„40% unserer Patient:innen sind im Rentenalter. Oft haben sie, neben dem akuten Behandlungsbedarf, zum Beispiel wegen einem Knochenbruch, Schlaganfall oder einer Infektion, weitere chronische Erkrankungen, wie Herzschwäche oder Bluthochdruck. Hinzu kommen körperliche oder auch kognitive Einschränkungen. Diese sogenannte Multimorbidität kann schnell die Selbstständigkeit Betroffener beeinträchtigen. Um eine bedarfsgerechte Therapie anzubieten, haben wir unsere Sektion für Altersmedizin nun zu einem eigenständigen Fachbereich ausgebaut“, erklärt der Chefarzt der Geriatrie, Jens Heese, der die Leitung dieses Bereichs bereits seit 2014 innehat.
Die spezielle Versorgungseinheit für ältere Menschen, die sogenannte Geriatrie, gibt es am Helios Klinikum Pforzheim bereits seit 2012, sie war bisher eine Sektion der Neurologie. Mit dem Ausbau zum eigenen Fachbereich passt das Helios Klinikum Pforzheim sein Versorgungsangebot an die realen Bedürfnisse der Bevölkerung an: Aus den im Oktober 2025 von der Stadt Pforzheim herausgegebenen Bevölkerungs- und Sozialdaten* geht hervor, dass Pforzheim mit einem Durchschnittsalter von 42,5 Jahren zu den ältesten Stadtkreisen Baden-Württembergs zählt. Mit 44,7 Jahren liegt das Durchschnittsalter im Enzkreis sogar noch höher. Schon heute ist jede fünfte Einwohnerin und jeder fünfte Einwohner in Pforzheim 65 Jahre oder älter. Das entspricht etwa 20% der Bevölkerung.
„Eine altersgerecht ausgestattete Station zusammen mit einem breiten altersmedizinischen Versorgungsangebot ist somit essentiell. Zusammen mit meinem Oberarzt Christian Aldus behandeln wir unsere Patient:innen – in enger Kooperation mit der Neurologie, der Unfallchirurgie und dem Zentrum für Innere Medizin – altersmedizinisch und fachgerecht. Unsere Geriatrie schließt eine Lücke im Krankenhaus, sie würdigt die Vielfalt des Alterns mit einer Vielfalt an Fachkompetenz durch das geriatrische Team“, betont Chefarzt Jens Heese.
Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung (GfK)
Neben den klassischen ärztlichen Untersuchungsmethoden durchlaufen Patient:innen ab 70 Jahren ein sogenanntes Geriatrisches Screening, um vorliegende Erkrankungen und damit einhergehende Risiken besser einschätzen zu können. An Hand der Screeningergebnisse entscheidet das Behandlungsteam, ob neben der Primärversorgung der akuten Erkrankung eine zusätzliche altersmedizinische und therapeutische Mitbehandlung sinnvoll ist. Ziel dieser GfK ist, die Selbständigkeit bestmöglich zu erhalten, körperliche, seelische und soziale Einschränkungen zu reduzieren und so die dauerhafte Abhängigkeit von Pflege und Betreuung zu vermeiden.
Geriatrische Institutsambulanz
Darüber hinaus verfügt das Helios Klinikum seit 2022 über eine Geriatrische Institutsambulanz, welche die geriatrische Versorgung durch den Hausarzt ergänzt. Ältere Menschen haben dort die Möglichkeit sich frühzeitig bei beginnenden Einschränkungen oder auch bei sehr komplexen Beschwerdebildern umfassend therapeutisch und ärztlich untersuchen zu lassen, um zukünftige Therapien besser und zielgerichteter planen zu können.
Zertifizierte Qualitätsmedizin für ältere Menschen
Im vergangenen Jahr wurde das Pforzheimer Klinikum Mitglied im Bundesverband Geriatrie. Das bestätigt, dass die geriatrische Station, hohe Behandlungs- und Qualitätsstandards erfüllt und die erforderliche Fachkompetenz vorhält. Dies wird in internen und externen Qualitätskontrollen regelmäßig geprüft, um immer die bestmögliche Behandlung zu bieten.
Im höheren Lebensalter nehmen Stürze und damit Brüche zu. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine gemeinsame unfallchirurgische und altersmedizinische Therapie zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen führt und Spätfolgen reduziert. Deshalb arbeiten die Unfallchirurgie und die Altersmedizin entsprechend einem speziellen Versorgungskonzept Hand in Hand. Dafür wurde das Helios Klinikum 2025 von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zum Alterstraumazentrum zertifiziert.
Mit zunehmendem Alter steigt auch das Schlaganfallrisiko. Folgen können Störungen der Beweglichkeit, des Schluckens und Sprechens sowie der Alltagskompetenz und des Gedächtnisses sein. Betroffene profitieren von der weiterhin engen Verzahnung zwischen Neurologie und Geriatrie und erhalten eine gezielte Therapie in der ebenfalls zertifizierten Schlaganfalleinheit, der sogenannten Stroke Unit. Eine kompetente sozialmedizinische Beratung und bei Bedarf professionelle Beratung zu Diabetes, Ernährung, Wundversorgung und pflegerischen Maßnahmen sowie Seelsorge ist jederzeit möglich.
Geriatrische Angebote gehen über die medizinische Versorgung hinaus
Bereits seit 1989 verfügt das Helios Klinikum über den Geriatrischen Schwerpunkt der Stadt Pforzheim und ist seit 2015 Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Geriatrie Baden-Württemberg. Als Kompetenz- und Referenzeinrichtung im Rahmen des Geriatrie-Konzepts Baden-Württembergs ist das Klinikum beratende Anlaufstelle für alle, die mit älteren Menschen arbeiten oder diese betreuen. Es bietet ein umfassendes Schulungsprogramm, wie den jährlichen Kurs „Hilfe beim Helfen für Angehörige von Menschen mit Demenz“ und mit Hilfe eines Alterssimulationsanzugs verschiedene Empathie-Übungen zum Umgang mit älteren Patient:innen.
Innerhalb des Helios Netzwerks sind alle geriatrischen Kliniken eng vernetzt und erweitern ihre Kompetenzen durch regelmäßigen Fachgruppentreffen. Zuletzt hat Herr Heese gemeinsam mit seinem Team, beispielsweise auch den Aufbau einer Geriatrie im Helios Klinikum Überlingen vorangebracht und vorübergehend die Versorgung dort unterstützend übernommen.
*Quelle: Kommunale Statistikstelle, Amt für Digitalisierung und IT der Stadt Pforzheim „Pforzheimer Bevölkerung 2024 – Teil 1“.
Das Klinikum der Goldstadt Pforzheim ist ein leistungsfähiges und modernes Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 500 Planbetten. Hinzu kommt eine Privatklinik mit 18 Planbetten. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruprecht- Karls-Universität Heidelberg verfügt das Helios Klinikum Pforzheim über 15 Kliniken, zwei medizinische Institute und ist mit hochmodernen medizinischen Geräten ausgestattet. 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen täglich dafür, dass unsere Patientinnen und Patienten medizinisch kompetent und sorgfältig sowie nach dem aktuellen Stand der Medizin rund um die Uhr versorgt und betreut werden. Jährlich werden über 24.000 Patient:innen stationär und rund 60.000 ambulant versorgt. In der Klinik für Geburtshilfe erblicken pro Jahr rund 1.600 Babys das Licht der Welt.
Helios gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius und ist Europas führender privater Gesundheitsdienstleister mit rund 128.000 Mitarbeitenden. Zu Fresenius Helios gehören die Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika. Rund 26 Millionen Menschen entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2024 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von mehr als 12,7 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über mehr als 80 Kliniken, rund 220 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit etwa 570 kassenärztlichen Sitzen, sechs Präventionszentren und 27 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 78.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 7,7 Milliarden Euro. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Quirónsalud betreibt 57 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, rund 130 ambulante Gesundheitszentren sowie über 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 20 Millionen Patient:innen behandelt, davon mehr als 19 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von mehr als 5 Milliarden Euro.
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