Abteilung Gastroenterologie

Abteilung Gastroenterologie

Eine wichtige Aufgabe unseres Darmzentrums besteht in der Aufklärung über die Entstehung von Darmkrebs, die Möglichkeiten der Vorbeugung und der Vorsorgeuntersuchungen. Dabei arbeiten wir eng mit Ihrem niedergelassenen Arzt zusammen.

Betroffene Patienten werden von unserem hoch qualifizierten Team nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen diagnostiziert, behandelt und auch nach Beendigung des stationären Aufenthaltes umfassend weiterbetreut.

Möglichkeiten der Prävention der asymptomatischen Bevölkerung:

  • Regelmäßige körperliche Aktivität
  • Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Personen
  • Verzicht auf Rauchen
  • Gesunde Ernährungsweise einschl. limitiertem Alkoholkonsum

Vorsorge asympt. Bevölkerung:

  • vollständige Darmspiegelung (Koloskopie) – alle zehn Jahre (ab 50. Lebensjahr)
  • bei Ablehnung einer vollständigen Koloskopie: partielle Dickdarmspiegelung (Sigmoideoskopie) –  alle fünf Jahre + FOBT jährlich
  • bei Ablehnung jeglicher Koloskopie: Hämocculttest/FOBT (Papierstreifentest, um im Stuhl verborgenes, nicht sichtbares Blut nachzuweisen) -  jährlich

Vorsorge bei Risikogruppen:

Personen, die aufgrund einer besonderen Prädisposition ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms im Vergleich mit der Normalbevölkerung aufweisen, gehören in der Regel zu einer von drei definierten Risikogruppen:

  1. Personen mit einem familiär gesteigerten Risiko für ein kolorektales Karzinom, dessen genetische Grundlagen zur Zeit noch nicht umfassend bekannt sind.
    (So haben Verwandte ersten Grades von Patienten mit einem kolorektalen Karzinom, insbesondere bei denen ein kolorektales Adenom vor dem 50. Lebensjahr nachgewiesen wurde, ein      erhöhtes Risiko, ebenfalls an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken.
  2. Verwandte zweiten Grades haben ein gering erhöhtes Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken.Jedes histologisch nachgewiesene gutartige Polypen (Adenom) stellt ein erhöhtes Risiko für ein kolorektales Karzinom dar. Dies gilt insbesondere für: multiple ( ≥3)  bzw. große ( >1 cm) Adenome.
  3. Nachgewiesene oder mögliche Anlageträger für ein vererbbares (hereditäres) kolorektales Karzinom, z.B. Lynch-Syndrom, adenomatöse Polyposis-Syndrome.
  4. Risikopersonen auf dem Boden einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Bei Risikogruppen wird eine frühere Vorsorgekoloskopie empfohlen. Die genauen Empfehlungen kann Ihnen Ihr Arzt im Darmzentrum für Ihr persönliches Risikoprofil darlegen.

Diagnostik:

Die entscheidende diagnostische Maßnahme ist die Spiegelung („Koloskopie“). Diese wird im Rahmen der Vorsorge oder aufgrund von Symptomen veranlasst. Voraussetzung für eine hohe diagnostische Aussagekraft ist eine gute Darmreinigung, welche vor der eigentlichen Untersuchung notwendig ist. Wird im Rahmen der Koloskopie ein bösartiger Tumor entdeckt, folgen weitere diagnostische Maßnahmen zur Festlegung der Ausbreitung des Tumors: z.B. Ultraschalluntersuchung des Abdomens, Computertomografie von Abdomen /Becken und Thorax, Bestimmung des Tumormarkers CEA, Endosonografie (beim Mastdarmkrebs). Um der Komplexität des Krankheitsbildes gerecht zu werden, erfolgt die Besprechung aller Patienten in der interdisziplinären Tumorkonferenz.

Nachsorge:

Nach der Therapie besteht ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv oder Metastasen. Deshalb ist eine adäquate ärztliche Betreuung für die nächsten 5 Jahre nach einer Operation sinnvoll. Die Untersuchungen erfolgen je nach Tumorstadium nach einem festen Nachsorgeschema. Diese umfassen u.a. Bestimmung von Tumormarkern (CEA), Ultraschall des Abdomens, Röntgen-Thorax, ggf. CT sowie die Koloskopie.