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Landschaftsmotive als Maßnahme zur Delirprävention auf der Intensivstation

Auf der Intensivstation der Helios Kliniken Mittelweser sorgen neue Landschaftsmotive auf den Glasscheiben zwischen den Patientenzimmern für eine ruhigere Umgebung. Die Initiative geht auf das pflegerische Team zurück und ist Teil der Maßnahmen zur Delirprävention. Zuvor waren dort spiegelnde Scheiben, die teilweise zu Verwirrungen der schwerkranken Patientinnen und Patienten führten. Mit der neuen Gestaltung möchte das Team das Wohlbefinden auf der Station verbessern.

13.04.2026 Lesedauer: - Min.
Landschaftsmotive als Maßnahme zur Delirprävention auf der Intensivstation

Strand, Heide, Berge oder Wald: Auf der Intensivstation der Helios Kliniken Mittelweser sorgen seit Kurzem großflächige Landschaftsmotive für eine ruhigere Umgebung. Die Beklebung der Scheiben zwischen den Intensivräumen geht auf eine Initiative des pflegerischen Teams zurück und ist Teil der Maßnahmen zur Delirprävention.

Die Räume der Intensivstation sind baulich durch Wände mit eingelassenen Glasscheiben voneinander getrennt. Diese waren bislang zwar blickdicht, spiegelten jedoch stark. Für schwerkranke Patientinnen und Patienten war dies teilweise irritierend.

„Unsere Patientinnen und Patienten befinden sich in einer sehr sensiblen Situation. Viele sind schwer krank und mit der ungewohnten Situation überfordert“, erklärt Markus Hoffner, Stationsleitung der Intensivstation. „Durch die Spiegelungen an den Scheiben der Trennwände kam es vor, dass Betroffene Bewegungen wahrgenommen haben, die gar nicht da waren. Das hat einige zusätzlich verunsichert. Deshalb hat unser Team nach einer Lösung gesucht.“

Gemeinsam entschied man sich für eine neue Gestaltung der Glasflächen. Heute zeigen die Scheiben ruhige Naturmotive – von Strandlandschaften über Heideflächen bis hin zu Bergen, Wald und Wiesen. Die Bilder verhindern störende Spiegelungen und schaffen gleichzeitig eine angenehmere Atmosphäre.

Die Maßnahme ist Teil der Delirprävention auf der Intensivstation. Ein Delir ist ein akuter Verwirrtheitszustand, der sich in unterschiedlichen Symptomen äußern kann. So sind Betroffene häufig zeitlich oder räumlich desorientiert, wirken entweder unruhig oder im Gegenteil auch zu ruhig und erleben Halluzinationen. Auf Intensivstationen ist das Risiko erhöht – unter anderem durch schwere Erkrankungen, Medikamente, Schmerzen, Schlafmangel oder die ungewohnte Umgebung mit vielen Geräuschen und medizinischen Geräten. Gerade bei älteren Menschen, die schon einer Demenz leiden, ist das Risiko noch weiter erhöht.

„Ein Delir ist für Patientinnen und Patienten sehr belastend und kann den Genesungsprozess verzögern“, erklärt Chefarzt Dr. Paul Frank (DESA) MHBA. „Umso wichtiger ist es, frühzeitig vorzubeugen und das Umfeld möglichst orientierend und beruhigend zu gestalten.“

Neben einer angepassten Umgebung gehören auch weitere Maßnahmen zur Delirprävention zum Alltag auf Intensivstationen. Dazu zählen eine klare Tag-Nacht-Struktur, eine möglichst frühe Mobilisation, regelmäßige Orientierungsgespräche mit den Patientinnen und Patienten, eine gute Schmerztherapie sowie – wann immer möglich – die Einbindung von Angehörigen.

„Die neue Gestaltung der Glasflächen zeigt, wie aufmerksam unsere Teams den Stationsalltag beobachten und Verbesserungen anstoßen“, betont Frank. „Mein besonderer Dank gilt dem gesamten Team der Intensivstation für dieses Engagement.“

Landschaftsmotive als Maßnahme zur Delirprävention auf der Intensivstation