Seit der ersten Herz-Bypassoperation 1960 war eine Sternotomie, also die Durchtrennung des Brustbeines, der Standardzugang, um am Herzen zu operieren. Die Technik erfordert eine lange Heilungszeit und birgt das Risiko einer Wundheilungsstörung. Für Patient:innen ist dieser Eingriff schmerzhaft und schränkt die Mobilität über mehrere Wochen ein.
Die neue minimalinvasive Methode, wie sie nun auch in der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe angewendet wird, umgeht diese Nachteile. „Wir verschaffen uns über einen linksseitigen Schnitt zwischen den Rippen Zugang zum Herzen. Dabei bleibt das Brustbein intakt und der Brustkorb stabil“, erklärt Dr. Hossam Homedan, Oberarzt der Herzchirurgie.
Im Vergleich zur offenen OP sind das Gewebetrauma und auch der Blutverlust deutlich reduziert. Patient:innen sind sofort wieder voll mobilisierbar, haben spürbar weniger Einschränkungen und Schmerzen. Zudem sinkt das Risiko einer Wundheilungsstörung erheblich. Ein besonderer Vorteil ist, dass die Methode für viele Patient:innen mit Verschlüssen/Verengungen von Herzkranzgefäßen in Frage kommt.
Der erste Patient wurde bereits erfolgreich von dem erfahrenen Team der Herzchirurgie operiert. Er zeigte einen unauffälligen postoperativen Verlauf, sodass er bereits am fünften Tag nach seiner Operation nach Hause entlassen werden konnte. Bei einem Nachsorgetermin hat er nochmals das gesamte Team für die erfolgreiche OP gelobt und zeigte sich mit der Behandlung sichtlich zufrieden.