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Ein zweiter Geburtstag nach schwerem Verkehrsunfall

Die schwer verletzte Klara wurde nach einem Frontalzusammenstoß mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Helios Klinikum Meiningen geflogen. Drei Operationen retteten der Jugendlichen das Leben. Heute gehen die behandelnden Ärzte davon aus, dass sie wieder vollständig gesund wird.

21.07.2026 Lesedauer: - Min.
Patientenstory

An den Abend des Verkehrsunfalls erinnert sich Klara Strehmann nur noch in einzelnen Bildern. Die Jugendliche aus Westheim war mit vier Freunden im Auto unterwegs, als es an einer Kreuzung zu einem Frontalzusammenstoß kam. Sie saß angeschnallt auf dem mittleren Rücksitz. Eine Ersthelferin kümmerte sich sofort um die 16-Jährige, anschließend wurde sie mit dem Rettungshubschrauber ins Helios Klinikum Meiningen gebracht.

Bei ihrer Ankunft bestand Lebensgefahr. Der Sicherheitsgurt hatte zwar vermutlich Schlimmeres verhindert, zugleich aber erhebliche Verletzungen im Bauchraum verursacht. Der Zwölffingerdarm, die Bauchspeicheldrüse und die Milz waren betroffen. Zudem war der zwölfte Brustwirbel gebrochen.

„Ich hatte starke Schmerzen und große Angst. Mir war zunächst nicht klar, wie schwer ich verletzt war“, erinnert sich Klara. Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurde sie notoperiert.

Drei Operationen in kurzer Zeit

In der ersten Operation stoppten die Chirurgen die Blutung aus der Milz, ohne das Organ entfernen zu müssen. Auch die verletzte Bauchspeicheldrüse konnte vollständig erhalten werden. Der verletzte Zwölffingerdarm wurde in zwei aufeinanderfolgenden Eingriffen rekonstruiert. Die Neurochirurgen stabilisierten den gebrochenen Brustwirbel mit Schrauben.

„Bei diesem Verletzungsmuster musste sehr schnell gehandelt werden“, sagt PD Dr. med. Frank Brennfleck, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Helios Klinikum Meiningen. „Dass wir die verletzten Organe erhalten konnten und Klara sich so gut erholt, ist angesichts der Schwere des Unfalls ein sehr erfreulicher Verlauf.“

Klara wurde von mehreren Fachbereichen gemeinsam behandelt. Dabei profitierte sie von der engen Zusammenarbeit zwischen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Neurochirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie verfügt durch die Behandlung komplexer Erkrankungen und die Arbeit im kürzlich erneut zertifizierten Viszeralonkologischen Zentrum über große Erfahrung bei anspruchsvollen Eingriffen im Bauchraum.

„Wir hatten riesiges Glück“

Ihre Mutter konnte in dieser schweren Zeit bei ihr sein. „Wir haben uns von Anfang an sehr gut aufgehoben gefühlt“, sagt sie. „Die Ärzte und Pflegekräfte haben uns jeden Schritt erklärt. Als Familie haben wir zusammengehalten – und wir wissen, dass wir riesiges Glück hatten.“

Auch kleine Dinge gewannen für Klara während der Behandlung eine große Bedeutung. Bei der Operation konnte der Bauchnabel so erhalten werden, dass sie ihr Bauchnabelpiercing später wieder tragen kann. Für Klara ging es nach den Operationen Schritt für Schritt aufwärts. Mittlerweile gehen die behandelnden Ärzte davon aus, dass die Verletzungen ohne bleibende Folgen ausheilen werden.

Durch den Unfall konnte Klara ihre Abschlussprüfung nicht wie geplant ablegen. Im September möchte sie diese nachholen und anschließend ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin beginnen.

Für Klara und ihre Familie ist der Tag des Unfalls heute mehr als eine schlimme Erinnerung.„Eigentlich ist es ihr zweiter Geburtstag“, sagt ihre Mutter. „Wir sind einfach dankbar, dass sie wieder bei uns ist.“