Kinder und Jugendliche, die von Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung betroffen sind, kommen häufig zuerst ins Krankenhaus – manchmal, bevor andere Stellen eingeschaltet werden. Das macht uns zu einer wichtigen Anlaufstelle im Hilfesystem. Im Krankenhaus achten wir besonders genau auf mögliche Anzeichen und handeln im Zweifel frühzeitig und gemeinsam mit spezialisierten Fachstellen.
Grundlage unserer Arbeit ist die interdisziplinäre Leitlinie der AWMF zum Thema Kindesmisshandlung, -missbrauch und -vernachlässigung – der anerkannte Handlungsrahmen im medizinischen Kinderschutz. Darüber hinaus haben wir konzernweite Standards entwickelt, die sicherstellen, dass alle unsere Kliniken einheitlich und konsequent zum Wohl der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen handeln.
Das Helios Kinderschutzkonzept
Das Helios Kinderschutzkonzept bündelt standardisierte Handlungsanweisungen bei Fällen von Kindeswohlgefährdung. Ansprechpartner:innen in den Kliniken sind die Kinderschutzgruppen bzw. die Kinderschutzbeauftragten. Dies beinhaltet auch die Wächterfunktion bei Verdacht auf Kindesmissbrauch innerhalb der Institution Krankenhaus.
Die Vernetzung mit externen Partner:innen im Kinderschutz regional und überregional ist ein weiterer Schwerpunkt des Helios-Schutzkonzeptes, ebenso die Verpflichtung zur ständigen Fortbildung im Kinderschutz.
In jeder Helios Kinderklinik gibt es eine Kinderschutzgruppe. In anderen Helios Kliniken ohne Pädiatrie gibt es Kinderschutzbeauftragte.
Laut Gesetz ist in allen Kliniken, die Kinder und Jugendliche behandeln, die Verankerung von Schutzkonzepten verpflichtend. Unsere Arbeitsgruppe Kinderschutz hat ein Konzept entwickelt, das Helios-weit als Konzernregelung verbindlich ist.
Ziel ist dabei immer, betroffene Kinder und Jugendliche nicht allein zu lassen, sondern gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten die bestmögliche Hilfe einzuleiten.
Kinderschutz funktioniert nur gemeinsam!
Die interdisziplinären Kinderschutzteams arbeiten eng mit Fachbereichen wie der Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe zusammen, um Kinder und Familien bestmöglich zu unterstützen.
Darüber hinaus arbeiten Krankenhäuser eng zusammen mit:
- Jugendämtern
- Polizei
- Schulen und Kitas
- Sozialen Hilfesystemen, z.B. Frühe Hilfen
- Spezialisierten Beratungsstellen
So entsteht ein Netzwerk, das Kinder und Jugendliche schützen kann.
Ob bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, Fragen zum Kinderschutz oder dem Bedarf an weiterführender Hilfe – unsere speziell geschulten Fachkräfte handeln nach einheitlichen Qualitätsstandards und arbeiten eng mit regionalen Netzwerkpartnern zusammen. So stellen wir sicher, dass betroffene Kinder und Jugendliche frühzeitig die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Hier finden Sie weiterführende Informationen von verlässlichen Organisationen, Beratungsangebote und die telefonische Kinderschutzhotline, die Ihnen unterstützend zur Seite steht.