Nach fast zwei Jahren intensiver medizinischer Behandlung und Betreuung ist es soweit: Der inzwischen 14-jährige Manuel aus Angola konnte das Friedensdorf International gesund verlassen und in seine Heimat zurückkehren.
Manuel kam im Juni 2024 im Alter von 12 Jahren nach Deutschland. Er litt an Morbus Blount, einer schweren Wachstumsstörung des Unterschenkels, und war bereits voroperiert. Bei seiner Ankunft zeigte sich ein ausgeprägtes O-Bein sowie ein Beinlängenunterschied von rund fünf Zentimetern. Bis Oktober 2025 wurde Manuel umfassend behandelt.
Die medizinische Versorgung erfolgte durch das Team der Helios Kliniken Mittelweser unter der Leitung von Chefarzt und ärztlichem Direktor Dr. Michael Stalp. Insgesamt vier komplexe Operationen waren notwendig, um die Fehlstellung zu korrigieren und das Bein anzugleichen. Unterstützt wurde das Team maßgeblich durch den ehemaligen Kollegen Dr. Mohammed Abu-Alruz, heute Kinderorthopäde in Bayern.
„Ich bin Herrn Abu-Alruz sehr dankbar, dass er mehrfach den weiten Weg aus Bayern auf sich genommen hat, um uns bei der komplexen Behandlung zu unterstützen. Doch auch viele andere Kollegen an den Helios Kliniken Mittelweser waren hier maßgeblich involviert, vor allem unser Fußchirurg und Oberarzt Ole Tempelhof sowie weitere Kolleginnen und Kollegen des orthopädischen Teams, der Sprechstunde, der Station, der Radiologie und vielen weiteren Bereichen im Haus. Es ist echte Teamarbeit“, betont Stalp.
Zu den Eingriffen gehörten unter anderem die Korrektur der Beinachse, eine Verlängerung mittels Ringfixateur sowie wachstumslenkende Maßnahmen an mehreren Knochen. Das Ergebnis ist beeindruckend: „Das finale Endergebnis zeigt gleiche Beinlängen und eine komplette Korrektur des O-Beins. Dieser Fall zeigt, dass eine erfolgreiche Korrektur solcher ausgeprägter Fehlstellungen gelingen kann, wenn man das Wachstumspotential des kindlichen Körpers respektiert und die Eingriffe richtig timt“, erläutert Tempelhof.
Während seiner gesamten Behandlungszeit wurde Manuel im Friedensdorf International betreut, wo er ebenfalls zahlreiche Arzttermine und Nachuntersuchungen wahrnahm. Die Mitarbeitenden begleiteten ihn eng auf seinem Weg zur Genesung.
„Manuel war über viele Monate bei uns und hat in dieser Zeit unzählige Untersuchungen, Therapien und Eingriffe durchlaufen. Umso größer ist die Freude, ihn nun gesund und voller Zuversicht zurück zu seiner Familie nach Angola verabschieden zu können“, so Kai-Uwe Lorenz von Friedensdorf International.
„Ohne die langjährige Unterstützung von Partnern wie den Helios Kliniken Mittelweser wäre unsere Arbeit in dieser Form nicht möglich. Für die kostenfreie Behandlung und das große Engagement sind wir zutiefst dankbar“, ergänzt Lea Preß von Friedensdorf International.
Friedensdorf International nimmt Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten auf, die in ihrer Heimat keine ausreichende medizinische Versorgung erhalten können. Finanziert durch Spenden ermöglicht die Organisation lebenswichtige Behandlungen und gibt den Kindern die Chance auf ein gesundes Leben.
Mit Manuels Rückkehr endet eine lange Reise – und beginnt ein neuer, hoffnungsvoller Lebensabschnitt in seiner Heimat.