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Anästhesie – (keine) Angst vor der Narkose
Pressemitteilung

Anästhesie – (keine) Angst vor der Narkose

Oschersleben

Niemand geht gerne ins Krankenhaus. Ist dann noch ein operativer Eingriff notwendig, fürchten manche Menschen vor allem die Narkose. Die Angst, zu früh oder gar nicht mehr aufzuwachen, ist ebenso verbreitet wie die vor Schmerzen und Beschwerden nach der OP. Warum Patienten keine Angst vor der Narkose haben müssen, das erläutert in einem Interview Dr. med. Raphael Gukasjan, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin in der Helios Bördeklinik. Außerdem bietet der Spezialist den Interessierten die Möglichkeit, sich am 07.Juli 2021 per Telefon-Hotline über medizinische Fragestellungen zum Thema zu informieren.

Herr Chefarzt, viele Menschen wurden noch nie operiert. Können Sie kurz erklären, was alles für die Sicherheit des Patienten vor einer Operation getan wird?

Bevor ein Patient operiert wird, besprechen im Vorfeld die Ärztinnen und Ärzte der Anästhesie mit den Patienten das individuell für ihn am besten geeignete Anästhesieverfahren. Ob wir beispielsweise eine Allgemeinanästhesie, auch Vollnarkose genannt, eine Teilbetäubung oder gar eine Kombination von beidem einsetzen, das klären wir in einem ausführlichen Gespräch in unserer Anästhesie-Sprechstunde. Dort befragen wir die Patienten zu Allergien, Vorerkrankungen und zu ihrem allgemeinen gesundheitlichen Zustand. Dann wir klären sie über die Anästhesietechniken und Medikation sowie über mögliche Risiken und Nebenwirkungen auf. Es ist uns ein großes Anliegen, zu all unseren Patienten ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und ihnen individuelle Ängste und Sorgen vor einer Anästhesie zu nehmen. Als Anästhesisten sind wir schließlich vor, während und nach der OP an der Seite unserer Patienten, betreuen sie und sorgen für ihre Sicherheit.

Können Sie bitte an dieser Stelle kurz erklären, was die Aufgabe eines Anästhesisten ist?

Anästhesisten sind Fachärzte für Anästhesiologie. Oft werden sie auch als Narkoseärzte bezeichnet. Sie arbeiten fachübergreifend mit Kolleginnen und Kollegen aller anderen Fachbereiche zusammen und begleiten die Patienten durch den gesamten Prozess der Anästhesie/Narkose. Das heißt: Anästhesisten überwachen und steuern alle lebenswichtigen Körperfunktionen des Patienten vor und während der Operation sowie anschließend im Aufwachraum. Hierbei werden modernste Geräte und Techniken eingesetzt. In unserer Klinik gibt es insgesamt vier Operationssäle. Um die Sicherheit unserer Patienten zu garantieren, haben wir ein Team, das nicht nur aus ärztlichem Personal, sondern auch aus hoch qualifizierten Anästhesie-Pflegekräften besteht. Bei größeren Eingriffen oder ausgeprägten Nebenerkrankungen werden die Patienten nach der Operation auf der Intensivstation von uns weiter betreut.

Wie erklären Sie sich die Angst der Patienten vor einer Narkose?

Eine Narkose wird nicht von allen Patienten gleich bewertet. Nicht alle haben Angst. Einige Menschen empfinden die Vorstellung, tief zu schlafen und nichts zu spüren, als ausgesprochen beruhigend –werten dies als einen Komfort. Andere wiederum haben oft mehr Angst vor der Narkose als vor dem eigentlichen operativen Eingriff, sind in Sorge nicht mehr aufzuwachen oder während der Operation nicht tief zu schlafen bzw. Schmerzen zu verspüren. Zudem besteht oftmals das Gefühl des Ausgeliefertseins,  Kontrollverlustes oder der Scham.

Deshalb ist es unser Ziel, Patienten so zu informieren, dass sie sich von der Qualifikation der anästhesiologischen Betreuung überzeugen können, über den Ablauf aufgeklärt sind und dem operativen Eingriff beruhigt und ohne Sorgen entgegensehen können. Denn letztlich steht die Patientensicherheit für uns an allererster Stelle.

Welche Beschwerden können denn nach der Narkose auftreten?

In der Regel erleben unsere Patienten das Erwachen aus der Narkose als angenehm, fragen oft, ob sie schon operiert worden sind. Seltene Nebenwirkungen können Übelkeit, Frösteln und nur ausnahmsweise ein leichtes Kratzen im Hals sein. Unsere Pflegekräfte im Aufwachraum überwachen die Patienten und geben ihnen in Absprache mit den behandelnden Ärzten bei Beschwerden entsprechende Medikamente. Sollte der Patient nicht zur weiteren Beobachtung im Krankenhaus bleiben, kann er sich von einer Begleitperson nach Hause fahren lassen. Wichtig ist jedoch, dass er stets telefonisch erreichbar ist und in der häuslichen Umgebung von einer erwachsenen Person betreut werden kann. Essen und Trinken ist bei Appetit und nach Absprache mit dem behandelden Arzt kein Problem, nur Alkohol sollte in den ersten 24 Stunden nach der Narkose vermieden werden.

Und müssen Patienten Angst vor Schmerzen haben?

Nein, unsere Patienten brauchen keine Angst vor Schmerzen zu haben. Sie erhalten von uns Schmerzmedikamente nach einem Stufenkonzept: schon während der Operation verabreichen wir prophylaktisch Schmerzmittel. Nach dem Erwachen können einerseits Injektionen, die wir direkt in die Blutbahn über den liegenden Venenzugang verabreichen, schnell und effektiv helfen. Gleichzeitig werden auch Schmerztabletten verordnet, sobald die Patienten trinken können. Und: besonders effektiv sind Teilbetäubungsverfahren, oft auch zusätzlich zu Narkosen oder die Patienten erhalten eine Sedierung, also Medikamente, damit sie die äußeren Einflüsse nicht mitbekommen und bei Wunsch die gesamte Operationszeit verschlafen. Bei hierfür geeigneten Eingriffen werden über einen kleinen Katheter Medikamente direkt in Nervennähe gebracht. Der Patient kann dabei oft auch zusätzliche Medikamentengaben über eine Pumpe abrufen und damit die Schmerztherapie selbst steuern. Diese sogenannte patientenkontrollierte Analgesie wird auch bei Medikamenten über die Vene eingesetzt. Dafür werden zur Sicherheit im Vorfeld feste Zeitabstände festgelegt. Alle Patienten werden bei diesen Verfahren mehrfach eingewiesen und auch in der Folge auf den Normalstationen von uns weiter betreut.

Haben Sie noch Hinweise für Patienten? Was sollte unbedingt beachtet werden?

Wichtig ist, dass die Patienten die Hinweise im Vorgespräch vor der Operation einhalten. Ein besonderes Problem stellt es dar, wenn Patienten vor der Narkoseeinleitung gegessen haben. Denn durch die Anästhetika werden die Schutzreflexe ausgeschaltet und somit auch der Schluck- und Hustenreflex. Es besteht daher die Gefahr, dass Mageninhalt während der Narkose in den Rachen gelangt, eingeatmet wird und eine Lungenentzündung hervorruft.

In der Regel gelten deshalb folgende Empfehlungen: Mindestens sechs Stunden vor der Narkoseeinleitung sollte der Patient keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Klare Flüssigkeiten wie Wasser, fruchtfleischlose Säfte, Tee oder Kaffee ohne Milch können in kleinen Mengen bis zu zwei Stunden vor Narkoseeinleitung getrunken werden. Weitere Details, auch wenn Medikamente eingenommen werden, müssen mit dem Anästhesisten zuvor genau abgesprochen werden.

Verzichten Sie auf Make-up

Rote Lippen sind schön anzusehen, können aber Störungen der Körperfunktionen verdecken. Deswegen empfehle ich Patienten auf Gesichts- und Körpercreme, Make-up, Nagellack und Schmuck zu verzichten. Der Grund: Eine unverfälschte Sicht auf das Gesicht, Finger und die Zehen dienen der allgemeinen Krankenbeobachtung. Wir sehen bereits an der Farbe der Fingerspitzen oder an der Durchblutung der Haut, ob der Patient Störungen hinsichtlich der Sauerstoffversorgung entwickelt. Auch Kontaktlinsen sind untersagt, Brillen nur bei starker Fehlsichtigkeit erlaubt. Über einen herausnehmbaren Zahnersatz oder Hörgeräte sollte der Anästhesist informiert sein. Zudem darf am Tag der Operation nicht mehr geraucht werden.

Telefonsprechstunde und Live-Chat zum Thema Narkose

Unter der Rufnummer 03949 935 -230 können Interessierte, sich am 07.Juli von 14 Uhr bis 15 Uhr telefonisch beraten lassen oder ab 15 Uhr bis 15.30 Uhr im Live-Chat des Instagram-Accouts der Klinik Fragen an den Experten stellen. Die Sprechstunde ist kostenfrei und ohne Anmeldung nutzbar.

Interessenten können gern über die Telefonsprechstunde oder anschließend direkt über die Chat-Funktion der Live-Aufzeichnung bei Instagram Fragen stellen. Die Livechats sind im Nachgang bei Instagram zu finden und fassen die wichtigsten Fragen noch einmal zusammen. Voraussetzungen, um an dem Live-Chat teilzunehmen, ist ein Instagram-Zugang. Auf den Social Media Seiten der Helios Bördeklinik kann der Live-Chat verfolgt werden. Fragen können die Chatteilnehmer dann direkt über die Chat- bzw. Kommentarfunktion stellen

Pressekontakt:

Rebecca Jahn

Referentin PR/Marketing Helios Bördeklinik

Telefon

03949 935 230

Die Helios Bördeklinik in Neindorf verfügt in fünf Fach- und zwei Belegabteilungen über 184 Betten. Rund 270 Mitarbeiter versorgen jährlich rund 10.000 stationäre Patienten. Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 120.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika. Rund 20 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2020 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,8 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, rund 130 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Quirónsalud betreibt 52 Kliniken, davon sechs in Lateinamerika, 70 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15 Millionen Patienten behandelt, davon 14,1 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.