität der in Krefeld-Hüls durchgeführten Gelenkersatzoperationen wurde damit von endocert bestätigt.
Schwestern gehen bekanntlich durch dick und dünn. So auch Renate und Brigitte, die beide unter fortgeschrittener Hüftarthrose leiden. Sie trennen zwar fast fünf Lebensjahre und 150 Kilometer, aber für ihre Hüft-OP, das ist klar, kommt nur ein gemeinsamer Termin und Ort infrage.
Marcel Terlinden ist Mitte dreißig als er nur noch mit Schmerzen durch den Alltag kommt. Wegen einer angeborenen Hüftdysplasie hat sich in seinem rechten Hüftgelenk eine Arthrose entwickelt. Das verschlissene Gelenk hindert ihn zunehmend daran, seinen Hobbies nachzugehen und auch bei der Arbeit als Supermarktleiter spürt er immer öfter die Bewegungseinschränkung. Kurz vor seinem 42. Geburtstag fasst er sich ein Herz und lässt sich am Hülser Ortho-Campus von Prof. Kraft ein neues Gelenk einsetzen. Der Freizeitsportler ist damit der erste Patient, der in Hüls mithilfe des MAKO-Systems eine neue Hüfte erhält.